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Marktkommentar: Wilson Magee (Franklin Templeton): Wie Infrastrukturunternehmen die Welt wiederaufbauen könnten
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Marktkommentar Wilson Magee (Franklin Templeton): Wie Infrastrukturunternehmen die Welt wiederaufbauen könnten

Nachrichtenquelle: Asset Standard
13.03.2018, 00:00  |  447   |   |   

Viele Industrieländer, darunter die USA, müssen alternde Infrastruktur instand setzen, modernisieren oder vollständig ersetzen.

Wilson Magee gibt seine Einschätzung zu geplanten Infrastrukturprojekten in den Schwellenländern. Ferner nennt er Argumente für börsennotierte Infrastrukturunternehmen, die das erforderliche Kapital und Know-How besitzen, um die alternde US-Infrastruktur zu sanieren.

Der Bedarf an der Entwicklung von Infrastruktur ist ein weltweites Phänomen

Viele Schwellenländer müssen neue Infrastruktur entwickeln, um den Bedürfnissen ihrer wachsenden Bevölkerung, Wirtschaft und Städte gerecht zu werden. Und viele Industrieländer, darunter die USA, müssen alternde Infrastruktur instand setzen, modernisieren oder vollständig ersetzen.

Der Anteil der Schwellenländer an der weltweiten Nachfrage nach Ressourcen steigt – und wir rechnen mit einer Fortsetzung dieses Trends. Die beiden größten Schwellenländer, China und Indien, haben ehrgeizige Infrastrukturpläne.

China verfolgt im Infrastrukturbereich bereits eine Politik, die wir als sehr günstig ansehen. Die Initiative „Neue Seidenstraße“ des chinesischen Premierministers Xi Jinping könnte in Anlehnung an die alte Seidenstraße zum Aufbau und zur Ausbesserung von Transportinfrastruktur führen.

In Indien plant das Verkehrsministerium Berichten zufolge den Ausbau des Autobahnnetzes von 30.000 auf 50.000 Kilometer in den kommenden Jahren.[1] Diese geplante Steigerung entspricht in etwa der vierfachen Strecke von New York nach San Francisco. Danach wird das Autobahnnetz des Landes eine Länge von rund 50.000 Kilometern haben.[2]

In Mexiko halten wir die langfristigen Wachstumsaussichten des dortigen Flughafensystems für spannend. Basierend auf unserer Auswertung von Regierungsdaten kommen in Mexiko im Jahresdurchschnitt 0,4 Flugreisen auf eine Person. In den USA beträgt dieser Wert rund 2,4.[3] Dies zeigt uns das enorme Wachstumspotenzial, denn Mexiko verzeichnet bei seinen Fluglinien und Flughäfen ein steigendes Passagieraufkommen.

Die Rolle des Privatsektors bei der Infrastrukturentwicklung in den USA

Im US-Kongress scheint es für die Ausbesserung der maroden, alternden Infrastruktur des Landes parteiübergreifende Unterstützung zu geben. Dies war eines der Hauptthemen im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016. In demselben Jahr erhielt die US-Infrastruktur vom US-Bauingenieurverband (American Society of Civil Engineers) gerade noch die Gesamtnote „befriedigend“.

Im Februar dieses Jahres stellte US-Präsident Donald Trump einen 1,5 Billionen US-Dollar schweren Plan zur Sanierung von Straßen, Brücken, Flughäfen und Wasseraufbereitungsanlagen in den USA vor. Der Plan sieht Ausgaben des Bundes in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar in den nächsten 10 Jahren und eine Finanzierung der restlichen 1,3 Billionen US-Dollar durch die Bundesstaaten, Kommunen und den Privatsektor vor.

Es besteht jedoch Uneinigkeit, wer den Großteil der Zeche für die vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen zahlen soll. Für viele Demokraten belasten Trumps Pläne die Haushalte der Bundesstaaten und Kommunen zu stark, und sie fordern Investitionen des Bundes von 1 Billion US-Dollar. Die haushaltspolitischen Hardliner der Republikaner sperren sich jedoch nach der jüngsten Verabschiedung der Steuerreform und des Haushalts für 2019 gegen steigende Bundesausgaben.

In Anbetracht der Haushaltszwänge auf Ebene von Kommunen, Staaten und Bund dürfte dem Privatsektor beim Trump‘schen Infrastrukturplan eine entscheidende Rolle zufallen. Aus unserer Sicht dürften börsennotierte Infrastrukturunternehmen wie z. B. Betreiber von Flughäfen, Mautstraßen und Wasseraufbereitungsanlagen sowohl ihr Kapital als auch ihr operatives Know-how einbringen.

Allerdings rechnen wir auf kurze Sicht nicht mit der raschen Verabschiedung eines Infrastrukturgesetzes im US-Kongress. Repräsentantenhaus und Senat scheinen sich derzeit auf eine Reform der Einwanderungsgesetze zu konzentrieren.

Gleich ob ein US-Infrastrukturgesetz kommt oder nicht, die Infrastrukturausgaben werden nicht enden. So investieren bspw. US-Stromversorger weiter in Wachstumsprogramme, die den Umstieg auf sauberere Energieformen wie Erdgas und Erneuerbare fördern. Nach unserer Ansicht wird der steigende Anteil erneuerbarer Energien die Investitionen in Stromübertragungsnetze in den USA und rund um den Globus weiter ankurbeln.

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