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3 große Pharmaaktien mit hohen Barbeständen: Solltest du dein Geld in sie investieren?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
04.09.2018, 16:22  |  1444   |   |   

Stellt euch einen Stapel 1-Dollar-Scheine vor, der 5.377 Meilen in den Himmel ragt. Das ist eine Menge Geld. Und so viel Geld hatten Ende Juni 2018 nur drei große Arzneimittelhersteller zusammen.

Gilead Sciences (WKN: 885823), Amgen (WKN: 867900) und Johnson & Johnson (WKN: 853260) zählen zu den drei führenden biopharmazeutischen Unternehmen, wenn es um Bargeldbestände geht. Hier erfährst du, was diese Arzneimittelhersteller am ehesten mit all dem Geld tun – und ob du etwas von deinem hart verdienten Geld in sie investieren solltest.

1. Gilead Sciences

Gilead Sciences beansprucht das meiste Bargeld von allen Medikamentenherstellern. Zum 30. Juni 2018 wies die große Biotech-Gruppe liquide Mittel und kurzfristige Anlagen in Höhe von insgesamt 31,7 Milliarden USD aus. Dies war ein Rückgang gegenüber den 32,1 Milliarden USD zum Ende des Vorquartals.

Das Unternehmen erwirtschaftete im zweiten Quartal 2018 einen operativen Cashflow von 1,6 Milliarden USD. Gilead verwendete jedoch den Großteil dieses Betrags für Steuerzahlungen. Das Biotech-Unternehmen griff sogar seine Barreserven für die Dividendenzahlung und den Aktienrückkauf an. Gilead sollte durch seinen anhaltend starken Cashflow, aufgrund seines HIV- und Hepatitis-C-Virus (HCV)-Franchise, in der Lage sein, seinen Kassenbestand weiter zu erhöhen.

Investoren können sich darauf verlassen, dass Gilead seine Dividende auch in Zukunft jährlich um etwa 10 % erhöht, so wie es seit Beginn des Dividendenprogramms im Jahr 2015 der Fall ist. Ich gehe jedoch davon aus, dass Gilead nicht so viel Geld wie in der Vergangenheit für seinen Aktienrückkauf verwenden wird.

Ich denke, dass wir in naher Zukunft einige Akquisitionen bei Gilead sehen werden. Auf die Frage nach der Geschäftsentwicklung in der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal 2018 sagte CEO John Milligan, dass „in der zweiten Jahreshälfte viele Dinge zum Tragen kommen werden“. Obwohl Milligan Ende des Jahres zurücktritt, sagte er, dass sein Weggang die Bemühungen um Transaktionen nicht bremsen sollte.

2. Amgen

Eine weitere große Biotech-Firma liegt nicht weit hinter Gilead. Amgen wies per Ende Juni 2018 liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von fast 29,4 Milliarden USD aus. Ende das ersten Quartals betrug der Bestand 32,2 Milliarden USD.

Amgen gab in der ersten Hälfte des Jahres 2018 13,9 Milliarden USD für Aktienrückkäufe aus. Darüber hinaus wurden 1,8 Milliarden USD zur Dividendenzahlung verwendet. Die Biotech-Firma erwirtschaftete im zweiten Quartal einen beeindruckenden operativen Cashflow von 4,6 Milliarden USD. Allerdings könnte Amgen einen gewissen Druck erleben, da die Umsätze bei einigen seiner umsatzstärksten Produkte angesichts des Biosimilar-Wettbewerbs zurückgehen.

Dies dürfte dem Unternehmen jedoch keine Probleme bei der Fortführung seiner Dividendensteigerungen bereiten. Amgen weist eine der besten Historien für Dividendenerhöhungen auf und steigerte seine Dividende allein in den letzten fünf Jahren um mehr als 180 %.

Bob Bradway, CEO von Amgen, erklärte Anfang des Jahres, dass die Kapitalrückgabe an die Aktionäre durch Rückkäufe und Dividenden nach wie vor oberste Priorität für das Unternehmen hat. Bradway deutete auch die Möglichkeit von Transaktionen an und sagte, dass es „Potenzial für eine attraktive Geschäftsentwicklung“ gebe. In diesem Jahr hat Amgen, wahrscheinlich aufgrund der hohen Bewertungen in der Branche, jedoch bisher keine Akquisitionen getätigt.

3. Johnson & Johnson

Johnson & Johnson (J&J) ist nach Marktkapitalisierung weltweit die Nummer 1 im Gesundheitswesen, auf Basis von Kassenbeständen liegt sie jedoch auf Platz 3. Das Unternehmen wies zum Ende des zweiten Quartals liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 18,1 Milliarden USD aus.

J&J war im vergangenen Jahr sehr aktiv bei Akquisitionen und gab 29,6 Milliarden USD für den Kauf des Schweizer Arzneimittelherstellers Actelion aus. Das Unternehmen ist auch im aktuellen Jahr nicht völlig untätig, aber die Transaktionen waren viel kleiner und konzentrierten sich auf die Stärkung des Medizinprodukte-Segments.

Du kannst sicher sein, dass Johnson & Johnson auch weiterhin mehr Geld für sein Dividendenprogramm bereitstellen wird: Das Unternehmen hat seine Dividende 56 Jahre in Folge erhöht. Es wird voraussichtlich auch weiterhin Aktien zurückkaufen. Der Gesundheitsriese hat ferner langfristige Schulden in Höhe von 29,4 Milliarden USD und könnte deshalb einen Teil seines Geldvermögens zur Rückzahlung verwenden.

Stehen für Johnson & Johnson weitere Akquisitionen im Pharma-Sektor bevor? Möglicherweise. Die Spätphasen-Pipeline fokussiert sich vor allem auf Studien, die sich auf zusätzliche Indikationen für bereits zugelassene Medikamente wie Darzalex, Imbruvica und Tremfya konzentrieren. J&J könnte von etwas „frischem Blut“ in seinem Entwicklungsprogramm profitieren.

Sind sie Käufe?

Von diesen drei Aktien bin ich im Moment am wenigsten von Amgen überzeugt. Das Biotech-Unternehmen hat ein großartiges neues Migränemedikament, Aimovig, und mehrere andere aufsteigende Sterne. Allerdings sieht sich Amgen mit zunehmendem Gegenwind für Enbrel, Neulasta, Aranesp und Epogen konfrontiert. Ich denke, das Unternehmen muss einen Teil seines Geldes für den Kauf von anderen Unternehmen ausgeben, um die Umsatzeinbußen für diese Medikamente auszugleichen. Im Moment ziehe ich es vor, mich bei dieser Aktie zurückzuhalten.

Ich bin nicht allzu begeistert von den Wachstumsaussichten von Johnson & Johnson. Allerdings ist J&J eine Blue-Chip-Aktie, die ich aufgrund ihrer Stabilität und Dividende als eine gute Ergänzung für jedes Anlegerportfolio betrachte. So ziemlich jeder Zeitpunkt ist gut, um J&J zu kaufen, so auch jetzt.

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