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Forex-Report Klartext zu Trumps Twitterei, Streik in Paris und Digitalsteuern 

Gastautor: Folker Hellmeyer
05.12.2019, 10:54  |  818   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1083 (07:12 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1067 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 108.79. In der Folge notiert EUR-JPY bei 120.57. EUR-CHF oszilliert bei 1.0949.    

Täglich geht es hin und her. Ob ein Handelsdeal zwischen Peking und Washington wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher wird, entscheidet sich an der Tagesform von US-Präsident Trump auf seinem Twitter-Account und seiner emotionalen Gefühlslage. Das ist zunehmend absurd.

Allein diese Tatsache sollte ein Katalysator für den Rest der Welt (85% des Welt-BIP, 95% der Weltbevölkerung) sein, sich von dieser US-Drangsalierung Stück für Stück zu emanzipieren. Die Ansätze sind erkennbar, aber zu zart, insbesondere in Kontinentaleuropa. Ich nehme Paris wohlmeinend von dieser Kritik aus (Berlin?).

Frankreich bereitet sich auf einen der größten Streiks im öffentlichen Dienst wegen der Rentenreform vor. Macron will das veraltete Rentensystem vereinfachen, das viele verschiedene Pensionsformen umfasst und mit Generationengerechtigkeit nicht deckungsgleich ist. Macron fordert ein punktebasiertes System, wonach jeder Rentner für jeden eingezahlten Euro die gleichen Rechte habe.

Das Rentensystem Frankreichs stammt aus den Zeiten des Kalten Krieges. Die geteilte Welt eröffnete seinerzeit Raum für Europa, üppige Sozialsysteme aufzubauen, die in Zeiten der globalisierten Weltwirtschaft anachronistisch sind. Aus diesem Grund suchen Unternehmen in Frankreich maßgeblich nur temporär begrenzte Arbeitsverhältnisse. Genau das untergräbt die Chancen der jungen Generation und Dynamik in der Forcierung des Potentialwachstums.

Um dieses Thema mit Kontext zu befüllen, macht es Sinn einen Blick auf die weltweiten Gesamtausgaben für die soziale Sicherung zu werfen.

Im Jahre 2012 hatten die EU 39,6% aller weltweiten Ausgaben für Sozialsicherung ausgegeben. Damals lag der Anteil der EU am WELT-BIP bei circa 17%. Der Anteil der EU an der Weltbevölkerung stellte sich seinerzeit circa auf 7%.


© Bertelsmann-Stiftung, Vision Europe Summit

Weder die EU, noch die Eurozone oder Frankreich und Deutschland können sich der normativen Kraft des Faktischen unserer Welt entziehen.

Manch ein Europäer glaubt offensichtlich, dass man als in Europa Geborener Anspruch auf „silberne Löffel“ hat. Dem ist aber definitiv nicht so, auch wenn es sich so anfühlt.

Nur was der Leistungskörper der Ökonomie dauerhaft generiert, kann in Teilen im Rahmen von Umverteilungen in einem Wohlfahrtsstand landen.

Wer hoch geflogen ist (Anteil der EU an globalen Sozialleistungen), kann durch unangemessene Politik eben auch tief fallen.

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