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Mutares Lohnt der Sanierungsexperte (doch wieder) einen zweiten Blick?

Nachrichtenquelle: Nebenwerte Magazin
13.11.2019, 08:00  |  576   |   |   
Scale | Mutares: Lohnt der Sanierungsexperte (doch wieder) einen zweiten Blick?

Nachdem wir vor einigen Tagen unser Exclusivinterview mit Robin Laik, CEO und Hauptaktionär der Mutares AG (gemeinsam mit Arne Amann CFO der Beteiligung Balcke Dürr ) veröffentlichten, einen Vergleich zwischen Aurelius und Mutares anstellten, freut es uns nun heute einen Gastbeitrag von Michael C. Kissig zu veröffentlichen:

Mit Mutares verbindet mich als Aktionär eine wechselhafte Beziehung. Vor drei Jahren stieg ich bei €11 ein und begleitete das Unternehmen etwas mehr als ein Jahr. Nur. Denn eigentlich investiere ich langfristig in ausgesuchte Unternehmen, doch bei Mutares hatte sich vieles schlechter entwickelt als gedacht. Und so entschied ich mich Anfang 2018, dem Unternehmen den Rücken zu kehren - die erzielte Rendite von 78% war mehr als erfreulich und ich denke, die darauf folgende Entwicklung über die letzten anderthalb Jahre hat mir weitgehend Recht gegeben mit meiner ziemlich pessimistischen Einschätzung.

Doch nun bin ich wieder bei der Mutares SE & Co. KGaA investiert. Und das, obwohl nicht alle meine früheren Kritikpunkte restlos ausgemerzt sind; doch das Unternehmen und sein Management haben deutliche Fortschritte in mehreren Bereichen erzielt und angesichts der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bieten sich für einen Sanierungsexperten momentan interessante Perspektiven. Daher erscheint mir Mutares auf dem gegenwärtigen Kursniveau und wieder aussichtsreich (genug) zu sein. Trotz einiger Stolpersteine...

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Rückblick: Meine Kritikpunkte

Bevor ich mich der Zukunft zuwende, muss ich in die Vergangenheit blicken. Denn mein Ausstieg bei Mutares war ja nicht nur der sich abschwächenden Autokonjunktur geschuldet, sondern hatte mehrere Gründe. Und die arbeite ich mal einfach ab.

Beginnen möchte ich mit meiner letzten Einschätzung vom 22.02.2018:

Mutares befindet sich operativ auf gutem Kurs; die neue Cluster-Strategie des Unternehmens erscheint aussichtsreich und war für mich ja auch der Grund, Ende 2016 auf den Turnaround zu setzen. Gestern Abend, direkt nachdem die Meldung um 19:27 herausgegeben wurde, habe ich meine Mutares-Aktien komplett glattgestellt. Zwischen meinem Ankaufskurs von 11 Euro und dem Verkaufskurs von €19,27 liegen inkl. der zwischenzeitlichen Dividendenzahlung gut 78%. Das kann sich mehr als sehen lassen. Natürlich ist nicht nur die Unsicherheit über die Trennungsgründe und der möglicherweise belastende Aktienverkauf über einen längeren Zeitraum mein einziger Beweggrund. Nein, die Bewertung von Mutares ist bei Kursen von €20 einfach nicht mehr so attraktiv. Das Unternehmen selbst weist seinen NAV bei knapp über €20 aus und bei meinem Einstieg zu €11 bestand hier ein enormer Sicherheitsabschlag. Diesen hat der Kurs inzwischen vollständig abgebaut, so dass weitere Kurssteigerungen "nur" noch künftige Potenziale abbilden. Allerdings beinhaltet der NAV bei Mutares auch bereits die künftig erwarteten Restrukturierungserfolge. Man rechnet sich also bereits frühzeitig reich.

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