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Marktkommentar: Patrick Picenoni (CONREN): Neues Denken für ungewöhnliche Zeiten
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Marktkommentar Patrick Picenoni (CONREN): Neues Denken für ungewöhnliche Zeiten

Nachrichtenquelle: Asset Standard
02.12.2019, 14:05  |  245   |   |   

Wie strukturiert man in der Spätphase des Konjunkturzyklus ein robustes Portfolio, um optimal aufgestellt zu sein?

An den Anlagemärkten herrscht derzeit aus vielerlei Gründen Verunsicherung. Als politische Störfaktoren sind beispielhaft der offene Brexit-Prozess, der wachsende Populismus in Europa oder der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China zu nennen. Gleichwohl ist das weltweite Wirtschaftswachstum nach wie vor positiv: In den Kernmärkten USA und China ist keine Rezession erkennbar, und die Arbeitslosenquoten befinden sich vielerorts an historischen Tiefstpunkten.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich für Anleger eine Reihe zentraler Fragen: Wie geht es weiter? Wie soll man sich in der Spätphase des Konjunkturzyklus positionieren? Und last but not least: Wie strukturiert man ein robustes Portfolio, um beim nächsten Trendbruch optimal aufgestellt zu sein?

Wir möchten uns den Antworten nicht mit den in unserer Branche üblichen quantitativen Modellen nähern, sondern Ansätze nutzen, die auf Vertreter der „Österreichischen (Wiener) Schule“ der Ökonomik zurückgehen – einem Denkmuster, auf das wir auch im Rahmen unserer Top-Down-geprägten Marktanalyse (vgl. “M3 -Anlagemonitor“, Makro-Mikro-Markt) einen Schwerpunkt legen.

Exkurs: Was sind die Kerngedanken der „Wiener Schule“?

Vertreter der „Wiener Schule“, als deren Gründer Carl Menger (1840-1921) gilt, vertreten eine heterodoxe Meinung in der Volkswirtschaftslehre. Zentral ist die Idee der evolutorischen Schöpfung von Wissen durch den Unternehmer und die Betrachtung der dynamischen Unsicherheit wirtschaftlicher Abläufe. Die Schule betont die Bedeutung der einzelnen Menschen und deren individueller Vorlieben für die wirtschaftlichen Prozesse. Anhänger dieser Theorierichtung sind davon überzeugt, dass die Zukunft ungewiss ist, weil sie durch das Handeln der Menschen überhaupt erst hervorgebracht wird. Modellrechnungen oder „Prognosen“ halten sie für Pseudowissenschaft, jedwede mathematische Darstellungsform volkswirtschaftlicher Zusammenhänge ist ihnen ein Gräuel, weil sich die Ökonomik von den Naturwissenschaften gerade dadurch unterscheidet, dass hier das Objekt der Untersuchung zugleich handelbares Subjekt ist.

Um die Brücke für die Portfoliokonstruktion zu schlagen, sind weitere Kernelemente der ökonomischen Betrachtungsweise hervorzuheben, so unter anderem:

a) Die Unterscheidung zwischen Preis und Wert („price is what you pay and value is what you get“). Die Perspektive der Wiener Schule regt dazu an, sich vom Preisdiktat zu emanzipieren und wertorientiert zu wirtschaften. Essentiell ist, relative und nicht absolute Preise zu betrachten. In diesem Zusammenhang stellen sich Fragen wie: „Steigen die Aktienmärkte aufgrund realer Wertschöpfung oder bloß, weil die Kaufkraft der jeweiligen Währungen nachlässt?“.

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