DAX+0,03 % EUR/USD+0,14 % Gold+0,25 % Öl (Brent)-2,44 %

Werden Zalando und Zooplus jemals 5 % oder gar 10 % Dividende bezahlen können?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.07.2018, 08:27  |  319   |   |   

Zalando (WKN:ZAL111) hat 2013 die Umsatzmilliarde geknackt und Zooplus (WKN:511170) 2017. Beide haben europaweit expandiert und es in ihrer Kategorie zum Marktführer gebracht. Trotzdem haben Anleger weder beim einen noch beim anderen jemals eine Dividende erhalten. Deshalb bin ich der Frage nachgegangen, ob das ewig so bleiben wird oder ob die Aktionäre wohl irgendwann reich belohnt werden.

Amazon kann keine Dividende bezahlen

Das große Vorbild von beiden ist sicherlich Amazon.com (WKN:906866). Der Gigant hat es vorgemacht, wie man aus verfügbaren Mitteln maximales Wachstum herauspresst. Obwohl der Laden schon seit vielen Jahren den Onlinemarkt beherrscht und sich vor allem am Heimatmarkt langsam zum Monopolisten aufschwingt, kann er seinen Aktionären keine vernünftige Dividende bezahlen.

Richtig, er kann es nicht, selbst wenn er wollte. Denn stell dir mal vor, er würde beabsichtigen, seinen Aktionären eine fünfprozentige Rendite zu bieten. Beim aktuellen Marktwert von 832 Mrd. US-Dollar müsste Amazon somit satte 42 Mrd. US-Dollar ausschütten. So viel Eigenkapital steht leider nicht in den Büchern. Ende 2017 waren es lediglich knapp 28 Mrd., wovon über 13 Mrd. US-Dollar auf durchaus zweifelhaften Übernahmeprämien (Goodwill) basieren.

Ob und wann Amazon in der Lage sein wird, seinen Aktionären etwas zurückzugeben, steht in den Sternen. Zunächst müsste auf alle Fälle erst einmal über ein paar Jahre ein Bilanzpolster aufgebaut werden. Ganz anders sieht es bei einem Qualitätswert wie der Allianz (WKN:840400) aus, wo die Dividenden seit Jahren einem Aufwärtstrend unterliegen.

Wenn man davon ausgeht, dass die zukünftigen Ausschüttungen wie zuletzt um 5 % jährlich steigen, dann würden langfristige Aktionäre beim aktuellen Kurs von 182 Euro (10.07.) ihren Einsatz innerhalb von 15 Jahren zurückbekommen — und immer noch über den gleichen Anteil an der hoffentlich weiterhin prosperierenden Allianz verfügen.

Für meine Begriffe sollte jeder Wachstumswert anstreben und sich irgendwann zu einer Gewinnmaschine wie die Allianz wandeln, damit auch ihre Anleger in den Genuss von 5, 10 oder mehr Prozent Ausschüttung auf den Einstandskurs kommen.

So stehen die Chancen bei Zooplus und Zalando

Lass uns also jetzt mal anschauen, wie es um die beiden deutschen E-Commerce-Champions steht. Hier sind die Zahlen für das Geschäftsjahr 2017:

in Mio. EUR Zooplus Zalando
Umsatz 1.111 4.489
Nettogewinn 2 103
Eigenkapital 111 1.539
Börsenwert 1.170 12.390
Gewinn je Aktie 0,27 0,42
Buchwert je Aktie 16 6
Aktienkurs (10.07.) 164 50
KGV 2017 585 120
KBV 11 8

Quelle: boerse.de, eigene Berechnungen des Autors

Man sieht direkt, dass weder das verfügbare Eigenkapital noch das Gewinnniveau hoch genug ist, um eine sinnvolle Dividende zu bezahlen. Wie Amazon müssen daher auch sie noch viele weitere Jahre stark wachsen und das KGV nachhaltig nach unten drücken, um das aktuelle Kursniveau zu rechtfertigen. Die Alternative wäre eine Kurskorrektur, die die Relation zu Gewinn und Buchwert verbessert, aber davon wollen wir an dieser Stelle absehen.

Im ersten Quartal ist Zalando im Vorjahresvergleich erneut um 22 % gewachsen, bei Zooplus waren es sogar 26 %. Für das Gesamtjahr erwartet Zooplus ein Plus von rund 22 % bei neutralem Ergebnis. Zalando ist mit einem Verlust ins Jahr gestartet, will das Wachstumstempo halten und dabei ein leicht positives Ergebnis im Bereich der Vorjahre erwirtschaften.

Beide haben jede Menge Möglichkeiten, durch die Stärkung der internationalen Präsenz, die Gewinnung von Marktanteilen und die Erweiterung des Angebotsspektrums noch über Jahre in diesem Rhythmus zu wachsen. Das bedeutet etwa eine Vervierfachung alle sieben Jahre. Zalando peilt bereits die Marke von 20 Mrd. Euro an, die bis Mitte der 20er-Jahre fallen soll. Um das erreichen zu können, wird heute in die passenden Strukturen investiert. Auf niedrigerem Niveau könnte Zooplus eine ähnliche Entwicklung hinlegen.

Wenn der Zalando-Gewinn mit der gleichen Rate wie der Umsatz steigt, dann würde er sich bis etwa 2024 ebenfalls vervierfachen und das Eigenkapital über die Zeit um 1,7 Mrd. Euro anschwellen. Das KBV würde dann auf unter 4 fallen und man könnte so langsam daran denken, einen größeren Teil des Gewinns auszuschütten. Unter den gegebenen Annahmen würde er 2025 die Marke von einer halben Milliarde überschreiten, 2026 wären es gut 600 Mio. Euro.

Wenn Zalando das komplett ausschüttet, ergibt sich eine nette Dividendenrendite von 5 %, wobei dann mit dem stürmischen Wachstum wahrscheinlich Schluss wäre. Wenn möglich, sollte der Schuhladen stattdessen lieber noch ein paar Jahre so weiterwachsen. Bis 2030 würde der Gewinn dann auf über 1,2 Mrd. Euro hochschnellen – und theoretisch wären endlich nachhaltige Ausschüttungen mit 10 % Rendite auf den heutigen Einsatz möglich. Spätestens 2040 hätten wir unseren Einsatz zurück – und immer noch unseren Anteil an Zalando.

Man braucht eine Vision und einen langen Atem

Während man eine Allianz-Aktie zum aktuellen Kurs problemlos als besseres Sparbuch nutzen kann, ohne sich großartig Gedanken zu machen, muss man bei Zalando oder Zooplus locker mal 20 bis 25 Jahre nach vorne schauen. Denn so wie es aussieht, braucht vor 2030 keiner mit größeren Dividendenzahlungen zu rechnen, und selbst danach ist es nicht gesagt, dass die erhoffte Belohnung tatsächlich kommt. Konstant 10 % nach so langer brotloser und risikoreicher Wartezeit wären ja nicht gerade der Knaller.

Seite 1 von 3

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel