ROUNDUP 2 Airbus stoppt Geldabfluss in Corona-Krise - Weniger Jobs in Gefahr

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
29.10.2020, 17:17  |  188   |   |   

(neu: Interview-Aussagen von Finanzchef Asam zu Stellenabbau, Finanzlage und A321XLR, aktualisierte Aktienreaktion)

TOULOUSE (dpa-AFX) - Die Corona-Pandemie und der geplante Abbau tausender Jobs haben den Flugzeugbauer Airbus im Sommer tief in die roten Zahlen gerissen. Doch die Airbus-Spitze um Konzernchef Guillaume Faury sieht in der wohl bisher schwersten Krise der Luftfahrtbranche auch Grund zur Hoffnung. So lieferte Airbus zuletzt wieder mehr Flugzeuge aus. Und es gelang dem Management, den milliardenschweren Geldabfluss vom ersten Halbjahr zu stoppen. Außerdem sollen in Deutschland und Frankreich weniger Jobs wegfallen als zunächst geplant.

An der Börse wurden die Nachrichten eher positiv aufgenommen. Am Donnerstagnachmittag lag die Airbus-Aktie mit 0,54 Prozent im Plus bei 62,00 Euro und lag damit im Mittelfeld des MDax und im französischen Leitindex Cac 40 . Allerdings hatte das Papier im allgemeinen Kursrutsch an den Märkten am Tag zuvor spürbar verloren. Seit dem Jahreswechsel hat die Aktie rund die Hälfte an Wert eingebüßt.

Im dritten Quartal zogen vor allem Rückstellungen für den Stellenabbau den Airbus-Konzern tief in die Verlustzone. Weil das Unternehmen für die erwartenden Abfindungen 1,2 Milliarden Euro zur Seite legte, stand unter dem Strich ein Fehlbetrag von 767 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Airbus hier noch einen Gewinn von 989 Millionen erzielt.

Im laufenden Geschäft brach der Umsatz wegen der gebremsten Auslieferung von Passagierjets im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro ein. Der um Sonderkosten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) sackte um 49 Prozent auf 820 Millionen Euro nach unten, fiel aber höher aus als von Analysten im Schnitt erwartet.

Zudem konnte das Management den Geldabfluss im laufenden Geschäft stoppen. Auf die ersten neun Monate gesehen belief sich das Minus aber immer noch auf 11,8 Milliarden Euro. Für das vierte Quartal peilt Faury hier mindestens eine ausgeglichene Entwicklung an.

Dass es bisher nicht schlimmer kam, lag auch an dem Kurzarbeitergeld in den Airbus-Heimatländern Deutschland und Frankreich. Laut Finanzchef Dominik Asam wird der Konzern deshalb weniger Jobs streichen als ursprünglich geplant. Weltweit dürften dadurch "ein paar Tausend Stellen" weniger wegfallen als die zunächst genannten 15 000, sagte der Manager im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Außerdem werde der Konzern Mitarbeiter etwa bei der Forschung an Wasserstoffantrieben einsetzen, die von den Regierungen finanziell gefördert wird.

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