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w:o Aktiennews Börsengang-Bremse: Streit mit Bosch stört Knorr-Bremse-IPO

01.10.2018, 12:45  |  6054   |   |   

Die Meldung von Morgan Stanley über eine hohe Nachfrage nach Knorr-Bremse-Aktien in der Zeichnungsfrist wird vom Streit mit Bosch über "absprachewidrige" Konkurrenz im LKW-Bremsen-Geschäft überschattet.

Heute Morgen meldete Morgan Stanley als eine der Banken, die im Konsortium mit der Deutschen Bank und JPMorgan den Knorr-Bremse-IPO begleitet, dass schon kurz nach der Öffnung der Orderbücher Zeichnungsaufträge für mehr als 40 Millionen Knorr-Bremse-Aktien vorgelegen hätten. Das entspräche bislang einem Ordervolumen von mindestens 2,9 Milliarden Euro und würde reichen, das Basisangebot und die Platzierungsreserve abzudecken.

Für einen erfolgreichen Börsengang müssten aber in etwa doppelt so viele Aufträge vorliegen wie Aktien zur Verfügung stehen. Knorr-Bremse-Eigentümer Heinz Hermann Thiele habe auch noch eine Aufstockungsoption von acht Millionen Anteilsscheinen, so "Reuters".

Am Samstag wurde bekannt, dass laut dem Knorr-Bremse-Börsenprosekt ein Vertragsstreit mit der Robert Bosch GmbH eskalieren könnte. So wirft der langjährige Partner Bosch dem Bremsenkonzern vor, ihm absprachewidrig bei Lenksystemen für LKWs Konkurrenz zu machen. Bosch wolle deshalb aus dem gemeinsamen LKW-Bremsen-Geschäft in Europa aussteigen. Aus dem Prospekt geht hervor, dass Bosch ein Schiedsverfahren eingeleitet habe, um den Verkauf abzuschließen.

Knorr-Bremse soll aufgrund der Vorwürfe die Bosch-Beteiligung von 20 Prozent, die Bosch an der Tochter Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH und an einer gemeinsamen Firma im Japan hält, für 380 Millionen Euro zurückkaufen. Knorr-Bremse bestreitet aber, dass Bosch das Recht habe, die Verkaufsoption zu ziehen. "Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung hat Bosch sich entschieden, diese Beteiligung grundsätzlich zu überprüfen", sagte eine Bosch-Sprecherin am Samstag laut der "WirtschaftsWoche".

Die Preisspanne für die neuen Knorr-Bremse-Aktien legte die Emittentin auf 72 bis 87 Euro pro Stück fest. Der Thomson-Reuters-Informationsdienst IFR berichtet, dass sich die ersten Angebote in der Mitte der Preisspanne einpendelten. Der Knorr-Bremse-IPO ist für den 12. Oktober im Prime Standard an der Frankfurter Börse terminiert.

Quellen:

Reuters

WirtschaftsWoche

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