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Ein linksgrünes Freudengedicht: Hurra, wir schlachten die deutsche Autoindustrie!

Gastautor: Rainer Zitelmann
03.08.2017, 10:15  |  23481   |  22   |   

Nach dem blöden Thema der linkextremen Gewalt in Hamburg gibt es jetzt ein richtiges Fest: Hurra, wir schlachten die deutsche Autoindustrie! Fahrradpflicht für alle! Ein linksgrünes Freudengedicht:

Wir wussten es schon immer: Das Großkapital herrscht in Deutschland. Das Großkapital ist die Wurzel allen Übels. Es zerstört unseren Planeten und knechtet die Werktätigen. Die großen Energiekonzerne haben wir zusammen mit Merkel bereits faktisch enteignet und in die Knie gezwungen. Das war aber nur der erste Sieg im Kampf um die Überwindung des Kapitalismus. Jetzt muss es endlich den Autokonzernen an den Kragen gehen. Alles Verständnis auf der Welt und alle Empathie, die wir sonst stets für fehlsozialisierte Kriminelle aufbringen, sind hier absolut fehl am Platz: Denn die Autoindustrie ist grundsätzlich kriminell (schon deshalb, weil sie Autos herstellt statt Fahrräder).

Das wussten doch schon Marx und Lenin
Zum Glück ist die Autoindustrie so dusselig, dass sie bei immer niedrigeren Umweltgrenzwerten, die wir festlegen, nicht widerspricht, sondern sich grün geriert, gute Mine zum bösen Spiel macht und dann heimlich schummelt. Was haben wir uns über Daimler-Chef Zetsche kaputtgelacht, als der sich vor dem Grünen-Parteitag anbiederte. Aber auch den haben wir jetzt beim Schummeln erwischt! Und der Diesel-Gipfel hat einmal mehr bestätigt, dass auch die Politiker mit dem Großkapital unter einer Decke stecken. Das ist natürlich nicht neu, das wussten schon Karl Marx und W.I. Lenin.

Eine klammheimliche Freude können wir nicht verbergen: Ja, es macht richtig Spaß, jetzt gegen die Automobilindustrie zu hetzen. Unsere besten Verbündeten sind dabei ausnahmsweise mal die Amerikaner, die wir sonst zwar nicht mögen, aber mit denen wir jetzt eine Einheitsfront zur Zerstörung der deutschen Autoindustrie schmieden wollen. Zwar ist jeder "Generalverdacht" falsch, wenn es sich beispielsweise um islamistische Attentäter handelt, aber Generalverdacht gegen die Industrie: Das ist ja was ganz anderes.

Toll vor allem, dass wir wieder ein Thema haben, wo die Guten und die Bösen eindeutig sortiert sind. Nach dem G20-Gipfel, das waren wirklich sooooo schwere Tage für uns Linksgrüne. Auf einmal wurde über linksextreme Gewalt gesprochen, was natürlich völlig abwegig ist, weil Linke ja per Definition gut SIND und es daher logischerweise gar keine linksextreme Gewalt geben KANN. Leider haben das viele Deutsche nicht kapiert, obwohl doch mit vereinter Kraft alle Spitzenpolitiker von SPD, Linken und Grünen erklärt haben, dass "nicht sein kann, was nicht sein darf" und daher die linksextremen Gewalttäter von Hamburg in Wahrheit gar keine waren.

Maas ist mal wieder der Beste!
Aber genug davon. Warum reden wir überhaupt noch darüber? Viel wichtiger ist doch, wie wir jetzt die deutsche Automobilindustrie fertig machen können. Genosse Heiko Maas hatte, wie so oft, wieder mal die beste Idee: Er will jetzt, so wie in den USA, Sammelklagen erlauben, damit dem Kapital so richtig eingeheizt wird. Amerikanische Anwälte machen es ja vor, wenn sie beispielsweise die Red-Bull-Kapitalisten aus Österreich wegen ihrer Werbung "Red Bull verleiht Flügel" mit Klagen überziehen und hinterher Millionen dabei herausspringen (vor allem natürlich für die Anwälte). Wie viel mehr könnte man erst verdienen, wenn der Feldzug mit Sammelklagen gegen VW, Porsche, Daimler und all die anderen Auto-Kriminellen eröffnet wird. Genosse Maas, du bist wieder mal der Beste! Wer die Autoindustrie in Schutz nimmt, weil sie angeblich die weltweit besten Autos macht und für Millionen Arbeitsplätze in Deutschland sorgt, den kriegen wir schon mit dem Maas-Gesetz gegen "Fake News" dran. Bekanntlich sind alle Fakten und Meinungen zu diesem Thema, die nicht auf einer Linie mit Claus Kleber und Dunja Hayali liegen, Fake News.

