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Volkswagen Nach Klagerede vom VW-Chef: "Mehr von Elon Musk würde Herbert Diess gut stehen"

16.10.2018, 14:24  |  6302   |  11   |   

"Ein bisschen mehr von Elon Musk würde Herbert Diess gut zu Gesicht stehen", war die Reaktion von Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer, nachdem Volkswagen-Chef Herbert Diess von einem "Feldzug gegen das Auto" mit "existenzbedrohenden Ausmaßen" gesprochen hatte.

"Nach meiner Einschätzung malt VW-Chef Diess hier eher ein zu düsteres Bild. Die deutschen Autobauer – so auch VW – haben verstanden, dass man mit Macht in die Elektroautos investieren muß. Von daher muß man sich schneller von alten Zöpfen, wie dem Diesel trennen, und seine Investitionen ganz klar auf Elektromobilität und 48 Volt Hybride konzentrieren. Wenn das nicht gemacht wird, gerät man ins Hintertreffen", sagte Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer exklusiv gegenüber wallstreet:online.

Zuvor hatte Volkswagen-Chef Herbert Diess auf einer VW-Veranstaltung in Wolfsburg gesagt, dass die deutsche Autoindustrie in den kommenden Jahren ihre Spitzenposition am Weltmarkt verlieren könnte, berichtet "Reuters". "Die Herausforderungen seien enorm", sagte der VW-Chef. Er nannte den Handelskrieg zwischen den USA und China, den Brexit sowie die Beziehungen zu Russland und der Türkei.



Auch das neue Abgas-Testverfahren WLTP bringe die Automobil-Industrie "an den Rand Ihrer Leistungsfähigkeit". Der VW-Chef kritisierte strengere EU-Abgasgrenzwerte. "Der jetzige Feldzug gegen die individuelle Mobilität und damit gegen das Auto nimmt jedoch existenzbedrohende Ausmaße an", so Diess. Er denke dabei "an die beinahe hysterische Stickoxiddiskussion um wenige Problemzonen in unseren Städten, die sich in den nächsten Jahren fast von selbst auflösen werden", oder an die neuen CO2-Grenzwerte, die derzeit in Berlin und Brüssel verhandelt, "und die den Automarkt vollständig revolutionieren werden".



Diess sagte aber auch, dass er keine Angst vor dem Strukturwandel habe. Er halte es auch für falsch, ihn aufhalten zu wollen, wie dies in Deutschland beim Kohlebergbau seit Jahrzehnten praktiziert werde. Gleichwohl sehe er den hohen Anteil an Elektroautos vor allem in Deutschland kritisch, weil der für den Antrieb benötigte Strom die Umweltbilanz eher verschlechtere als verbessere.

Zum Thema Arbeitsplatzabbau äußerte sich Diess wie folgt: Allen sei klar, "dass der Strukturwandel dazu führt, dass es weniger Arbeitsplätze in der Automobilindustrie in Deutschland geben wird". Der VW-Chef hatte bereits in der vergangenen Woche vor massiven Jobverlusten wegen der neuen CO2-Grenzwerte gewarnt. In gut zehn Jahren müsse so "etwa ein Viertel der Jobs in unseren Werken wegfallen", insgesamt etwa 100.000 Stellen, so der Vorstandvorsitzende der Volkswagen AG.

"Jetzt über Jobverluste und andere Statements zu versuchen, den Fortschritt aufzuhalten, ist die absolut größte Gefahr. Die Chefs der Autobauer müssen mutiger werden, sonst laufen wir in Gefahr, dass die 'self fulfilling prophecies' der Autochefs eintreten", kritisiert Dudenhöffer.

Quelle:

Reuters

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11 Kommentare

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Kommentare

ok danke nochmals.

Falls es interessiert: bei einer 60W Birne ist die Leistung angegeben, also das was sie ständig "braucht" um zu leuchten. Wenn sie eine Stunde lang durchgehend leuchtet, hat sie 60Wh (Wattstunden) Energie umgewandelt.

