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Krisenbarometer Trotz "explosiven" Staatsschulden: Italien auf finanzpolitischem Anti-EU-Kurs

28.09.2018, 12:29  |  4986   |   |   

Die Sorgen der Anleger, dass Italien seine Schulden nicht mehr schultern kann, wachsen. Die Anleihe-Renditen steigen deutlich, die EU spricht von "explosiven" Schulden und mahnt zur Etatdisziplin.

Immer mehr Anleger stoßen italienische Staatsanleihen ab. Die Rendite für zehnjährige Italien-Anleihen stieg schon im frühen Handel um 25 Basispunkte auf 3,13 Prozent. Die Mailänder Börse startete um 2,2 Prozent schwächer.

Die Sorgen der Börsianer, dass Italien durch zu hohe Staatsausgaben den zweithöchsten Schuldenberg in der Euro-Zone nicht mehr in den Griff bekommen kann, wachsen. Vorausgegangen war, dass die italienische Regierung am Donnerstagabend ein Defizitziel für 2019 in Höhe von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes beschlossen hatte.

Das Defizitziel von 2,4 Prozent ist aus Sicht der Finanzmärkte zu hoch. "Alle, die auf eine moderate Neuverschuldung gehofft haben, werden jetzt bitter enttäuscht", sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners laut Reuters. "Wenn Italien in diesem Tempo neue Schulden anhäuft, muss die Frage nach der langfristigen Schuldentragfähigkeit gestellt werden".

Heute morgen rief Pierre Moscovici, EU-Wirtschafts- und Währungskommissar, die italienische Regierung vor dem Hintergrund der neuen Haushaltspläne zur Etatdisziplin auf. Italiens Schulden bleiben laut Moscovici "explosiv". Die EU-Kommission habe kein Interesse an einem Konflikt mit Italien. "Aber wir haben auch kein Interesse daran, dass Italien die Regeln nicht akzeptiert und seine Schulden nicht reduziert", so der EU-Kommissar. Italien muss seinen Haushaltsentwurf für 2019 bis zum 15. Oktober bei der EU-Kommission und der Eurogruppe einreichen.

Der parteilose italienische Wirtschafts- und Finanzminister, Giovanni Tria, hatte sich im Vorfeld für ein Defizitziel von unter zwei Prozent eingesetzt, um die im Hinblick auf Italien nervösen Finanzmärkte nicht noch weiter in Unruhe zu versetzen. Tria konnte sich gegen die Regierungsparteien, die 2,4 Prozent gefordert hatten, nicht durchsetzen.

Quelle:

Reuters

Wertpapier
EUR/USD


6 Kommentare

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Kommentare

Es wäre endlich an der Zeit, dass auch in DE die Steuer reduziert wird... mindestens der Soli wegfällt

Aber nein... Hilfe... das geht ja nicht, mit unseren Steuergeldern müssen wir doch das Modell Europa bezahlen

Wenn jetzt nach dem Brexit auch Italien als Nettozahler wegfällt, zahlen wir eben mehr 👎👎👎
Der Euro ist das gleiche wie die Flüchtlingskrise. Kein Staat in Europa ist auch nur irgendwie souverän, auch wenn die ganze Zeit davon gesprochen wird. Die Wahl in Italien zeigte schon, dass weder Merkels EU Füchtlingspolitik gewünscht wird noch die Euro Währungspolitik.
Für die Fortsetzung der FLüchtlingspolitik wurde scho im Hinterzimmer Frontex ausgearbeitet für die Währungspolitik gibt es einen unabhängigen Wirtschaftsminister. AHA ja, der wird unabhängig sein. Zusätzlich noch einen Präsidenten von der PD, die sich ja schon selbst auflöst. Hauptsache der wird nehme ich an den Migrationsvertrag unterschreiben...
Alles in allem, haben die europäischen Völker gut geschlafen, denn dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist eine Meisterleistung.
Man kann der Sonne auch befehlen, im Westen auf und im Osten unter zu gehen. Wer so etwa glaubt, ist für etablierte Politik qualifiziert.
Da wird sich Draghi mit Merkel treffen müssen. Italien bruacht frisches Geld.

Gut für ihn und andere Schuldenstaaten, ab 2019 kommt das Zwangshypothekgesetz

für Deutsche Hausbesitzer, da steckt viel Musik drin.

https://www.investor-verlag.de/boersen-wissen/kapitalschutz-wissen/immobilieneigentuemer-werden-zur-melkkuh-des-staates/

https://marialourdesblog.com/zwangshypothek-fuer-hausbesitzer-ab-2019-wir-haben-die-loesung/
Zitat von pegasusorion: Hatten wir nicht eine 3% Regel für die max. Neuverschuldung???


Aber auch eine Schuldengrenze i. H. v. 60 % des Bruttoinlandsprodukts. Tatsächlich liegen die Italiener jedoch bereits über 130 % (2,3 Billionen Euro).

Andererseit halten die einfach ihre Wahlversprechen ein. Anders als z. B. Alexis Tsipras (Synaspismos Rizospastikis Aristeras, kurz Syriza, übersetzt „Koalition der Radikalen Linken“) in Griechenland.

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