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Wahl Österreich Der MediPo als Ärgernis unserer Zeit am Beispiel des Autors des Buches "Österreich - Die Zerrissene Republik"

Gastautor: w:o Gastbeitrag
14.10.2017, 19:57  |  2189   |   |   

Zu den Nationalratswahlen in Österreich, habe ich mir das Buch: “Österreich, Die Zerrissene Republik”, vom Deutschen Politikwissenschaftler, Journalisten und Korrespondenten des Handelsblatt in Österreich, Hans-Peter Siebenhaar, vorgenommen. Zudem habe ich an den Handelsblatt-Dinner im November 2016 mit Bundeskanzler Kern in Wien und am 9.10.2017 in München mit obigem Autor teilgenommen. 

Verfolgt man die Deutschen Medien zur Österreichwahl, so entsteht der Eindruck einer monatelangen Schlammschlacht um gegenseitige Diffamierungskampagnen der Hauptakteure. Dass es allein 9 ! TV-Runden zwischen dem Herausforderer Sebastian Kurz (ÖVP) und Bundeskanzlern Kern (SPÖ) sowie fast unzählige Runden aller Spitzenkandidaten aller relevanten Parteien gegeneinander und miteinander (Elefantenrunden) gab, erfährt der Deutsche Zuschauer nicht. Dort wurden, zugegeben hart, alle Aspekte der Politik diskutiert und jeder kann sich ein Bild von der Lage und den möglichen Lösungsansätze der Parteien und Personen für Zukunft machen. Selbst von den Rechtspopulisten, aus Deutscher Sicht, wurden zu allen Themen Lösungsvorschläge unterbreitet und diskutiert. Vergleicht man dies mit der Dauer-Anästhesie des Deutschen Volkes durch Kanzlerin Merkel & Co. und den unterstützenden Medien, entsteht der Eindruck in Österreich herrsche Bürgerkrieg. Die Österreicher, halb so viele Einwohner wie Bayern, diskutieren schroff, aber sie diskutieren und nehmen die Veränderungen ihrer Umwelt und Gesellschaft war. Für diese Wahrnehmung sorgt vor Allem die FPÖ, deren Existenz seit Jahrzehnten das verhindert, was sich in Deutschland eingebürgert hat, die Verklärung der Realität auf der Straße durch Linke Politik und korrespondierende Medien. Eine Spaziergang eines Deutschen Bürgers über seinen örtlichen Marktplatz oder Fußgängerzone und die nächste Bahnhofgegend sollte zum Nachdenken anregen.

Bevor wir uns der Deutschen Medienschelte zu Österreich widmen, noch eine Aufzählung von Schlagzeilen aus Die Welt am 13.10.2017; also an einem einzigen Tag !

1.) Das Bildungsniveau der Grundschüler in Deutschland sinkt rapide; sogar und gerade in Baden-Württemberg; Ursache sei die Heterogenität der Schüler

2.) In Köln und Bonn werden Krankenhausstationen wegen Krätze geschlossen. Diese galt in Deutschland als weitestgehend ausgestorben.

3.) Dänemark, Frankreich, Schweden und sogar Deutschland behalten Grenzkontrollen wegen “latenter” Terrorgefahr bei.

4.) Der Berliner Tiergarten verkommt zur No-Go-Area und zur osteuropäisch-, afrikanisch- , arabischen Obdachlosen-Residenz, mitten in Berlin.

5.) Männer attackieren Polizisten in Chemnitz, die Täter festhalten, die vorher eine junge Dame belästigt haben; o.k. Letzteres passiert inzwischen täglich bis wöchentlich.

Diese 5 Schlagzeilen zeigen den Zustand der Deutschen Gesellschaft und die Ursache für das AfD Wahlergebnis in Deutschland. Diese Veränderungen der Gesellschaft sind überall in Deutschland erkennbar.

Als aufmerksamer Gast auf dem Münchener Oktoberfest am 3.10. (Tag der Deutschen Einheit) habe ich gesehen, was man in Österreich noch aussprechen darf.

