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Knatsch in europäischer Rüstungsindustrie Airbus-Boss Enders: Schlimmstenfalls Rüstungsexporte ohne Deutsche

18.02.2019, 12:33  |  2055   |   |   

Laut Airbus-Chef Tom Enders bremst die Bundesregierung mit ihrer restriktiven Exportpolitik die europäische Rüstungswirtschaft aus. Wenn das so weiter gehe, stünden am Ende "german-free-products", sagte Enders in einem Interview mit "Reuters"-Journalisten.

Airbus könnte dazu gezwungen werden, Rüstungs-Produkte ohne deutsche Beteiligung herzustellen, um eine Blockade der Deutschen zu verhindern, sagte der deutsche Konzern-Chef, der im April das Ruder an seinen Nachfolger, den Franzosen Guillaume Faury, übergibt. Enders hoffe aber, dass die Entwicklung hin zu "german-free-products" noch aufgehalten werden könnte.

Der Airbus-Vorstandsvorsitzende machte seinen Unmut gegenüber den politischen Leitlinien der Bundesregierung deutlich: "Es ist einfach so, dass die Deutschen offensichtlich meinen, nur sie hätten eine verantwortliche Rüstungsexportpolitik". Frankreich, Großbritannien und Spanien seien zurzeit "massiv über Berlin verärgert", so der Airbus-Chef.

Konkret sprach Enders den Fall Saudi-Arabien an. So verhindere die Bundesregierung die Lieferung von Eurofighter-Kampfflugzeugen und -Ersatzteilen an Saudi-Arabien. Grund für den Lieferungsstopp der Deutschen war der Mord an dem saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi.

Airbus hat zurzeit erhöhtes wirtschaftliches Interesse daran, dass es in der europäischen Rüstungsproduktion zu keinen weiteren Verzögerungen kommt. Auf die Frage, ob unter den aktuellen Bedingungen das geplante deutsch-französische Kampfflugzeug gebaut werden könne, sagte Enders: "Das kann ich mir nicht vorstellen". Neben den Entscheidungen zum deutsch-französischen Militärflugzeug stünden Entscheidungen bei der Entwicklung einer europäischen Drohnen-Waffe an, erklärte Enders.

Vor der Kritik von Enders forderte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen in München eine gemeinsame Rüstungsexportpolitik der Europäer.

Quelle:

Reuters



3 Kommentare

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Kommentare

Erschreckend waere, wenn der Ruestungsexportstopp tatsaechlich nur am Fall Kashohggi laege und nicht am Voelkermord im Jemen, der Unterstuetzung von Al Kaida und Co in Syrien und der Verbreitung des radikalsten Islams in der ganzen Welt:

Graphic report lays bare the horrific suffering of #Yemen civilians. But as almost always with US UK media, there’s no mention of the massive US UK role in arming and facilitating the Saudi bombing and blockade that has mainly caused the suffering to occur.

https://www.dailymail.co.uk/news/article-6705209/Twelve-year…

Bild: https://i.dailymail.co.uk/1s/2019/02/14/17/9817616-6705209-Starving_Fatima_is_one_of_ten_million_Yemenis_brought_to_the_bri-a-2_1550163744464.jpg
:confused:Total über Kurs.
Ich kenne, beobachte die EADS seit 20 Jahren.
Der Wert darf nicht höher stenen als 40€! Was man da bestaunen darf, ist eigentlich nur noch
traurig. Aber gut- die Beteiligungen..
Krass! Die wagen es tatsächlich alle rumzujammern, wenn endlich mal minimal etwas gegen das schlimmste getan wird, was es in dieser Welt gibt!?!?

Wie lange heißt es schon, dass keine Waffen in Krisengebiete exportiert werden dürfen?

Und wenn das dann tatsächlich mal unterbunden wird, dann wird sich auch noch beschwert????

Das ist als ob man in einer Stadt die Waffenheler ungestraft Waffen verkaufen lässt, dann nach Jahren mal einer hochgenommen wird und dieser sich dann vor Gericht zieht und sich aufs Gewohnheitsrecht bezieht! Er müsse für seine Geschäfte schließlich Planungssicherheit haben.

Mann Mann Mann ...

Und eigentlich gibt es zu diesem Thema doch einen breiten Konsens über alle Parteien und erst recht in der Bevölkerung:

Rüstungsexporte sind der schlimmste Unheil und gehören weltweit geächtet und verboten.

Hat irgendwer nicht diese Meinung?

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