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Finanzmärkte Weltbörsen unter Druck: Jetzt kommt die Stunde der coolen Börsen-Köche

11.10.2018, 12:58  |  15154   |   |   

Weltweit geben die wichtigsten Leitindizes deutlich nach. Es wird heißer in der Börsen-Küche. Manche Köche halten die Hitze aus und sehen Chancen bei tieferen Kursen, für andere ist es Zeit, ihre Strategie auf turbulentere Zeiten auszurichten.

Der DAX fiel heute im frühen Handel auf den niedrigsten Stand seit Februar 2017. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, sackte knapp um einen Prozentpunkt ab. Vorher kam es an der Wall Street zu Kurskorrekturen bei allen wichtigsten Indizes. Der S&P 500 und der Dow gaben so stark nach, wie seit Anfang Februar nicht mehr. Die Wall Street-Schlappe griff in der Folge auch auf die asiatischen Märkte über.

Infolge der deutlichen Turbulenzen werden in der Presse Crash-Propheten zitiert und börsianische Horrorszenarien ausgebreitet. So befinde sich der DAX nunmehr im "Crash-Modus", sagte Martin Utschneider vom Bankhaus Donner & Reuschel laut dpa-AFX. Utschneider soll sogar von "Panik" gesprochen haben. Wall Street-Experte Markus Koch berichtet in seinen aktuellen Facebook-Posts davon, dass US-Analysten sogar Vergleiche mit dem Crash von 1987 ("Schwarzer Montag") ziehen und das Analysehaus Guggenheim schrieb, dass sich die US-amerikanische Wirtschaft wie die Titanic mit Volldampf auf einen Eisberg zu bewegen würde. 

Aber noch erscheint die Panikmache der Crash-Propheten als zu voreilig. Die Entwicklung in den nächsten Tagen ist nicht absehbar. Markus Koch bleibt relativ gelassen und bezeichnet die momentane Börsenschwäche an der Wall Street als "kontrollierten Ausverkauf". "Das sind keine Panikverkäufe", sagte Koch. Klar sei, dass sich erst in den nächsten Tagen zeigen werde, ob sich die Börsen wieder erholen oder es noch weiter herunter geht. Aussitzen und nicht in Panik verfallen, wäre jetzt angesagt, so Koch.

Was sind die Gründe für die Kursverluste? Da an der Wall Street vor allem die Zukunft des Wachstums der US-amerikanischen Unternehmen gehandelt wird, liegt es auf der Hand, dass den Aktien-Investoren zurzeit vor allem zwei Entwicklungen nicht schmecken. Zum einen könnte das Wachstum der Unternehmen tatsächlich mittelbar zurückgehen. Dafür spricht die Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF), der vor möglichen Finanzmarkt-Turbulenzen gewarnt und seine Prognosen zum Wachstum der globalen Wirtschaft gesenkt hat. Der IWF warnte zudem vor Auswirkungen auf die Finanzmärkte aufgrund des Handelskrieges zwischen den USA und China.

Die zweite aktienunfreundliche Entwicklung ist die Erwartung vieler Marktteilnehmer, dass die US-Notenbank (Fed) aggressivere Zinserhöhungen durchsetzen könnte. Steigende Renditen an den Anleihenmärkten, machen Anleihen für Anleger attraktiver und drücken auf die Aktienkurse. Es wird damit gerechnet, dass die Fed ihre Zinsen angesichts zuletzt robuster Konjunkturdaten stärker anhebt als zunächst angenommen. US-Präsident Donald Trump ist unzufrieden mit dem Kurs der unabhängigen US-Notenbank. "Ich denke, die Fed ist verrückt geworden", sagte Trump laut "Reuters". Die jüngsten Kursrückgänge an den Börsen seien eine "Kurskorrektur", die seit langem erwartet worden sei, so Trump.

Quellen:

Reuters

dpa-AFX

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