Einschätzung BioNTech-Impfstoff auf der Überholspur: Jetzt zuschlagen oder auf Rücksetzer warten?

14.07.2020, 15:14  |  42810   |   |   

Die Börse feiert die deutsche Impfstoff-Hoffnung BioNTech. Die Aussicht auf einen Durchbruch bei der Suche nach einem Corona-Heilsbringer beflügelt auch die Rendite-Phantasien der Anleger. Am Dienstagnachmittag stand der Kurs 16 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag.

Hintergrund: Die Mainzer hatten am Montag eine wichtige Hürde im Wettrennen um einen Corona-Impfstoff genommen. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA genehmigte ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für zwei Impfstoff-Kandidaten, die BioNTech gemeinsam mit dem amerikanischen Pharmakonzern Pfizer entwickelt.

Experten sind allerdings noch zurückhaltend – trotz der guten Nachrichten. „Ein wichtiger Schritt, aber kein signifikanter Schritt“, sagt Klaus Brune, Leiter des Börsenressorts im Platow Verlag, exklusiv gegenüber wallstreet:online. Denn die USA stünden angesichts der hohen Infektionszahlen besonders unter Druck, endlich einen Impfstoff zu bekommen. „Der Sieg über Corona ist zu einer nationalen Angelegenheit geworden, ähnlich wie die erste Mondfahrt. Die USA müssen einfach einen eigenen Wirkstoff finden, und zwar schnell. Deswegen hat ja auch schon Moderna für seinen Heilsbringer den Fast Track-Status erhalten, und jedes weitere Medikament, das einigermaßen vielversprechend aussieht, wird ihn ebenfalls erhalten.

Erst seit Oktober 2019 an der Börse (Ausgabepreis 15 US-Dollar), ist BioNTech durch die Corona-Pandemie unverhofft ins Rampenlicht gerückt. Wer als Anleger von Anfang an dabei war, hat sein Kapital mittlerweile mehr als verfünffacht. Und das, obwohl kommerzielle Erfolge bislang auf sich warten lassen. Ein Covid-Impfstoff könnte für solch einen Erfolg sorgen. Es sei denn, Moderna, AstraZeneca oder eines der vielen anderen Unternehmen, die sich an diesem Wettlauf beteiligen, haben zuerst Erfolg“, merkte Klaus Brune an.

Die Konkurrenz schläft nicht. Mehr als 160 Impfstoff-Kandidaten sind laut einer Studie von Ernst&Young derzeit in der Pipeline. Wer glaubt, dass BioNTech das Rennen macht, sollte dennoch auf günstigere Einstiegskurse warten, rät Brune. „Ich denke, der Kursanstieg am Montag übertreibt die zu erwartenden Gewinnverbesserungen.“ Sein Fazit: „Abwarten auf Kursrücksetzer in Enttäuschungsphasen – und die wird es geben. Wer unbedingt will, sollte sich mit einem Abstauberlimit bei etwa 65 US-Dollar auf die Lauer legen und das Engagement auf jeden Fall mit einem Stopp bei 55,50 US-Dollar (aktuelle 38-Tage-Linie) absichern.

 

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion

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