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Aktien Chancen, Risiken und der Spaß am Stock-Picking

Gastautor: Frank Fischer
08.06.2017, 07:34  |  5910   |   |   

Wären die Anleger in diesem Jahr der alten Börsenweisheit „Sell in May and go away“ gefolgt, sie wären schlecht beraten gewesen. Denn die wichtigsten Börsenindizes befinden sich weiter in Rekordlaune. So konnten den DAX und der Dow Jones neue Rekordhochs erklimmen. Und auch die meisten anderen wichtigen Börsenbarometer rund um den Globus befinden sich in der Nähe ihrer  Allzeithochs. Es kommen mehrere Faktoren zusammen, die diesen Trend weiter befeuern könnten. Da sind zum einen die guten Quartalszahlen, die nicht nur in Europa, sondern auch in den USA die Kurse vorangetrieben haben. Dabei ist auffällig, dass dies für den breiten Markt gilt. Getrieben vom Tech-Sektor und der Nachfrage aus Asien überraschten Europas Unternehmen mit einem Gewinnwachstum von 23 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2016, Die US-Firmen schafften rund 14 Prozent. 

Europas Aktienmärkte im Aufwind – Erste Sorgenfalten in den USA und China

Das liegt vor allem auch an der guten Konjunktur und den weiteren Aussichten. Die konjunkturelle Lage ist vor allem in Europa sehr gut, in Deutschland sogar extrem gut. Und die Aussichten bleiben positiv. So steht der ifo-Geschäftsklimaindex so hoch wie seit den 1970er Jahren nicht mehr. Und auch andere Stimmungsindikatoren befinden sich in der Nähe ihrer Mehr-Jahres-Hoch. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern für die gesamte Eurozone. Dabei bleibt die Hoffnung, dass dies auch noch eine Weile so bleiben wird. Denn die EZB wird die Zinsen weiterhin niedrig halten. Europa entwickelt sich als Spät-Zykliker weiterhin prächtig.

Für die USA und China gilt leider nicht mehr. Die USA waren in ihrem konjunkturellen Zyklus Europa voraus. Deshalb dürfte der Trend in den USA nicht ewig halten. Und auch aus China gibt es erste Warnzeichen.  Hier ist es vor allem die enorme Schuldenhöhe, die zur Vorsicht mahnt, zudem fängt die Konjunktur an moderat zu schwächeln, wie die Daten für April andeuten. Zwar hat sich Chinas Geschäftsklima zuletzt wieder etwas stabilisiert, weil sich vor allem die Stimmung der kleinen und mittleren Unternehmen wieder etwas aufgehellt hat. Aber trotzdem sehen wir hier ein erhöhtes Gefahrenpotential.

Stock-Picking macht derzeit richtig Spaß

Wir sind zwar auf der Hut, aber das hält uns nicht davon ab, die Aktienquote in unseren Mandaten, dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem PRIMA – Globale Werte, bei derzeit über 85 Prozent relativ hoch zu halten. Denn noch ist die Situation an den Märkten gut. Dabei machen uns vor allem einzelne Unternehmen wie etwa freenet und Novo Nordisk großen Spaß. Durch die Milliarden-Übernahme von Drillisch durch United Internet ist der Telekommarkt richtig in Bewegung gekommen. Die Deutsche Telekom, Vodafone & Co. werden mächtig Druck verspüren. Doch das ist es nicht allein: Denn zusätzlich zum Kerngeschäftsfeld Mobilfunk ist freenet im Wachstumsmarkt Digital Lifestyle aktiv. Hier bietet das Unternehmen digitale Anwendungen rund um Home Automation, Datensicherheit, Entertainment und Infotainment an. Und mit den Zukäufen der Media Broadcast Gruppe, einem kommerziellen Anbieter des DVB-T2-HD-Standards in Deutschland, hat freenet den Einstieg ins TV-Geschäft geschafft. Im 1. Quartal 2017 hat das Segment TV und Medien immerhin schon Umsatzerlöse von 74,7 Mio. Euro erwirtschaftet (Vorjahr 10,4 Mio. Euro). Gemessen am Konzernumsatz von 838 Mio. Euro ist das zwar noch nicht viel, aber die Wachstumsraten sind sehr beachtlich.

Und bei Novo Nordisk, dem Weltmarktführer im Diabetes-Bereich, setzt sich am Markt langsam die Erkenntnis durch, dass das Unternehmen in einem extrem lukrativen Markt unterwegs ist. Der Aktienkurs wurde zwar vom Druck auf die Insulinpreise belastet und auch auf dem wichtigen US-Markt dürften die Preise für Diabetesmedikamente weiter sinken. Doch die Investoren sahen zuletzt nur die Risiken, übersahen aber die langfristigen Wachstumsaussichten von Diabetes-Medikamenten,  die eine älter werdende Gesellschaft mit sich bringen. Eine Situation, in der wir uns als Value-Investoren sehr wohl fühlen.

 

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Kommentare

Wenn man Drillisch AG in google eingibt, sieht man die Konzerne die drunter sitzen. Ob das lohnt, weiß ich nicht. Ich würde es aus Prinzip nicht machen. Ist sicher Geschmacksache Geld in was zu beteiligen, welches direkt in Firma Merkel und co. fließt. Und nicht mal versteckt. Ich weiß, das machen viele. Aber so offen, geht gar nicht.
Drillisch, 1&1, gmx.de, web.de gehören alle der Telekom Holding von Internet Dommermuth. Der spendete der CDU am 23.5 17 genau 500.000 Euro aufs "Firmenkonto" Nennen wir es mal so. Dommermuth ist eigentlich bis jetzt als Förderer der FDP bekannt gewesen. Nun ja.

Von seiner Holding stammt auch die nette Werbung " Freedom" die uns im TV ständig beglückt. Wie unaufdringlich. Und unauffällig.
..."Durch die Milliarden-Übernahme von Drillisch durch United Internet ist der Telekommarkt richtig in Bewegung gekommen. "...

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