Nationalfetisch Auto
Eigentlich mögen wir Autos grundsätzlich nicht - diese Statussymbole des Kapitalismus. In der DDR war es besser, da musste man 15 Jahre warten und hat dann auch nur einen harmlosen und sympathischen sozialistischen Trabi bekommen. Das ging ja noch irgendwie klar. Aber Kapitalisten-Autos wie Mercedes, BMW & Co? Nein Danke! Man muss ja nicht gleich so weit gehen wie die G20-Gegner in Hamburg, die die Autos abgefackelt haben. Aber irgendwie muss man auch dafür Verständnis haben. Recht hat der Kommentator des NEUEN DEUTSCHLAND, der sich gegen den Nationalfetisch Auto wandte: "Es gibt für Deutsche keine schlimmere Kränkung, als wenn man ihre Autos angreift. In den Kommentaren zu den G20-Protesten jedenfalls werden ‚brennende Autos' regelmäßig vor zertrümmerten Ladenfenstern und verletzten Personen erwähnt; letztere sind ersetzbar, aber der Nationalfetisch Auto ist mehr noch als Hymne und Flagge unabdingbar - als ein symbolisches Zentrum kleinbürgerlicher Aufstiegsideologie. Wer Autos anzündet, stellt exakt die Lebensentwürfe in Frage, in denen der Besitz des Autos eins ist mit Erfolg, Dazugehören und Glück im Winkel…"

Und später geht's dann auch gegen Elektroautos
Aber wenn wir offen sagen würden, dass wir Autos generell nicht mögen, verstünden uns nur noch die wirklich Wissenden um Jürgen Trittin und Claudia Roth. Deshalb lautet unsere neue Parole: Wir, die grünen Unternehmensberater, wissen besser als alle Automanager in Deutschland, wie die Zukunft des Autos aussieht. Na und, wir haben vielleicht nur Sozialpädagogik oder Kulturwissenschaft studiert, aber wir sind dennoch besser als alle diese Nieten von deutschen Automanagern, auf deren Autos unverständlicherweise die Menschen in Deutschland, China und überall auf der Welt reinfallen.

Losung: Wir retten die deutsche Automobilindustrie vor ihrer eigenen Unfähigkeit! Der Plan: Wir propagieren jetzt einfach mal das Elektroauto, so wie wir früher Diesel als umweltfreundliche Alternative gepriesen haben. Und wenn dann die Leute in einigen Jahren merken, dass die Produktion der Batterien von Elektroautos viel umweltschädlicher ist als ein Verbrennungsmotor, dann werden wir die ersten sein, die den Feldzug gegen das Elektroauto anführen. Genau so, wir uns erst für die Windkrafträder einsetzen und dann gegen die Stromtrassen protestieren, die die Energie zum Verbraucher transportieren sollen.

Aber eines nach dem anderen. Jetzt geht es erst einmal um das Verbot aller Verbrennungsmotoren, und dann kommt der zweite Schritt. Aber am Endziel halten wir fest: Deutschland autofrei und antikapitalistisch. Fahrradpflicht für alle!

Kürzlich erschienen, überall besprochen und beachtet: www.zitelmann-autobiografie.de

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Kommentare

Die deutsche Automobilindustrie schlachtet sich selbst - wer zu spät kommt, den bestraft das Leben - die Russen (Gorbatschow) hatten wenigstens soviel Grösse das zu erkennen ...

Nokia hat das Smartphone verpennt - und das war's ...

Die deutsche Automobilindustrie verpennt gerade die Elektrifizierung und Autonomisierung des Verkehrs ( mal abgesehen von der Politik die es verpennt hier ein im UMfang mit dem EEG-vergleichbares Förderprogramm flankiert mit einem Quotenmodell wie in China mit scharfem Anstieg anzusetzen) ...

Das ist tödlich.

