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"Sag' mir, wo du stehst!" Die Klimapropaganda nervt

Gastautor: Rainer Zitelmann
04.10.2019, 17:18  |  2792   |   |   

Kann man den Klimawandel als ernstes Problem betrachten und trotzdem genervt sein von der allgegenwärtigen Klimapropaganda? Die Anhänger der Gretabewegung wollen uns einreden, entweder teile man ihre Panik oder man sei im Zweifel ein gefährlicher "Klimaleugner". Dazwischen gibt es nichts. Wirklich nicht? Viele Menschen sind zunehmend genervt von den Weltuntergangspropheten, obwohl sie die Probleme des Klimawandels ernst nehmen. Was sie nervt, ist die Dauerpropaganda, der sich kein Fernsehzuschauer und Zeitungsleser mehr entziehen kann. Jedes ungewöhnlich erscheinende Wetterereignis, ob nun besondere Hitze, Starkregen oder Sturm wird reflexartig als Beleg für die bevorstehende Apokalypse gewertet. Jemand wie der Kabarettist Dieter Nuhr - der selbst zu den Mitbegründern der Grünen gehörte - löst bei Anhängern der Klimabewegung einen Sturm der Empörung aus, weil er es sich wagt, humorvoll Kritik an Greta Thunberg vorzubringen.

"Sag' mir, wo du stehst!"

Es herrscht eine Stimmung, die an das Lied aus der DDR "Sag' mir, wo du stehst!"   erinnert: So wie seinerzeit jeder einen "festen Klassenstandpunkt" vertreten musste, so muss heute jeder eine klare, eindeutige Meinung zu einem komplizierten Thema wie dem "Klimawandel" haben. Begründung: 99 Prozent der Wissenschaftler hätten hierzu die gleiche Meinung - eine Zahl, die übrigens nicht belegt ist. Aber es genügt nicht einmal, den Klimawandel als ernstes Problem zu sehen und die Ansicht zu vertreten, er sei ganz oder überwiegend von Menschen gemacht. Die von Greta Thunberg angeführte Bewegung verlangt mehr: Wir sollen alle in Panik verfallen.

In der Zuwanderungsdebatte wurde von Vertretern der gleichen politischen Richtung stets gemahnt, Angst sei kein guter Ratgeber in der Politik. Jetzt ist Panik auf einmal Bürgerpflicht.

Panik und Massenhysterie haben jedoch in der Geschichte noch niemals etwas Positives bewegt, aber dafür viel Schlimmes. Zuerst verhindern sie eine rationale Diskussion. Andersdenkende werden nicht als Diskussionspartner gesehen, sondern als Ungläubige. Rationale Lösungen hat man von Greta Thunberg und ihren Anhängern noch nicht gehört. Die zentrale Forderung lautet, dass die Wirtschaft nicht mehr wachsen dürfe. Der Kapitalismus soll abgeschafft werden, so meinen viele Anhänger der Bewegung, weil er für den Klimawandel verantwortlich sei. Tatsächlich haben Kapitalismus und Wirtschaftswachstum dafür gesorgt, dass in den letzten Jahrzehnten weltweit mehr als eine Milliarde Menschen bitterer Armut entkommen sind. Die Probleme von Hunger und Armut werden jedoch von den Vertretern einer extrem Europa- und Amerika-zentrischen Bewegung, systematisch verdrängt. Wenn die Welt bald untergeht, sind alle anderen Probleme - so etwa Hunger und Armut - bedeutungslos.

Über rationale Wege, wie dem Klimawandel beigekommen werden kann, findet man keine sinnvollen Diskussionsbeiträge von dieser Bewegung. Greta Thunberg hatte einmal die Frage gestellt, ob Kernkraft nicht doch eine Lösung sein könnte, doch die empörten Reaktionen ihren Anhänger brachten sie schnell zum verstummen.

Vermutlich bewirkt die allgegenwärtige Klimapropaganda bei vielen kritischen, selbstständig denkenden Menschen bald genau das Gegenteil des Intendierten. Störend wirken die Allgegenwärtigkeit und Aufdringlichkeit der Propaganda, störend wirkt die Unduldsamkeit gegen die "Nicht-Gläubigen", störend wirken die aufgeladene Emotionalität, der moralische Rigorismus und die fehlende Rationalität. All dies sind Merkmale von totalitären Bewegungen und politischen Religionen, die in der Geschichte viel Unheil über die Menschen gebracht haben.

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7 Kommentare

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Kommentare

Diese ganze Klimadiskussion seitens der Politik ist eine einzige Heuchelei.

Was soll es bringen, den Preis für Dieselkraftstoff weiter zu erhöhen ?
Auf jeden Fall nicht weniger Verbrauch, sondern mehr Profit für die Konzerne.
Genauso wie ein Verbot von Ölheizungen, nur anders gelagert.