In Österreich sind die Errungenschaften dieser Gesellschafts-Veränderungen überwiegend in Wien und in den Landeshauptstädten wie Innsbruck, Linz, Graz, dort aber noch erträglich, zu spüren.

Worin liegt dann der Unterschied zwischen Deutschland und Österreich ? Der Verstand der Menschen, verrückterweise gerade der polternden Politiker und Journalisten, ist durch Ideologie noch nicht aufgefressen. Ein Volk diskutiert noch was gewollt, sinnvoll, abzulehnen oder zu ertragen ist. Die Demokratie funktioniert noch.

Wir in Österreich haben keine Angst, nein, wir wollen ! das nicht. Jed

er weiß was gemeint ist.

Ich wage daher folgende Prognose für die Wahl in Österreich: Team Kurz (ÖVP): 34%, FPÖ: 26%, SPÖ: 24%, Neos: 4%, Grüne: 4%, Liste Pilz: 4%.

Deshalb wird es nach der Wahl in Österreich, eine Koalition aus Team Kurz (ÖVP) und FPÖ, geben, die eine konstruktive, subsidiäre Europapolitik machen werden, eine klare an den Bedürfnissen von ÖsterreichernInnen orientierte Innen- (Ausbau der Polizei und Heimatschutz) und Sozialpolitik (Reform der Mindestsicherung und Konsolidierung der Sozialversicherungsträger, mehr netto von brutto ), eine Entbürokratisierung und Reform der Unternehmenssteuern (drastische Reduzierung der Steuern auf einbehaltene Gewinne wie z.B. in Estland, Reduzierung der Lohnnebenkosten) zur Entfesselung der Wirtschaft, eine Bildungsreform über alle Länder mit mehr und besseren, ideologiefreien Lehrern. Der ATX, Österreichs Aktienidex, der in den letzten 12 Monaten bereits 50% gestiegen ist, wird weiter steigen, die Arbeitslosenquote wird deutlich zurückgehen und das Wirtschaftswachstum von derzeit 2,7% wird sogar noch zunehmen. Das Signal an die Welt und Brüssel wird sein, dass Österreich mit diesem Ergebnis kein naives Auffangbecken für die Problemfelder dieser Welt mehr sein wird und damit auch nicht mehr ein attraktives Ziel für die aktuelle Migrationsproblematik, sondern seinen eigenen subsidiären Weg, als verlässlicher aber kritischer Partner innerhalb der EU gehen wird. Nicht weniger aber auch nicht mehr.

Deutsche Politiker und vor allem Deutsche Medien werden das als rechtspopulistischen Nationalismus diffamieren.

Wie sie, die Deutschen Medien-Populisten, dies tun, erläutere ich mit meiner

Rezension des oben genannten Buches, um damit die arrogante, ideologisch verblendete Denkweise herauszuarbeiten, die Argumentation des Medien-Populismus (des MediPo) zu entlarven und um alle Österreicher und Europäer zu ermutigen, sich mit dem wieder einmal “Deutschen Weg” kritisch auseinanderzusetzen. Niemals wieder, soll am Deutschen Wesen, diesmal Asyl-Recht und Demokratie-Verständnis, dass nur das zählt was uns als Meinung gefällt, die Welt genesen !

Wer sich die ausführliche Rezension nicht gönnen möchte, ca. 30 Minuten Lesezeit, dem seien hier die Highlights dargelegt, die ich herausstellen möchte:

 

1.) Nur der MediPo definiert was richtig/falsch ist, was Demokratie und Meinung ist. Ich dagegen sage: jede Meinung zählt.

2.) 20% aller Österreicher leben in Wien, 40% aller Arbeitslosen und 50% leben dort in Sozialwohnungen. Österreich ist nicht Wien und umgekehrt.

3.) Der Rechtspopulismus würde das Land zerreissen. Richtig sind harte Debatten und politische Schlammschlachten. Diese “friedlichen” Auseinandersetzungen verhindern jedoch absolutistische Exzesse wie den Gesellschaftsumbau über Nacht durch eine Alleinherrscherin in Deutschland.

