Führt die zweite Corona-Welle zu einer zweiten Abwärtswelle?

Gastautor: Sven Weisenhaus
24.09.2020, 10:03  |  1956   |   |   

Vorgestern hatte ich geschrieben, dass es wenig plausibel ist, die Kursverluste vom Montag mit Konjunkturdaten zu begründen, welche auf eine langsamere Wirtschaftserholung hindeuten. Denn derartige Daten gab es auch in der Woche zuvor, was aber nicht zu fallenden Kursen geführt hatte. Und derartige Daten gab es auch heute, wobei die Aktienindizes wieder nicht nachgaben, sondern sogar steigen konnten.

Schwächere Konjunkturdaten, steigende Kurse

Um 9:30 Uhr wurden die Schnellschätzungen zu den Einkaufsmanagerdaten aus Deutschland veröffentlicht. Und diese bestätigen andere Daten, wonach die Erholung der deutschen Wirtschaft von der Corona-Rezession an Tempo verliert. Der Gesamt-Einkaufsmanagerindex, der die Geschäfte von Industrie und Dienstleistern zusammenfasst, fiel für September um 0,7 auf 53,7 Punkte. Es ist der zweite Rückgang in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem deutlich besseren Wert von 54,1 Zählern gerechnet.

IHS Markit Gesamt-Einkaufsmanagerindex Deutschland

Eigentlich sind das also eher schlechte Nachrichten. Doch immerhin liegt der Frühindikator noch komfortabel oberhalb der Schwelle von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird – und das nun den dritten Monat in Folge. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum der DAX nach Veröffentlichung der Daten von 12.740 auf bis zu 12.830 Punkte weiter zulegen konnte, nachdem er bereits recht stark in den Handel gestartet war. Gegenüber dem Schlusskurs des Vortages von nur rund 12.600 Zählern summierte sich das Kursplus im Tageshoch auf über 1,8 %.

Zweiteilung der Wirtschaft durch steigende Corona-Infektionen

Ein Blick auf die Details zeigt allerdings, dass die wieder steigenden Infektionszahlen erneut Spuren in der Wirtschaft hinterlassen. Denn gerade den Einkaufsmanagern aus dem Dienstleistungsbereich, der auf möglichst uneingeschränkte Freizeitaktivitäten der Menschen angewiesen ist, bereitet die Wiedereinführung von Restriktionen zunehmend Sorgen. Das entsprechende Stimmungsbarometer für den Service-Sektor fiel um 3,4 auf 49,1 Zähler und signalisiert mit dem zweiten Rückgang in Folge bereits wieder schrumpfende Geschäfte.

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