Sinnvoll wäre eine Dezentralisierung der Energieerzeugung, um die Leitungsverluste und damit den Bedarf zu senken. Es soll sogar ein Dorf geben, dass auf diesem Gebiet autark lebt.
Da das aber nicht im Sinne der Energiekonzerne ist, wird es dazu nicht kommen und solche erfolgreichen Modelle wie das des o.g. Dorfes werden tot geschwiegen.
DDR 2.0 kommt näher. Die Partei, die Partei, die hat immer recht und sie ist nun grün statt rot. Die Stasi war damals bei der Gründung der GRÜNEN dabei, haben die selber erforscht (siehe Wikipedia). Aber müssten das nicht Dritte prüfen?

M.E. sind die GRÜNEN keine Umweltpartei - erwarte ich von Büro-Stadtmenschen auch nicht - da ist viel Fassade, man nutzt halt die Welle. Und wenn Fridays for Future die Welle ins Kanzleramt ist, an den großen Fleischtopf, gerne.
Das ist grober Unfug.

Erstens gibt es weit wichtigere Probleme, Beispiel Klima-Posterchild Bangladesh, Flaechenverlust pro Kopf seit 1950:

durch steigenden Meeresspiegel: 0%
durch Bevoelkerungswachstum: 73%


Zweitens waren die Folgen der Erwaermung aus der kargen, duerren Kleine Eiszeit positiv, vor allem fuer die Biosphaere und Nahrungsmittelproduktion, alleine ca 50% mehr Photosynthese dank CO2 Duengung.


Drittens sind Klimamodelle nun nicht mehr mit Messdaten kompatibel. Erstmals konnte das IPCC deshalb in AR5 keinen zentralen Schaetzwert mehr fuer die wichtigste Klimagroesse, die Klimasensitivitaet, angeben. Auch die Carbon Budgets sind wieder falsch berechnet.
https://twitter.com/marcelcrok/status/1106145988849401858


Viertens hat D bereits jetzt mehr als jedes andere Land verplempert. Ergebnis:

- Anteile Wind/Strom an Primaerenergie: deprimierende 1.5%/3.2% (schoengerechnet)
- Hoechste Verbraucherstrompreise in Europa
- CO2 freie AKWs abgeschaltet
- Schummelei bei der Verbuchung dreckiger Biomasse (in Wirklichkeit schlimmer als Kohle)
- keine CO2 Einsparung seit Ausrollen der Pseudo-Energiewende


Fazit:

- Totalversagen von Politik, Gruener Lobby, Medien und vor allem beratenden Klima-"Wissenschaftlern"

- Wind/Solar ist in D gescheitert. Es geht einfach so nicht.

- ein wenig bringen wuerde Gas statt Kohle, neue AKWs oder Warten, dass H2 Wirtschaft sich jemals rechnet und dann Import von H2 aus Wuestenstaaten.

- vorher wird den D aber das Geld ausgehen, wegen Demographie und Merkels katastrophalen, einsamen Entscheidungen.

- man sollte sich den draengenden und weit groesseren Problemen zuwenden, Bevoelkerungswachstum, Migration und aufziehenden Totalitarismus.
ich finden der Artikel bringt die Situation perfekt auf den Punkt, wie in Deutschland die Diskussionskultur vor die Hunde geht und schuld sind nicht die "rechten Hater" allein, sondern eben auch die dort beschriebenen Phänomene der deutschen "Weltbeglücker".

Wer 2015 vorsichtig nach dem fragte, was heute alle wissen, war "Ausländerhasser" und "Menschenfeind". Wer darauf hinweist, dass die Zahl der Ertrunkenen deutlich gesunken ist, seit die "Seenotretter" weniger aktiv sind, dass ein Schiff in Italien wegen Absprache mit Schleppern beschlagnahmt wurde (Jugend rettet), will "Menschen ertrinken lassen". Und der Greta kritisiert, dem sind mindestens die Enkelkinder egal, wenn er nicht "Klimaleugner" ist oder Morddrohungen gegen das Mädchen gut findet.

Einfach nur krank - miesteste Unterstellungen.
Es passiert doch in Sachen Klimaschutz so gut wie gar nichts. Politiker fürchten nur noch den Druck der von der Straße. Politiker haben auch erkannt, dass der Klimaschutz ein ernsthaftes Problem. Aber tun sie was? Lächerlich wenig tun sie! Also das Problem zu kennen ist ne Voraussetzung fürs Handeln, aber für sich allein genommen gar nichts wert. Genau die Leute, die hier ihr Genervtsein zur Schau stellen, sind genau der Grund warum Politiker so gut wie nix tun. Denn Politiker trauen sich nur so viel wie sie Rückhalt in der Bevölkerung zu haben scheinen. Wer die Dringlichkeit des Klimawadelns ERNSTHAFT verstanden hat, klagt nicht so wehleidig über ein bisschen pillepalle-Berichterstattung. Es gibt außerdem keine verordnete Panik als Bürgerpflicht. Auch ein doppelter Doktortitel (echt jetzt?) schützt nicht vor Polemik und Ich-Antworten auf ungestellte Fragen wie der Vergleich mit der DDR-Geschichte. Ja, man darf natürlich seine Meinung sagen. Es ist nur ziemlich lächerlich fehlende Toleranz für das Anderssein oder das Andersdenken in der Klimadebatte zu kritisieren, wenn der Beweis des menschengemachten Klimawandels doch längst erbracht ist. Fakten sind Fakten. Und Meinungen sind Meinungen.

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