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Aktienmärkte ignorieren Konjunkturabschwung

Gastautor: mack-weise
11.04.2019, 08:31  |  905   |   |   

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 haben die internationalen Notenbanken die Zinsen auf den tiefsten Stand seit 5.000 Jahren abgesenkt, und finanzieren die inzwischen weltweit exponentiell wachsenden Schuldenberge auch noch per Inflationspolitik. Da die „Währungshüter“ mit dieser historisch beispiellosen Geldpolitik immer größere Risiken für die Stabilität des heutigen Finanzsystems erzeugen, haben wir die Investitionen in unseren Fonds in den letzten Jahren immer stärker auf Edelmetalle und Edelmetallminenaktien fokussiert.

Konjunktur: Das Gros der Ökonomen kann zwar noch keine Rezessionsgefahren für die Weltwirtschaft erkennen, aber auch die OECD musste jetzt einräumen, dass die globale Expansion „deutlich an Dynamik verliert“. Gut ablesbar ist dieses im stark schwächelnden Welthandel, der nach neuesten CBP-Welthandelsmonitor-Daten zwischen November 2018 und Januar 2019 sogar den größten Rückgang seit Mai 2009 verzeichnete. Die nun vorgenommene Abwärtsrevision der deutschen Wachstumsprognose von 1,6% auf 0,7% durch die OECD konnte dabei angesichts des Falls des Industrie-Einkaufsmanagerindex (PMI) auf ein 80-Monatstief und eines Industriesektors, dessen Auftragseingänge und Exportorders mittlerweile Rückgänge wie zu globalen Finanzkrisen-Zeiten verzeichnen, kaum überraschen. Auch für China sagt die OECD eine Wachstumsabschwächung voraus, welche sich im Einbruch der Februar-Exporte um 20,7% im Vergleich zum Vorjahr zeigt. Aber auch in den USA schwächeln viele wichtige Wirtschaftsindikatoren, wie der kräftige Einbruch des Verbrauchervertrauens beispielhaft zeigt. Zudem invertierte der Spread von dreimonatigen und zehnjährigen US-Renditen erstmals wieder seit August 2007, was als starkes Zeichen für eine bevorstehende Rezession gilt. Zwar versuchte Chicagos Fed-Chef Evans mit seinem Einwand, dass die Inversion der Renditekurve „in der Vergangenheit häufig falsche Signale ausgesendet hätte“, zu beschwichtigen, doch ändert dieses nichts an dem Fakt, dass noch immer jeder US-Rezession eine Inversion der Zinskurve vorausging.

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Wertpapier
Gold


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Kommentare

Ihre Fonds und Verlautbarungen lese ich seit vielen Jahren. Ich habe doch sehr den Eindruck gewonnen, dass seit vielen Jahren ihr Fazit feststeht:

"Das Geldsystem wird scheitern und Gold(minenaktien) bieten Schutz davor."

Neue Entwicklungen werden so interpretiert, dass sie das seit Jahren feststehende Fazit belegen.

Fakt ist aber, dass der Goldwert nicht aufgrund eines dringenden Bedürfnisses bestimmt wird. Gold wird nur wenig gebraucht, um die Industrie Laufen zu halten. Trotz der Inflationierungen der Notenbankbilanzen, entwickelt sich Gold mäßig.

Aber richtig katastrophal entwickeln sich seit Jahrzehnten Goldminenaktien.

Der ARCA Goldminenindex steht unter seinem Startzeitpunkt vor über 20 Jahren. Gerade unter den Goldminenanhängern finden sich viele Skeptiker, die alles möglich Schlechte vermuten. Dass aber gerade Goldminen seit Jahren enttäuschende Gewinne ausweisen, wird von ihnen gerne übersehen. Der Trick ist dann immer der Gleiche: "Belastungen werden als außerordentlich deklariert und so haben die Goldförderer plötzlich ein positives EBIT." Belastungen aufgrund Strafzahlungen wegen verletzter Umweltauflagen, Wassereinbrüchen usw. stellen jedoch keine außerordentlichen Ereignisse dar, sondern kommen Jahr für Jahr vor."

So werden Jahr für Jahr positive EBITs von den Analysten für ihre Goldminenaktien prognostiziert und Jahr für Jahr enttäuschen die Goldförderer (wegen angeblich außerordentlicher Belastungen).

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