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Devisen: Euro steigt zum Dollar zeitweise auf höchsten Stand seit Juni
Foto: Dylan Calluy - unsplash

Devisen Euro steigt zum Dollar zeitweise auf höchsten Stand seit Juni

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Montag zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende Juni gestiegen. In der Spitze kletterte die europäische Gemeinschaftswährung bis auf fast 1,05 US-Dollar. Bis zum Nachmittag fiel der Kurs aber merklich zurück. Der Euro wurde mit knapp 1,04 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0463 (Freitag: 1,0375) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9557 (0,9638) Euro.

Aussagen aus der EZB gaben dem Euro zeitweise Auftrieb. Präsidentin Christine Lagarde stellte angesichts der Rekordinflation in der Eurozone weitere Leitzinserhöhungen in Aussicht. "Wir sind entschlossen, die Inflation auf unser mittelfristiges Ziel zurückzuführen und die dafür notwendigen Maßnahmen zu ergreifen", sagte Lagarde vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments. Man werde die Zinsen auf ein Niveau anheben, welches sicherstelle, dass die Inflation zeitnah auf das mittelfristige EZB-Ziel von zwei Prozent zurückkehre.

Noch eindeutiger hatte sich zuvor der niederländische Notenbankchef Klaas Knot geäußert: "In Europa müssen wir uns auf einen längeren Zeitraum vorbereiten, in dem die Währungshüter sich auf die Wiederherstellung der Preisstabilität konzentrieren müssen." Eine übermäßige Straffung der Geldpolitik zu konstatieren, sei zum jetzigen Zeitpunkt "eher ein Scherz". Die Finanzmarktakteure sind sich derzeit uneins, ob die EZB die Zinsen im Dezember um 0,50 oder erneut um 0,75 Prozentpunkte anheben wird. Steigende Zinsen machen eine Währung für Anleger attraktiver und stützen den Kurs.

Der Devisenmarkt ist angesichts der Lage in China aber von einer großen Unsicherheit geprägt. Davon profitierten am Montag vor allem der japanische Yen und der Schweizer Franken. Die Proteste in China gegen die Covid-Restriktionen sowie die verschärften Sanktionen der USA gegen chinesische Technologieunternehmen ließen die Risikowahrnehmung zunehmen, schreiben die Ökonomen der DekaBank. In den vergangenen Tagen ist es in China zu den größten Demonstrationen seit Jahrzehnten gekommen. Der Unmut richtet sich gegen die strikten Maßnahmen der chinesischen Null-Covid-Politik wie wiederholte Lockdowns, Massentests und Zwangsquarantäne.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86606 (0,85885) britische Pfund, 144,90 (144,62) japanische Yen und 0,9872 (0,9836) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1747 Dollar gehandelt. Das waren etwa sieben Dollar weniger als am Freitag./jsl/bgf/jha/

Die Währung EUR/USD wird aktuell mit einem Minus von -0,03 % und einem Kurs von 1,039USD gehandelt.




Nachrichtenagentur: dpa-AFX
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