Beim Auto ganz genauso, wenn die momentane Leistung beispielsweise 100kW (kiloWatt) ist, ~136PS, und man damit eine Stunde lang konstant fährt, dann hat man 100kWh (kiloWatt-Stunden) Energie aus der Batterie geholt.
Naja und deshalb braucht man eben Energie/Strecke. Leistung/Strecke macht hingegen keinen Sinn.

Leieb Grüße
Martin
Eine 60 Watt Lampe eine Stunde brennen lassen führt zu 60 Wattstunden.

Oder eine 1 Watt LED 60 Stunden lang brennen lassen führt zu 60 Wattstunden.
Zitat von mallemartin: Ok, danke für den durchaus informativen Beitrag. Jetzt fühle ich mich schlecht, dass ich so frech war, sorry! :)

Dann will ich meine kleine Ergänzung geben: Watt pro km macht keinen sinn, da die Leistung eine Augenblicksgröße ist. Ich gehe davon aus, dass Wattstunde, also Wh/km gemeint ist, dann passt alles.

Eine Frage wäre noch interessant: Wie sieht der Verbrauch in der Stadt aus und wie rechnet sich der niedrigere Verbrauch über die Lebenszeit, wenn man den höheren Kaufpreis des Teslas mit einbezieht?

Vielen Dank, Martin


hmm.....ich bin kein Physiker, vielleicht steht da Watt/h im Display, bin gerade weit weg im Urlaub.

Wenn ich von einer 60 Watt Birne rede, müsste dann ja auch Wattstunde gemeint sein, oder?

Zum Verbrauch in der Stadt kann ich wenig sagen, weil der nicht serös zu messen ist. Bei Tempomat auf 150 auf der Autobahn auf identischer Strecke im Durchschnitt auf 10 km gemessen, da kann man aber schon eine Aussage treffen und die ist eben echt übel für den Golf.
Ok, danke für den durchaus informativen Beitrag. Jetzt fühle ich mich schlecht, dass ich so frech war, sorry! :)

Dann will ich meine kleine Ergänzung geben: Watt pro km macht keinen sinn, da die Leistung eine Augenblicksgröße ist. Ich gehe davon aus, dass Wattstunde, also Wh/km gemeint ist, dann passt alles.

Eine Frage wäre noch interessant: Wie sieht der Verbrauch in der Stadt aus und wie rechnet sich der niedrigere Verbrauch über die Lebenszeit, wenn man den höheren Kaufpreis des Teslas mit einbezieht?

Vielen Dank, Martin
Zitat von mallemartin:
Zitat von SchlauerMeier: Bau endlich ordentliche Autos, hinter denen man auf dem Fahrrad keine Gasmaske mehr braucht oder zur Abwechsslung mal ein ordentliches E-Auto und keinen solchen Schrott wie den E-Golf, der mehr Watt pro km braucht, als ein 2,5 Tonnen Tesla.



Watt pro km? Mal wieder richtiger Durchblick hier im Forum...


Das ist leider das Ergebnis deutscher Technikerkunst aus Wolfsburg: Ein Tesla S braucht 183 Watt pro Km bei exakt 150 km/h, ein E-Golf dagegen 213, obwohl sein Akku gerade mal 30% der Power hat, wie der Tesla Akku. Selbst auf der Autobahn HH-Berlin gemessen, da wir leider beide Autos haben. Das Leider bezieht sich auf den Golf!

Warum?

Schlechter CW-Wert, miese Rekrupation, schlechter Akku mit ständig pendelnder Reichweite, keine Absenkung bei hoher Geschwindigkeit. Und das allerschlimmste: Unser Tesla ist von 2015, der Golf von 2018 und trotzdem so mies. Die miese Usability des Golf blende ich dabei mal aus, die kommt noch obendrauf.

Disclaimer

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