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     133  0 Kommentare LBBW-Chefvolkswirt Kraemer warnt vor neuer Euro-Schuldenkrise

    Für Sie zusammengefasst
    • Hohe Verschuldung einiger Euro-Länder könnte Währungsraum in Krise stürzen.
    • Euro-Schuldenkrise begann 2010, EZB stützte Währungsraum ab 2012.
    • Kraemer warnt vor bedenklicher Haushaltsentwicklung in Frankreich und Italien.

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die hohe Verschuldung einiger Euro-Länder könnte den Währungsraum mittelfristig wieder in eine tiefe Krise stürzen. Davor warnt der Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Moritz Kraemer. "Wenn sich die aktuelle Entwicklung fortsetzt, kann ich mir eine solche Krise noch in diesem Jahrzehnt vorstellen", sagte Kraemer am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Frankfurt.

    Die Euro-Schuldenkrise gilt als bisher größte Bewährungsprobe des jungen Währungsraums. Sie nahm ihren Anfang mit der Staatsschuldenkrise Griechenlands im Jahr 2010 und griff rasch auf weitere Länder wie Irland, Portugal oder Spanien über. In der Hochphase wurde sogar über den Zusammenbruch des Euroraums spekuliert. Als entscheidende Wende gilt das Jahr 2012, als die Europäische Zentralbank (EZB) begann, den Währungsraum mit potenziell unbegrenzten Staatsanleihekäufen zu stützen.

    Kraemer bewertet vor allem die Haushaltsentwicklung der großen Euro-Länder Frankreich und Italien als bedenklich. Frankreich hatte im vergangenen Jahr seine Neuverschuldungsziele mit einem Defizit von 5,5 Prozent gerissen. Italiens Haushaltslage ist noch schlechter und geht nicht zuletzt auf eine großzügige Sonderregelung zur Hausrenovierung zurück, den sogenannten "Superbonus". Die Gesamtverschuldung liegt in beiden Ländern deutlich über der Marke von 100 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

    Für das einstige Sorgenkind Griechenland, dessen Schuldenquote in den vergangenen Jahren deutlich gesunken ist, zeigte sich Kraemer zuversichtlicher. Das Land habe zum einen Reformen und Einsparungen vorgenommen, um seine Staatsfinanzen wieder in Ordnung zu bringen. Darüber hinaus profitiere Athen von einem günstigen Schuldendienst, der vor allem auf die Rettungspakete seiner Euro-Partner zurückgeht.

    Die Absicherung der EZB gegen eine neue Schuldenkrise im Euroraum bewertet Kraemer als sinnvoll und hinreichend. "Allerdings kann die EZB nur eine Übergangslösung bereitstellen." Entscheidend sei, dass die Länder ihre Haushaltslage verbesserten und die Schuldenquoten zurückgingen. Die EZB sichert den Währungsraum seit einiger Zeit über ihr Programm TPI (Transmission Protection Instrument) ab, über das die Notenbank im Ernstfall wieder Staatsanleihen einzelner Euro-Staaten kaufen könnte./bfg/jkr/jha/





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