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„Niemand kann den Markt dauerhaft schlagen“ Der Nachfahre sizilianischer Einwanderer machte mit seinen Thesen eine akademische Blitzkarriere

Gastautorin: Anna Voronina
08.12.2016, 13:13  |  1244   |   |   

Er war nicht der Erste, wohl aber der bislang einflussreichste Wirtschaftsforscher, der uns beibrachte, dass der Markt sein Eigenleben hat. Und dass wir den Kräften des Marktes vertrauen können. 1970 stellte der damals 31-Jährige seine „Markteffizienzhypothese“ vor.

Fama geht davon aus, dass die Menschen auf dem Finanzparkett rational handeln und dieses Marktgeschehen ist für ihn ein Ausdruck kollektiver Intelligenz. Der Markt ist effizient, weil Börsenkurse und Preise alle verfügbaren Informationen umfassen – sogar jene, von denen nur wenige Investoren wissen.

Wie das funktioniert? Sobald Investoren eine Information haben, können sie aktiv werden. Der Preis ist zu niedrig? Kaufen! Und prompt steigt der Preis. Dank dieses Mechanismus sind alle verfügbaren Informationen bereits in den Preisen enthalten. Und niemand kann die Preise der Zukunft voraussagen. Denn die Kurse von morgen sind abhängig von Informationen, die heute niemand kennt. Das macht Börsenkurse unberechenbar und das Marktgeschehen insgesamt scheinbar zufallsgetrieben.

Fama behauptet also, dass wir zwar nicht im Einzelnen voraussagen können, wohin sich ein Aktienkurs kurzfristig bewegen wird. In Summe aber akkumulieren sich im Marktgeschehen die Informationen in rational sinnvolle Zusammenhänge, die auf lange Frist einen Mehrwert, also Rendite, zu schaffen imstande sind.

Warnung vor falschen Propheten

Der heute 77-Jährige begann als Senkrechtstarter in seinem akademischen Fach. Seine Großeltern wanderten aus Sizilien in die USA ein. Er war der Erste in seiner Familie, der studieren konnte, schrieb sich zunächst bei den Romanisten ein, war aber schon mit 21 von den Aktienmärkten fasziniert. Er wechselte zur Ökonomie und promovierte 1964 über das „Verhalten von Börsenkursen“. Die längste Zeit seines Professorenlebens verbrachte er an der Universität von Chicago. Seine Theorie eines allwissenden Marktes, den der einzelne Investor aber unmöglich durchschauen kann, prägte jahrzehntelang die Volkswirtschaftslehre. Nur konsequent, dass Fama 2013 der Nobelpreis verliehen wurde.

quirion hat von Fama gelernt, dass „niemand den Markt dauerhaft schlagen kann, auch keine Bank. Das ist vielfach untersucht.“ Gefragt, welche Aktien man kaufen soll, wenn keiner weiß, welche gut laufen, sagt er: „Man kauft sie alle.“ Deshalb investieren auch wir bevorzugt in breit gestreute Portfolios am internationalen Markt. Dadurch können unsere Experten in der Vermögensverwaltung die auftretenden Schwankungsrisiken immer wieder ausbalancieren.

Vor den falschen Propheten auf dem Börsenparkett hat Fama stets gewarnt: „Viele lassen sich blenden von den Geschichten über die Wenigen, die dann doch gewinnen. Sie übersehen, dass das in den meisten Fällen einfach Glück ist.“ Stattdessen empfiehlt er die langfristige Investition: „Ich lege selbst nämlich gerne riskant an. Es ist nämlich so, dass man für mehr Risiko langfristig besser entlohnt wird. Kurzfristig kann es gehörig schiefgehen.“ Das wissen wir auch bei quirion und konzentrieren uns deshalb auf risikobewusste, nachhaltige Anlagestrategien. So überstehen Sie auch Zeiten der Unsicherheit in der Weltwirtschaft und sichern sich langfristig eine marktgerechte Rendite.

Sein Nobelpreis-Geld hat Eugene Fama übrigens nicht in ein Anlagedepot investiert: „Das habe ich der Universität Chicago gestiftet, der ich alles verdanke.“

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