Finger-Weg-Aktien in 2021

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
27.01.2021, 14:06  |  15729   |   |   

Wir bei The Motley Fool sind gerne optimistisch. Es gibt viele tolle Unternehmen, für die man sich begeistern kann.

Trotzdem muss immer alles seine Verhältnismäßigkeit behalten, und da wird es inmitten der Börseneuphorie zu Beginn des neuen Jahres immer öfter mal dünn. In unseren Augen sind Anleger aktuell bei einigen Aktien zu optimistisch und unbedacht. Deswegen stellen unsere Autoren hier die Aktie vor, von der sie 2021 auf jeden Fall die Finger lassen würden.

Ralf Anders: Plug Power

Wasserstoff ist eines der großartigsten Investitionsthemen in diesem und im nächsten Jahrzehnt. Davon bin ich seit langem völlig überzeugt. Aber muss man es deswegen gleich dermaßen übertreiben? Plug Power (WKN: A1JA81) wird am 19. Januar mit sage und schreibe 31 Mrd. US-Dollar bewertet! Manche glauben anscheinend, dass der integrierte amerikanische Spezialist den Markt zukünftig dominieren wird. 

Um diese Bewertung zu untermauern, müsste das Unternehmen schließlich bis in 10 Jahren nachhaltig mehr als 1 Mrd. US-Dollar Gewinne schreiben – netto und weiter wachsend. Im laufenden Jahr ist jedoch gerade einmal mit rund einer halben Milliarde Umsatz zu rechnen und Gewinne sind noch nicht in Sichtweite. 

Nun lockt zwar starkes Nachfragewachstum, aber die Konkurrenz ist groß und es ist mit einem stetig sinkenden Preisniveau zu rechnen. Selbst wenn es richtig gut läuft, würde ich maximal mit mittleren einstelligen Nettomargen rechnen. Von daher müsste sich der Absatz wohl etwa verhundertfachen, wenn Anleger auf diesem Kursniveau auf lange Sicht eine Rendite sehen wollen. Das ist aber in meinen Augen reines Wunschdenken. Es ist nicht erkennbar, dass Plug Power die „Secret Sauce“ besitzt.

Ralf Anders besitzt keine Aktien von Plug Power.


Caio Reimertshofer: Nikola Corporation

Nikola (WKN: A2P4A9) hat in seiner jungen Börsengeschichte bereits einiges mitgemacht. Letztes Jahr ist das Unternehmen mittels eines Reverse-Mergers an die Börse gegangen. Gleich zu Beginn gab es ein Kursfeuerwerk, vor allem angetrieben durch spektakuläre News, die der Gründer und (ehemalige) Executive Chairman, Trevor Milton, verkündet hat.

Wo es nur möglich war, inszenierte Trevor Milton sein Unternehmen Nikola als Innovator im Wasserstoffbereich. Nikola würde mit seiner Technologie der Konkurrenz meilenweit voraus sein. Diese zugegeben gute Marketingstrategie hat den Kurs der Nikola-Aktie zu Beginn sehr befeuert. Allerdings folgte bald ein Shortseller-Bericht von Hindenburg Research, der einige Ungereimtheiten an das Tageslicht brachte. Der Kurs ist eingebrochen und hat sich seither nicht wirklich erholt.

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