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Bundesbank kritisiert Bafin Verbot von Wirecard Leerverkäufen unbegründet - Staatshaftung für Anleger?

Gastautor: Roland Klaus
07.12.2020, 10:25  |  18370   |   |   

Paukenschlag im Wirecard-Skandal: Die Bundesbank fällt der Bafin in den Rücken. Das Verbot von Leerverkäufen in Wirecard-Aktien sei wissenschaftlich unbegründet gewesen. Was heißt das für geschädigte Anleger?

Aus heutiger Sicht klingt der Satz wie aus einer anderen Epoche, dabei ist er weniger als zwei Jahre alt: Leerverkäufe in Wirecard-Aktien stellten eine „ernstzunehmende Bedrohung für das Marktvertrauen in Deutschland“ dar, argumentierte die Finanzaufsicht Bafin im Februar 2019. Konsequenz: Die Behörde verbot Short Selling in der Aktie des Finanzdienstleisters für zwei Monate.

Heute wissen wir: Die Bafin schützte mit dieser Maßnahme die Betrüger. Deshalb steht die Finanzaufsicht seit Monaten auch völlig zu Recht in der Kritik. Für das kommende Jahr steht auch eine Schadensersatzklage an, in der zu klären sein wird, ob der Staat für das Fehlverhalten der Bafin haften muss (sog. Staatshaftung). Es geht um viel Geld für geschädigte Wirecard-Anleger.

Haben Sie als Wirecard-Anleger Anspruch auf Schadensersatz im Rahmen der Staatshaftung? Lassen Sie hier Aussichten und Kosten eines Vorgehens kostenlos prüfen!

Umso brisanter ist nun, dass sich die Deutsche Bundesbank öffentlich gegen die Bafin stellt. Es gebe keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Leerverkäufe einzelner Aktien zu einer Verunsicherung des Gesamtmarktes führten, so die Notenbank. Dies geht aus einer Antwort der Bundesbank auf eine parlamentarische Anfrage des Bundestagsabgeordneten Danyal Bayaz (Grüne) hervor, aus der die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitiert.

In 2019 habe die Bundesbank untersucht, ob sich die Kursschwankungen der Wirecard-Aktie signifikant auf den Gesamtmarkt auswirken. Dies sei jedoch nicht feststellbar gewesen. Dieses Ergebnis sei der Bafin mitgeteilt worden, von dieser jedoch ignoriert worden, als sie das Leerverkaufsverbot beschlossen habe. Damit, so der Grünen-Abgeordnete Bayaz, habe sich die Bafin Verschwörungstheorien zu eigen gemacht, denen zufolge Wirecard Opfer von Marktmanipulationen sei und geschützt werden müsse. Die Bafin habe damit dazu beigetragen, dass der Betrug viel größer wurde, als er hätte sein müssen.

Vor dem Hintergrund der anstehenden Staatshaftungsklage von geschädigten Wirecard-Anlegern ist diese Entwicklung äußerst brisant. Denn die Aussagen der Bundesbank erhöhen den Druck auf die Bafin erheblich und werden mit Sicherheit auch Gegenstand des Klageverfahrens werden.

Was heißt das nun für geschädigte Wirecard-Anleger? Immer deutlicher wird, dass es drei aussichtsreiche Wege gibt, für Verluste mit Wirecard-Papieren entschädigt zu werden: Erstens, die Klage gegen den langjährigen Wirecard-Wirtschaftsprüfer EY. Zweitens, die Anmeldung von Forderungen im Insolvenzverfahren der Wirecard AG. Und drittens, das Verfahren auf Staatshaftung wegen Amtsmissbrauch von Bafin-Mitarbeitern.

Letzteres ist zwar weitgehend Neuland vor deutschen Gerichten. Doch zeigen die Besonderheiten des Wirecard-Falls, dass wir es mit schwerwiegenden Verfehlungen der Aufsichtsbehörde zu tun haben, die nun auch von der Bundesbank bestätigt werden.  Verstärkt wird das noch von der Tatsache, dass Bafin-Mitarbeiter in erheblichem Masse mit Wirecard-Aktien spekuliert haben. Daher dürften die Chancen auf eine Entschädigung durch Staatshaftung sehr realistisch sein.

