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Marktkommentar: Jörg Angelé (BANTLEON): EZB ist bemüht, Handlungsbereitschaft zu demonstrieren
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Marktkommentar Jörg Angelé (BANTLEON): EZB ist bemüht, Handlungsbereitschaft zu demonstrieren

Gastautor: Asset Standard
04.05.2020, 10:35  |  206   |   |   

Im Rahmen ihrer Sitzung nahm die EZB vor allem Anpassungen an bestehenden Massnahmen vor - Banken kommen noch günstiger an EZB-Geld.

30.04.2020 -

Im Rahmen ihrer Sitzung nahm die EZB vor allem Anpassungen an bestehenden Massnahmen vor. So kommen Banken im Rahmen des TLTRO III-Programms nun noch günstiger an Notenbankgeld. Als neues Instrument wurden sieben neue Refinanzierungsgeschäfte (PELTROs) mit einer Laufzeit von rund einem Jahr und einem negativen Zinssatz beschlossen. Beide Massnahmen sollen unserer Meinung nach dazu dienen, Verspannungen am Geldmarkt zu verhindern und zielen in erster Linie auf Banken aus der Eurozonen-Peripherie. Insbesondere für italienische Institute werden nun Carry Trades, sprich das Leihen von Notenbankgeld zum Kauf von Staatsanleihen immer interessanter. Das Volumen der diversen Anleihenkaufprogramme wurde zwar nicht erhöht, die generelle Bereitschaft zu einem solchen Schritt aber mehrfach betont. Wir gehen davon aus, dass die EZB das Volumen des PEPP auf 1.500 Mrd. EUR verdoppeln wird.

Banken kommen noch günstiger an EZB-Geld

Auf den ersten Blick lässt die Stellungnahme zur heutigen Zinsentscheidung vermuten, die EZB habe erneut tief in ihren geldpolitischen Werkzeugkasten gegriffen. Auf den zweiten Blick wird aber deutlich, dass es sich vornehmlich um Anpassungen bereits bestehender Massnahmen handelt. Neu sind lediglich die angekündigten PELTROs (Pandemic Emergency Longer-Term Refinancing Operations). Es handelt sich dabei um sieben Refinanzierungsgeschäfte, in deren Rahmen sich Banken zu einem Zinssatz von 25 Bp unterhalb des Hauptrefinanzierungssatzes – derzeit also -0,25% – in unbegrenztem Umfang Geld bei der Zentralbank leihen können. Das erste dieser Geschäfte wird im Mai stattfinden. Die Fälligkeit wird für alle sieben Tranchen zwischen Juli und September 2021 liegen. Dies dürfte vor allem für italienische Banken attraktiv sein und lädt zu Carry Trades ein. Mit billigen EZB-Krediten zu Negativzinsen könnten z.B. 2‑jährige italienische Staatsanleihen erworben werden, die aktuell bei 0,60% rentieren. Darüber hinaus kündigte die Notenbank an, die Bedingungen der TLTRO III weiter zu lockern. Demnach wird der Zinssatz für diese Geschäfte mit einer Laufzeit von drei Jahren zwischen Juni 2020 und Juni 2021 maximal bei 50 Bp unterhalb des Hauptrefinanzierungssatzes liegen – derzeit wären das ‑0,50%. Für Banken, die ihre Kreditvergabe ausweiten, wird der Zinssatz im äussersten Fall sogar auf 50 Bp unterhalb des Einlagensatzes sinken. Derzeit wären das -1,00%. Diese Massnahmen sollen unserer Einschätzung nach zu einer Entspannung am Geldmarkt beitragen. Hier waren die Geldmarktsätze zuletzt deutlich über den Einlagensatz (-0,50%) der EZB angestiegen (z.B. 3‑Monats-Euribor auf -0,16%). Ausserdem sahen sich die Banken zuletzt einer hohen Kreditnachfrage gegenüber. Insgesamt kann man die Entscheidung als eine Art versteckte Leitzinssenkung interpretieren. Sie hilft vor allem Banken mit erschwertem Zugang zum Geldmarkt.

Volumina der Anleihenkäufe vorerst unverändert

Hinsichtlich der diversen Anleihenkaufprogramme gab es keine Änderungen. Im Rahmen des Asset Purchase Programme (APP) sollen monatlich so lange Anleihen im Volumen von 20 Mrd. EUR erworben werden, wie dies erforderlich ist, um die akkommodierende Wirkung der niedrigen Leitzinsen zu verstärken. Die Käufe sollen erst kurz vor einer etwaigen Leitzinsanhebung eingestellt werden. Darüber hinaus werden bis zum Ende dieses Jahres im Rahmen des APP weitere Anleihen im Volumen von in Summe 120 Mrd. EUR gekauft. Rund 43 Mrd. EUR dieser Käufe wurden im März und April bereits getätigt...

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel "EZB ist bemüht, Handlungsbereitschaft zu demonstrieren" von Jörg Angelé.


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