4.) Österreich sei eine Gefahr für Europa, weil es die EU und den Flüchtlingsdeal in Frage stellt. Österreich hat als erstes die Realitäten der arabischen Massenmigration erkannt und rechtzeitig gegengesteuert; auch und gerade gegen die Türkei.

5.) Der vorwiegende Konsum heimischer Waren ist Zeichen des Verständnisses für nachhaltige und faire Nahrungsmittelproduktion und kein Zeichen der Ausgrenzung durch Rassisten = Konsumenten.

6.) Transparenz über CETA und TTIP zu erlangen ist Bürgerpflicht und keine Rechte Gesinnung, ebenso wie Wirtschaftskriminalität keine Spezifika von Rechten ist.

7.) Österreich brummt weil Deutschland brummt ist unlauter, denn Deutschland brummt weil die Welt, allen voran China, brummt. Alles hängt mit allem zusammen; wie beim Klimawandel, Migration und deren gesellschaftlichen Kollateralschäden. Nichts geschieht aus Zufall.

8.) Die Skepsis der Bevölkerung gegenüber der Massenmigration afrikanisch-/arabischer-Männer ist den Erfahrungen der letzten Monate geschuldet. Früh ist dem gemeinen Österreicher klar geworden, dass diese Migration wahrlich keine Bereicherung darstellt. Eine Willkommenskultur mußte der bitteren Realität weichen, Zielland 2.Klasse zu sein. Einem Land, dessen Tourismus in nie dagewesener Art und Weise boomt, Fremdenfeindlichkeit zu unterstellen ist unlauter. Die Tourismusrekorde, manchmal zum Leidwesen der “bereisten” Einheimischen sind ein sicherer Gegenbeweis zur Behauptung: der Rechtsruck schadet Österreich !

9.) Das Asylrecht in Österreich wird nicht ausgehöhlt nur weil wir nicht der Meinung wären, Asylanten a und b dürfen so lange in Österreich bleiben bis geklärt ist, warum a mit b in Land c Probleme hat, warum a und b nach Österreich gekommen sind und warum und wie lange jeder bleiben darf. Genau deshalb wählen auch nicht nur Dumme die FPÖ, deren Kandidat bei der letzten Bundespräsidentenwahl fast 50% der Stimmen bekommen hat.      

10.) Das pragmatische Handeln in der Außenwirtschaft ist der Kleinheit des Landes geschuldet, nicht der Rechten Gesinnung.

11.) Wirtschaftsbosse wie Mateschitz, RedBull (unten ausführlich analysiert) gestalten Wirtschaft; einem Unternehmer Opportunismus vorzuwerfen heißt sein Betätigungsfeld nicht zu verstehen. Unternehmer sind per se verantwortungsvolle Chancen-Ergreifer.

12.) Der Wintertourismus boomt und wird das auch weiter tun, denn der Klimawandel findet vorwiegend in längeren Sommer statt. Dass Einheimische bei der Nutzung ihrer Berge mitgestalten statt nur passiv zu verwalten sollte verständlich sein.      

13.) Das Übel der gekauften Medien und gekaufte Politik-Berichterstattung wird insbesondere durch die viel bescholtene  FPÖ kritisiert.

14.) Populismus gibt es nicht nur rechts, sondern überall. Jede Meinung und jedes Argument zählt, ob es Eliten passt oder nicht.

15.) Kunst und Kultur sollen Spiegel vorhalten und Wachrütteln, sie sollen keinesfalls Lebensformen aufzwingen. Darin liegt das Mißverständnis der Eliten für die Lebensrealität der Bürger.

16.) Subsidiarität ist das Zauberwort der Zukunft. Nur wer Minderheiten in ihrer Eigenart respektiert kann ein großes Ganzes gestalten. Wer z.B. die Gegenwehr der Russen gegen den Zerfall ihres Reiches geißelt, kann nicht mit gleichen Methoden die EU zimmern. Respekt.