Die IG Widerruf begleitet geschädigte Wirecard-Anleger bei allen drei Verfahren (EY-Klage, Insolvenzanmeldung, Staatshaftung). Im Rahmen einer kostenlosen Prüfung wird zunächst festgestellt, in welcher Höhe Schadensersatzansprüche vorliegen und welche Kosten mit einem Vorgehen verbunden sind. Zudem bieten wir für die Klage gegen EY eine Prozessfinanzierung an, bei der lediglich im Erfolgsfall Kosten entstehen. Anleger müssen dabei für die Leistungen von Anwalt und Gericht nicht in Vorleistung gehen.

Ein ähnliches Modell prüfen wir derzeit auch für die Staatshaftungsklage in Sachen Bafin sowie für die Anmeldung der Forderungen im Insolvenzverfahren. Auch dazu Näheres im Rahmen der kostenlosen Prüfung bei der IG Widerruf.

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7 Kommentare

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Kommentare

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08.12.20 21:25:31
Ich kann Sie verstehen es gab schon viele Skandale ob Telekom, Millennium Solar , VW, oder 2009 bei der Finanzkriese nichts passiert.

Schauen Sie mal Frontal , Arte Reportagen, da gibt es ja einige Sendungen die vieles aufdecken nichts passiert , leider warum auch immer? :look:
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08.12.20 08:26:34
Die BAFIN hat die Kleinanleger durch ihr amateurhaftes Verhalten nicht nur im Stich gelassen, sie hat sie mithilfe ihrer (beabsichtigten?) Unfähigkeit schlicht und ergreifend beschissen. Wenn sie dafür nicht gerade steht, kann man sie auch gleich abschaffen.
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07.12.20 23:52:36
Zitat von sliceanddice: Jahre vor dem Zusammenbruch gab es immer wieder ernste Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei Wirecard. Wer trotzdem dabei geblieben ist, wollte zocken. Beim zocken ist die Verlustwahrscheinlichkeit hoch. Damit muss man rechnen. Gezockt und dann verzockt.
Davon abgesehen: Welcher Kleinanleger hätte sich mit Leerverkäufen helfen können? Es wäre nur noch viel schneller runter gegangen. Wo kein Schaden (durch das Leerverkaufsverbot), da kein Schadenersatz fürs verzocken.


FALSCH!
Es ist so wie es ist: die Anleger haben sich auf die unmittelbaren und mittelbaren Aussagen der BaFin verlassen und dies auch dürfen. Die Schuld liegt bei der BaFin, daß sie - obwohl sie hätte wissen können - nichts nach außen dringen ließ was gegen Wirecard sprach, aber um so mehr alles was Wirecard in ein positives Licht stellte. Sie haben praktisch Wirecard hofiert! Das ist Irreführung des Marktes und Amtsmissbrauch und führt zur Haftung - nachrangig zum Insolvenzverfahren und der Haftung von EY.
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07.12.20 21:46:10
Bei Enron wurden die Privatanleger NICHT bis zu 1 Mio voll entschädigt, und auch nicht vom Staat. Bitte Belege für diese irreführende Aussage.
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07.12.20 18:59:18
Jahre vor dem Zusammenbruch gab es immer wieder ernste Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei Wirecard. Wer trotzdem dabei geblieben ist, wollte zocken. Beim zocken ist die Verlustwahrscheinlichkeit hoch. Damit muss man rechnen. Gezockt und dann verzockt.
Davon abgesehen: Welcher Kleinanleger hätte sich mit Leerverkäufen helfen können? Es wäre nur noch viel schneller runter gegangen. Wo kein Schaden (durch das Leerverkaufsverbot), da kein Schadenersatz fürs verzocken.

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Bundesbank kritisiert Bafin Verbot von Wirecard Leerverkäufen unbegründet - Staatshaftung für Anleger? Paukenschlag im Wirecard-Skandal: Die Bundesbank fällt der Bafin in den Rücken. Das Verbot von Leerverkäufen in Wirecard-Aktien sei wissenschaftlich unbegründet gewesen. Was heißt das für geschädigte Anleger?

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