Aber wer die Technik nicht versteht - der konzentriert sich lieber auf die Polmisierung der Poelmiker - die zumindest im Grunde die richtigen Dinge fordern ...
Heute hab ichm ich informiert, es gibt E-Autos in Deutschland. Außer dem i3 von BMW gibt es noch tesla und franz. Hersteller. Jeder den es dünkt, sollte sich ein E-Auto kaufen und der Welt beweisen, was möglich ist. Leider hat sich bisher kein Politiker, besonders nicht von den Grünen herabgelassen, sich so ein Auto zuzulegen und mit ihm zu leben, also im normalen Leben damit zurechtzukommen!
Nach fünf Jahren mal wieder aus der Versenkung kriechen um zweifach promovierte Autoren als unqualifiziert zu bezeichnen? Wir leben in einem freien Land und dazu gehört, dass die Eigentümer eines Unternehmens die Marschrichtung entscheiden können. Falls die deutschen Automobilhersteller nicht überleben, hat das strukturell andere Ursachen. Der Preisunterschied zu speziell japanischen Autos ist existenziell bei "vergleichbarer Qualität". (Zitat eines ehemaligen Vorstandes eines deutschen Automobilkonzerns.) Vor diesem Hintergrund sollte man wissen, dass z.B. Toyota ebensoviele Fahrzeuge baut wie VW, aber mit der Hälfte an Beschäftigten. Was bei uns als Industrie 4.0 gepriesen wird, ist in Japan bereits Standard! Die Japaner halten augenscheinlich auch die Grenzwerte ein, abgesehen davon ist für sie der EU-Markt eher unbedeutend, die bauen für die Welt! Und ein japanisches Auto funktioniert auch, wenn mal die Batterie leer ist und ausgewechselt wurde. Ein deutsches Auto rührt sich nicht mehr vom Fleck, wenn das Bordnetz mal bei 0 war. Ebenso wie ein E-Mobil, dass nicht mehr die nächste Steckdose erreicht hat. Muß per Spezial-Fahrzeug geborgen werden. Abschleppen is nich!

Ich denke, die Autokonzerne wissen schon, was sie tun, sind auf alle Fälle schlauer als Cyber77! Am besten Tesla kaufen, mit denen geht es steil bergauf! Erinnert mich nur irgendwie an Cargolifter, Conergy, Solarworld, Solar Millenium oder auch KTG-Agrar oder KRG-Energie. Deren Jünger glaubten es noch nicht einmal, als die Insolvenzanträge gestellt waren!
In Baden Württemberg, wo die Grünen an der Macht sind, versucht gerade die grünen Landesregierung die Fahrverbote in Stuttgart zu verhindern. Nur, den Stuttgartern ist das zurecht egal.

Und nun sehen die grüne Wähler dass "grün" zu sein, nicht immer nur bedeutet mit dem Fingerchen auf anderen zu zeigen. Das finde ich richtig so.

Im Übrigen ist teilweise Abschalten der Reinigungs Anlage mit oder ohne Update über 90km/h normal. Da die Laborbedingungen gesetzlich nur bis 90km/h gewährleistet sein müssen. Auf der Autobahn bleibt alles so wie es war, mit oder ohne Update. Das Gesetz selber stinkt also auch.

Wenn VW den Skandal richtig beheben will, müssen alle Fahrzeuge mit Addblue nachgerüstet werden, UND die jetzt immer noch legale Abschaltung ab 90km/h muss nachträglich ebenfalls veboten werden. Und Garantie darauf. Was aber den Addblue verbrauch erheblich steigen lässt, aber es gibt keinen Grund so viel für billigen Harnstoff zu verlangen als für ein Whisky. Addblue ist ja nichts anderes als künstlich hergestellten Urin.

Alles ander wäre eine Fortsetzung von diesem Pfusch, und von mir dürfen die Hersteller es richtig spüren, da sie für diese Fortsetzung offensichtlich wählen. Diese "Industrie" als Solches braucht gar nicht zu leiden. Das kostet nur 1000 Euro pro Fahrzeug. Das haben die in der Portokasse. Immer noch.

Toyota lacht sich krumm. Die sind vor 5 Jahren aus dem Diesel Markt ausgestiegen, weil die sagten, technologisch nicht in der Lage zu sein, diese absurde Abgaswerte einzuhalten. Jetzt wissen wir, dass VW es auch nicht konnte.

Die Lösung kann aber nicht sein, aufzuhören die Deutsche Industrie kaputt zu reden. Die sollen und müssen das Problem jetzt lösen und nicht bloss unsichtbar machen. Besser wäre, die nehmen ein Toyota Yaris Hybrid auseinander, und schauen wie die Japaner das hinbekamen, ein Benziner sparsamer fahren zu lassen wie ein Diesel!
da wird gerade einer der größten wirtschaftsskandale der deutschen nachkriegsgeschichte aufgedeckt - und herr z. schreibt erstmal nen vor unsachlichkeit und hetze triefenden artikel über die bösen, linken kritiker der automobilindustrie.
afd-niveau.

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