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Ist ein schwacher Euro gut für die (Export-)Wirtschaft?

Macht ein schwacher Euro die (Export-)Wirtschaft stark?

Die Gemeinschaftswährung ist einst mit den allerhöchsten Ansprüchen gestartet. Sie sollte die große Ersatzleitwährung zum US-Dollar werden. Tatsächlich stieg der Euro 2008 bis auf ca. 1,60 Dollar. Aktuell jedoch liegt er auf einem 5-Jahrestief und das Erreichen der Parität ist nicht ausgeschlossen. Manche (Geld-)Politiker stört das überhaupt nicht. Sie glauben sogar, dass ein schwacher ein wirtschaftlich starker Euro ist.  

Zinsparitätentheorie: Schwache Zinsen = schwache Währung

Was bewegt Wechselkurse? Die Zinsparitätentheorie besagt, dass das Geld in jene Länder fließt, die die höchsten Zinsen bieten, was insofern deren Wechselkurse treibt. Da scheint was dran zu sein: Höhere Anleiherenditen in den USA gegenüber Deutschland haben den Euro gegenüber US-Dollar seit 2014 klar geschwächt.

Umgekehrt wird auch ein Schuh daraus: Würde die EZB ihren von der Bundesbank geerbten Auftrag zur Preisstabilität ernst nehmen, käme bald eine wahre Inflation an Zinserhöhungen auf die Eurozone zu. Der Euro müsste regelrecht fliegen.

Ja, die EZB wird im Juli die Leitzinswende einleiten. Nein, eine Inflationsbekämpfung mit Leidenschaft ist nicht zu erwarten. Der große hässliche Inflations-Pickel wird nicht konsequent mit Zinserhöhungen beseitigt. Er wird lediglich kosmetisch, mit Makeup abgedeckt.  

Lieber mehr Inflation als weniger Export

Tatsächlich drängt sich dem aufmerksamen Betrachter der Eindruck eines „Trade-Off“ auf: Die zinsseitige Inflationsbekämpfung lässt man schleifen, um den Euro zu schwächen. Als Aufputschmittel soll er die Wirtschaft Europas und vor allem ihre außenhandelsstarken Branchen fit machen. 

Aber ist das ein Erfolgsrezept? Länder wie Griechenland, Italien, Spanien und Portugal haben in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts permanent gegenüber dem Hartwährungsland Deutschland abgewertet. Und haben sie sich zu exportgetriebenen Wachstumstempeln entwickelt? Oder ist Deutschland mit seiner legendär starken D-Mark zum Armenhaus des Außenhandels geworden?

Das Gegenteil war der Fall. Deutschland hat sich der Herausforderung des „Fluchs“ der starken Währung gestellt. Mit industrietechnischen Innovationen, beständigen Produktivitätsfortschritten und auch günstig importierten Rohstoffen haben wir diese Aufgabe mit Bravour gemeistert. Unser konsequentes Leistungsprinzip hat uns zum Exportweltmeister gemacht.

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Gastautor: Robert Halver
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