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DAX-Chartanalyse: DAX mit Hilfe der EZB zurück über 13.000

DAX-Chartanalyse DAX mit Hilfe der EZB zurück über 13.000

Gastautor: Andreas Mueller
17.06.2018, 11:32  |  11029   |   |   

Die Voraussetzungen sehen im Chartbild positiv aus, doch der DAX ist vielmehr durch den EZB-Impuls nach oben geschossen. Wie setzt sich dieses Puzzle zusammen und was kann man an Marken für den Handel festschreiben?

Der DAX konnte in der Vorwoche die 13.000 Punkte zurückerobern. Damit haben die Bullen einen klaren Punktsieg erzielt. Den notwenigen Impuls gab dazu die Europäischen Zentralbank am Donnerstag mit ihrem Ausblick auf die Zins- und Anleihenpolitik. Ist diese nun Bewegung nachhaltig oder nur als kurz Hochwetterphase zu werten? Folgende Chartanalyse möchte dies näher erläutern.

 

Zurück über 13.000 Punkten

 

Die Vorwoche startete eher ruhig und bildete in den ersten Tagen die Unterstützung von 12.800 Punkten weiter aus. Hierbei kam es zu einem ersten positiven Signal, als die in der Vorwochenanalyse gezeigten Widerstände überwunden werden konnten (Chartrückblick):

 

Im ersten Schritt der kleine Abwärtstrend im Stundenchart und später die horizontale rote Linie. Nicht etwa durch die FED-Zinssitzung am Mittwoch, bei der erneut der Leitzins angehoben wurde, sondern vielmehr durch die Impulse aus Europa selbst. In der "Woche der Notenbanken" richtete sich das Hauptaugenmerk nämlich auf die Europäische Zentralbank und deren Ausblick. Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Regierungsbildung und Aussagen aus Italien (dazu mehr aus der Redaktion von wallstreet-online), wurde ein klares Zeichen erwartet. Überraschungen gab es allerdings nicht. So wird eine Zinsanhebung wohl erst im Herbst 2019 erwartet aber die Anleihenkäufe sollen bereits in diesem Jahr enden. Es handelt sich hier um monatlich 30 Milliarden Euro, die sich in Summe nun schon auf 2,55 Billionen aufaddieren!

Am Markt wurde dies sehr positiv aufgenommen und verhalf dem DAX zum größten Anstieg in dieser Handelswoche. Im XETRA-Chart sieht man die große 4-Stunden-Kerze, welche nachbörslich fast bis an die Hochs aus dem Vormonat reichte. Den Bereich habe ich entsprechend rot markiert und den Chart auch im Forum eingestellt:

 

 

Nachbörslich war der Abstand noch geringer und belief sich auf rund 15 Punkte. Damit hatten die Bullen ordentlich Gas gegeben und mit 1,7 Prozent auf XETRA und in der Spitze 2,5 Prozent nachbörslich den stärksten Handelstag der Woche ausgebildet. Immerhin 335 Punkte Handelsspanne umfasst der Donnerstag, im Vergleich zu den 103 bis 133 Punkten bis zum Donnerstag war dies fast eine Verdreifachung!

Leiden mussten hierbei jedoch die Bankentitel im DAX. Deutsche Bank und Commerzbank haben unter der Niedrigzinspolitik der EZB weniger Spielraum für Gewinne und Zinsgeschäfte.

 

Unterstützend kam der fallende Kurs des Euro hinzu, der zum Dollar nach den Aussagen der EZB stark verlor. Das Währungspaar EUR/USD steuerte sogar auf die Tiefs des Vormonats zu, wie ich in diesem Chartbild im Forum darstellte:

 

 

Dabei wirkte also die Korrelation: Schwacher Euro und starker DAX.

 

Doch letztlich stand damit kein großer Ausbruch an der Tagesordnung, sondern vielmehr ein Abprall am Widerstand um 13.200 Punkte. Bereits am Folgetag wurden die Hochs nicht mehr überschritten und der Deutsche Aktienindex geriet unter Druck. Sicherlich auch durch die Spekulationen am Terminmarkt ausgelöst, kam es dann vor allem um die Mittagszeit im DAX zu einem Abschwung. Ich nahm dies mit Trading-Kollegen in eher entspanntem Rahmen wahr, da sich mir ein Handel direkt am Verfall der Terminkontrakte aus Sicht des Moneymanagements verbot.

 

Das Volumen am Verfallstag war gewohnt hoch und erzeugte mit mehr als 16 Milliarden Euro auf XETRA eine ordentliche Dynamik. Im Vergleich zu anderen Handelstagen fällt dies ins Auge:

 

 

Am Ende konnte der DAX die 13.000 Punkte mit nur 10 Punkten knapp verteidigen, auch wenn er auf dem Tagestief im XETRA-Handel geschlossen hatte. Damit bleibt eine Wochenperformance von 1,9 Prozent stehen, die den Monat Juni nun wieder deutlicher in die Pluszone tragen konnte:

 

 

Was kann man als Trader daraus für die kommende Handelswoche ableiten?

 

Was kann man für die neue Woche ableiten?

 

Man kann diese Spitze am Donnerstagabend mit rund 15 Punkten Annäherung an die Hochs des Monats Mai durchaus als Anlaufen an den Widerstand interpretieren. Im Chartverlauf von 8 bis 22 Uhr (Future-Handelszeiten) sieht dies wie folgt aus:

 

 

Schaut man sich dies im größeren Zeitrahmen und nun wieder der Handelszeit XETRA an, fällt der Bereich ebenfalls ins Auge. Dafür nutze ich den Tageschart mit einem Zeitausschnitt von Oktober 2017 bis Freitagabend. Man sieht deutlich das Interesse der Marktteilnehmer an diesem Bereich, in dem der Markt immer wieder im November und Dezember 2017 abprallte und im Januar einen Halt suchte:

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