Technologie-Blase 2.0 ?

Gastautor: Jörg Wiechmann
30.07.2020, 11:02  |  213   |   |   

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Trotz Pandemie-bedingt weltweit schwerster Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Börse vom Corona-Schock in atemberaubendem Tempo erholt. Gemessen am weltweiten Börsenindex liegen die Kurse im laufenden Jahr nur noch leicht im Minus. Alles halb so wild also mit der Wirtschafts-Krise, die Corona der Welt bringt? Nicht ganz. Tatsächlich täuscht der Börsenindex derzeit über das wahre Bild hinweg. Die Börsenwelt ist zweigeteilt, wie selten zuvor. Während die Aktienkurse von Airlines, Ölkonzernen, Banken, Autoherstellern und zahlreichen anderen Branchen am Boden liegen, ist nur eine Branche auf Rekordjagd: Technologie. Die US-Tech-Börse Nasdaq stand im Juli bereits 20% höher als am Jahresanfang. Und das nicht trotz, sondern gerade wegen Corona. Schließlich bescherte uns die Pandemie einen wahren Hype bei Online-Shopping, Home-Office, Video-Konferenzen, kontaktlosem Bezahlen und Cloud- Services. Kein Wunder, dass die Geschäfte bei Microsoft, Apple, Amazon, Google & Co. brummen. Aktionäre von Tech-Konzernen erkennt man aktuell an einem breiten Lachen. Amazon-Gründer Jeff Bezos stellte sogar einen neuen Rekord auf, als der Kurs der Amazon-Aktie am 20. Juli um 8% anstieg und den Chef des Online-Händlers damit um 13 Milliarden Dollar reicher machte. Einen so hohen Vermögenszuwachs einer Einzelperson an einem einzigen Tag hatte es im weltweiten Milliardärs-Index von Bloomberg zuvor noch nie gegeben. Angelockt von solchen Meldungen hat sich der Hype um Technologie-Aktien mittlerweile verselbstständigt: Vor allem junge Anleger, sogenannte Millennials, stürmen derzeit an die Börse. Der Online-Broker Comdirect meldet eine Verfünffachung der Depoteröffnungen und verzeichnet so viele Neu-Börsianer wie zuletzt im Jahr 2000. Die ING-Diba zählt dieses Jahr gar schon über 200.000 neue Depots, soviel wie nie zuvor. Noch wilder geht es in den USA zu: Dort verzeichnet der neue Digital-Broker Robinhood über 3 Millionen Depoteröffnungen. Die Neu-Kunden, meist Millennials, machen über die Smartphone-Trading-App ihre ersten Gehversuche an der Börse und setzen dabei auf die boomenden Tech-Aktien. Ältere Börsenhasen mögen sich angesichts dieser Entwicklung schon fast an die Technologie-Blase zur Jahrtausendwende erinnert fühlen: Auch damals war es die Schar meist junger, unerfahrener Neu-Aktionäre, die über die neuen Direkt-Broker den Kursgewinnen der schillernden Technologie-Aktien nachjagten - und am Ende bitterböse Verluste einfuhren. Im IAC sehen wir die aktuelle Tech-Hausse daher mit gemischten Gefühlen. Zwar hatten wir bereits im März die Digitalisierungs-Gewinner Visa und Amazon in unseren Club-Fonds aufgenommen und freuen uns dort seither über 30 bzw. 40% Kursgewinn. Nach dem Motto von Super-Investor Warren Buffett „Werde gierig, wenn andere ängstlich sind und ängstlich, wenn andere gierig sind“, sollte man sich aber besser nicht von der allgemeinen Tech-Euphorie anstecken lassen. Vielmehr ist eine breite Streuung über verschiedene Branchen das Gebot der Stunde. Im IAC halten wir zwar immerhin rund 25% Tech-Aktien, mit denen wir vom laufenden Boom profitieren. Rund 75% unserer internationalen Qualitätsaktien stammen aber aus Corona-bedingt darniederliegenden Branchen mit teils ausgebombten Aktienkursen. Damit profitieren wir zwar aktuell nur zum Teil vom Tech-Boom. Im drohenden Fall eines jähen Endes dieses Trends sind wir aber auch weitgehend geschützt und profitieren zudem vom Aufholpotenzial der anderen Branchen.

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