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Wie viel ist Steinhoff jetzt noch wert? Ein Überblick für Anleger

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
17.11.2019, 08:33  |  6349   |   |   

Die Aktie von Steinhoff International (WKN: A14XB9) macht in letzter Zeit weder Investoren noch Tradern richtig Freude. Recht unmotiviert tendiert der Kurs seitwärts, mit sinkender Tendenz. Da stellt sich die Frage, ob sich daran in Zukunft etwas ändern könnte und was man über den Wert der Holding aussagen kann.

Drei Wege zur Wertermittlung

Weg Nr. 1: Die Marktkapitalisierung
Bei einer Aktie, die seit vielen Quartalen zwischen 5 und 25 Eurocent pendelt, läuft man Gefahr, nur noch den Kurs zu sehen und das Unternehmen dahinter aus den Augen zu verlieren. Doch auch ein Pennystock kann noch über einen bedeutenden Wert verfügen, wenn es nur genügend Aktien gibt. Im Fall von Steinhoff summieren sich diese beim Kurs von 6 Eurocent (15.11.2019) auf immerhin noch knapp 0,3 Mrd. Euro.

Damit liegt Steinhoffs aktuelle Marktkapitalisierung noch immer im Bereich von kleineren SDAX-Konzernen wie Dr. Höhnle (WKN: 515710) oder ADVA Optical (WKN: 510300). Das heißt, dass Steinhoff noch immer eine Größenordnung einnimmt, die mittel- bis langfristig ein nachhaltig profitables Geschäft impliziert. Nach meiner Daumenregel sollte ein verlustmachendes Unternehmen, das Teil einer klassischen Branche ist (also nicht zum Beispiel Cloudsoftware oder Biotech), auf absehbare Zeit Nettogewinne von 10 % der Marktkapitalisierung schreiben.

Bei Steinhoff wären also mindestens 25 Mio. Euro nötig, solange die vorhandene Substanz keine weitere Unterstützung bietet.

Weg Nr. 2: Das Eigenkapital
Gerade bei der Substanz, also dem Buchwert, sieht es bei Steinhoff düster aus. Noch für März 2018 wurden 3,65 Mrd. Euro genannt, was großartig wäre im Vergleich zur über 90 % geringeren Marktkapitalisierung. Doch nach weiteren Abschreibungen und Verlusten sowie dem Abzug der Minderheitenanteile an Pepkor lag Steinhoff zum 31. März 2019 plötzlich unter Wasser. Mit knapp einer Milliarde negativem Eigenkapital sahen sich Anleger seither konfrontiert, und jeden Tag wird es schlimmer.

Damit sich an dieser Todesspirale etwas ändert, muss der operative Turnaround Fahrt aufnehmen, denn auf den Schuldenberg von rund 9 Mrd. Euro (13.08.2019, zuzüglich Darlehen der operativen Töchter) müssen hohe Zinszahlungen geleistet werden: Die Zins- und Finanzierungskosten belaufen sich auf 483 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019! Sämtliche Erfolge fließen daher in die Taschen der Fremdkapitalgeber, die sich möglicherweise – genauso wie die sündhaft teure Legion aus Rechtsberatern, Wirtschaftsprüfern und Restrukturierungsexperten – eine goldene Nase am Siechtum von Steinhoff verdienen.

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