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Kakao Entwicklungsminister fordert gerechtere Kakao-Produktion

Nachrichtenagentur: Redaktion dts
17.06.2019, 02:00  |  847   |   |   
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat angesichts der Preisturbulenzen auf dem Kakaomarkt die Verbraucher aufgefordert, sich auf höhere Preise einzustellen. "Wir brauchen gerechtere Marktbeziehungen und müssen endlich bereit sein, faire Preise zu zahlen! In Deutschland sind das vielleicht ein paar Cent mehr für eine Tafel Schokolade - für die Familien, die vom Kakaoanbau leben, ist das eine Frage der Existenz", sagte Müller den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). "Von den 100 Milliarden Euro Gewinn, die der weltweite Kakaohandel abwirft, landen gerade einmal sechs Prozent bei den Erzeugern. Das ist der bittere Beigeschmack der süßen Schokolade: Die Menschen, die dafür in den Plantagen schuften, verdienen nicht einmal das Nötigste zum Leben - das hat fatale Folgen", sagte Müller weiter.

Die Preise für Kakao waren am Mittwoch stark angestiegen, nachdem die zwei wichtigsten Produktionsländer einen Verkaufsstopp verkündet hatten. Die beiden westafrikanischen Länder Ghana und Elfenbeinküste forderten bei einem Treffen mit Käufern in Accra am Mittwoch einen Mindestpreis von 2.600 Dollar (2.302 Euro) pro Tonne des Schokoladenrohstoffes. Beobachter rechnen langfristig mit steigenden Preisen, die Auswirkungen auf die Kosten von Schokolade und anderen Kakaoprodukten auch in Deutschland hätten. Der Entwicklungsminister sagte, der drastische Schritt beider Länder sei ein "Weckruf". Er hoffe daher sehr, dass die höheren Mindestpreise auch tatsächlich bei den Kakaobauern. Jeder Verbraucher könne darüber hinaus sofort etwas für die Erzeuger in den Herkunftsländern tun und "sich beim täglichen Einkauf für fair gehandelte Schokolade und Lebensmittel entscheiden", riet Müller.
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So ehrenwert das Anliegen des Entwicklungsminister Gerd Müller von der CSU auch sein mag, so wenig wirtschaftlichen Sachverstand beweist er mit seiner Behauptung, dass von den 100 Milliarden Euro Gewinn, die der weltweite Kakaohandel abwirft, gerade einmal sechs Prozent bei den Erzeugern landeten.
Gewinne ergeben sich nach Abzug aller Kosten. Wenn also die 6% nicht gerade gespendet oder verschenkt werden, sondern als Beschaffungskosten für den Rohstoff anfallen, dann mindern sie den Gewinn, werden aber nicht daraus bezahlt.

Als Folge seiner Forderung, der Verbraucher möge doch bitte für Kakaoprodukten mehr bezahlen, würden nicht die mit der Erzeugung Beschäftigten mehr erhalten, sondern der Gewinn um weitere Milliarden steigen. Warum sollte dem auch nur eine Verbraucher zustimmen?

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