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Die 3 größten Risiken für Celgene

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.12.2016, 12:00  |  510   |   |   

Es gibt nur wenige Aktien, bei denen ich so bullisch eingestellt bin wie bei Celgene (WKN:881244). Das Unternehmen hat in der Vergangenheit starkes Gewinnwachstum genossen. Das liegt an seiner Dominanz in der Behandlung von Blutkrebs und dank des Blockbuster-Medikamentes  Revlimid. Zusätzlich hatte das Medikament gegen Autoimmunerkrankungen Otezla auch sehr großen Erfolg. Aber wie bei jedem anderen Unternehmen steht auch Celgene vor potentiellen Bedrohungen. Hier sind drei der größten Risiken für das Unternehmen.

Ein Herausforderer

Als Johnson & Johnson (WKN:853260) die Zulassung für das Medikament Darzalex im Jahr 2015 für die Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom bekommen hat, die mindestens dreimal zuvor therapiert wurden, hat Celgene das nichts ausgemacht. Patienten, denen Darzalex verschrieben wurde, hatten ja bereits Revlimid ausprobiert und wahrscheinlich auch ein anderes Medikament des Unternehmens mit dem Namen Pomalyst.

Das Unternehmen hatte also nicht viel zu befürchten, als die FDA im Oktober Darzalex als Zweitlinientherapie für multiples Myelom zuließ. Diese Zulassung erforderte, dass Darzalex in Kombination mit Revlimid und Dexamethason verabreicht wird oder mit Velcade und Dexamethason.

Jetzt könnte es aber doch Grund zur Besorgnis geben. Die Ergebnisse einer Phase 1 / 2 – Studie wurden im Oktober veröffentlicht. Danach erzielten Behandlungen mit einer Kombination aus Darzalex, Revlimid und Dexamethason deutlich bessere Ergebnisse als diejenigen, die nur Revlimid und Dexamethason verabreicht bekommen hatten.

Diese Kombination beinhaltet auch Revlimid, also warum sollte sich Celgene Sorgen machen? Weil die Ergebnisse von Darzalex so positiv waren, dass es zu einem Standard im Bereich multiples Myelom werden könnte. Die Wirksamkeit, Sicherheit und die leichte Einnahme könnten ein schweres Problem für die Dominanz von Revlimid darstellen. Das wird aber wahrscheinlich erst 2020 passieren.

Generika

Celgene steht auch vor dem Risiko, dass Generika ihnen früher als erwartet den Marktanteil streitig machen könnten. Im März übermittelte Allergan (WKN: A14U12) einen Antrag an die FDA, um die generische Version von Abraxane, einem Krebsmedikament von Celgene, zuzulassen.

Im Fall von Abraxane gibt es viele Patente, wovon der amerikanische Patentschutz 2026 ausläuft. Allergan hat aber einige der wichtigen Patente von Celgene in diesem Zusammenhang angefochten. Die beiden Unternehmen sind noch dabei, das vor Gericht auszutragen. Es ist wahrscheinlich, dass sich diese Streitigkeiten über das Jahr 2017 hinausziehen werden, daher ist das keine unmittelbare Bedrohung.

Aber es gibt noch mehr Generika, die Revlimid herausfordern. Celgene ist weiterhin damit beschäftigt, seine Patente in Europa zu verteidigen. Das Europäische Patentamt hat im letzten Jahr bestätigt, dass eines der Patente von Revlimid ungültig wäre. Celgene hat dagegen Einspruch erhoben, aber das Unternehmen erwartet eine Entscheidung erst in mehreren Jahren.

Das indische Pharmaunternehmen Dr. Reddy’s Laboratories stellte einen Antrag bei der FDA für eine generische Version von Revlimid in den USA. Celgene antwortete schnell und meldete dies den Behörden, was eine Zulassung durch die FDA bis 2019 vertragen wird, außer der Patentschutz des Medikaments würde für ungültig erklärt werden.

Probleme in der Pipeline

Celgene zählt auf mehrere Kandidaten aus der Pipeline, um in den kommenden Jahren Wachstum zu erzeugen. Klinische Studien verlaufen aber oft nicht so wie es erwartet wird. Celgene hat das schon Anfang 2016 erfahren müssen, als Revlimid für die Behandlung von diffusen großzelligen B-Zell-Lymphomen nicht zugelassen wurde.

Ein Scheitern gegen Ende der klinischen Studien tut dem Unternehmen damit sehr weh. Celgene hat nämlich 17 solcher Studien, wovon ein Rückschlag für Ozanimod wahrscheinlich der Schlimmste wäre. Celgene glaubt, das Medikament könnte Spitzenumsätze zwischen vier und sechs Milliarden US-Dollar erzielen, wenn es die Zulassung bekommt.

Dieses experimentelle Medikament befindet sich aber inmitten zweier Studien im Endstadium, wovon eine auf Multiple Sklerose abzielt und die andere auf die Behandlung von Colitis Ulcerosa, eine weitere Studie konzentriert sich auf Morbus Crohn. Ozanimot muss also ein Erfolg werden und die Zulassung für alle Anwendungsgebiete bekommen, um die hohen Erwartungen von Celgene zu erfüllen.

Nicht alle Kandidaten in der Pipeline von Celgene werden aber zugelassen werden. Zu viele Blindgänger oder ein paar Flops bei den Medikamenten mit hohem Potenzial wie im Fall Ozanimod könnten die Wachstumsziele des Unternehmens aber schwer erreichbar machen.

Das größte Risiko?

Obwohl er Darzalex von Johnson & Johnson Probleme schaffen könnte, ist diese Bedrohung noch Jahre entfernt. Ich erwarte, dass die generischen Rivalen von Abraxane oder Revlimid auch noch einige Jahre auf sich warten lassen werden.

Das größte Risiko für Celgene ist meiner Meinung nach die Möglichkeit, dass eines oder mehrere der Medikamente in der Pipeline sich als Flops herausstellen. Es gibt zahllose Medikamente, die einmal so vielversprechend gewirkt haben, am Ende aber nur Blindgänger waren. Selbst Medikamente mit sehr positiven Ergebnissen in Phase 2 können später noch zu Enttäuschungen in den letzten Phasen werden.

Trotz dieser Risiken finde ich das Celgene trotzdem gute Erfolgschancen hat. Ich glaube, das Biotech-Unternehmen wird weiterhin die Gewinne in beeindruckender Weise erhöhen, wobei Revlimid, Otezla und neue Medikamente solide Ergebnisse erzielen könnten.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Celgene. Motley Fool empfiehlt Johnson and Johnson.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und wurde am 15.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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