 

Das geforderte neue Diskutieren bringt im Wesentlichen das Team Kurz und ein harter aber hilfreicher Wahlkampf in Österreich.

Es gibt ein miteinander Debattieren und trotz aller Differenzen scheinen die Österreicher auf einem Weg zu einem vernünftigen Konsens.

Dabei ist hilfreich, das man nur 8 Millionen Meinungen unter einen Hut bringen muß, und bereits eine Opposition hat, die all zu absurde Ausschweifungen rechtzeitig aufdeckt.

 

Ich wünsche mir eine kreative, innovative, weltoffene und positive Angriffspolitik durch das Team Kurz in Kooperation mit einer zupackenden, entschlossenen, verlässlichen, inneren Verteidigung durch die FPÖ. Dann wird Österreich in Kürze wieder das sein wo es laut dem Magazin Stern im Juni 2005 war: Österreich, das bessere Deutschland ! Der ATX-Aktienindex scheint meinen Wunsch zu erhören und zieht am Tag vor der Wahl um 1,5% auf 3375 Punkte, dem höchsten Stand seit der Finanzkrise an.

 

Ein Neo-Absolutismus wie Frau Merkel in vorlebt und niemand in der Gesellschaft herausfordert, gibt es in Österreich nicht. Dem Medien-Populismus wünsche ich mehr Balance in der Meinungswahrnehmung und Fairneß gegenüber Andersdenkenden.

In diesem Sinne: Tu Felix Austria    

 

Zur Rezension des Buches, “Österreich – die zerrissene Republik”, die den Thesen zu Grunde liegen; für den Leser mit Zeit; ca. 30 Minuten:

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Es wäre wohl zu banal ein solches Buch zu rezensieren, wenn es dem Autor nicht in Wirklichkeit um die Dämonisierung der nicht ! politisch-korrekten Meinung am Beispiel Österreich ginge. Ich zeige dieses Phänomen an vielen Stellen auf und nenne diese Form des Populismus: MediPo, den Medien-Populismus. Am Ende der Rezension wird man erkennen, dass der MediPo-Autor den Menschen sagen will: wenn ihr nicht unserer MediPo-Meinung seit, dann seit ihr eine rechte Gefahr. Welche Lösungsansätze es gäbe, erfahren sie als Leser vom MediPo nicht, denn es ist sein Wesen nichts Konkretes vorzuschlagen, sondern alle Problemstellungen dieser Welt als unlösbar komplex zu erklären, um sie einfach geschehen zu lassen.

Die verwendeten Begrifflichkeiten sind alles Erfindungen des MediPo um mit einfachen Worten für einen an sich komplexen Sachverhalt Menschen auszugrenzen, die andere Vorstellungen vom gesellschaftlichen Zusammenleben und Politik haben, als diejenigen, die die Begriffe erfunden haben: die MediPo-Journalisten; dito die Definition des MediPo.

 

Ich bin mir zudem bewußt, dass eine Kritik immer einfacher ist, als selbst ein Buch zu schreiben; dafür entschuldige ich mich schon jetzt. Wie der Autor so bin auch ich Deutscher, und lebe seit vielen Jahren auf dem österreichischen Land in einem Dorf fernab der Zivilisation, nach Redart des MediPo als dummer Abgehängter, kleine Leute-Mensch, voller Angst vor der Digitalisierung im Speziellen und der Zukunft im Allgemeinen, Klimawandel-Leugner und hochgradig homo- und islamophob; kurzum, ich bin selbständiger Beteiligungsunternehmer in Kitzbühel.

 

Vorwegschickend möchte ich sagen, es gibt keinen linken (“Rechte sind schuld”), mittigen (“wir schaffen das”) oder rechten (“Ausländer raus”) Populismus, denn dies sind alles nur leere Worthülsen. Es gibt nur Argumente. Die Summe der Argumente führt zu einer politischen und gesellschaftlichen Meinungsbildung z.B. in Form von Programmen von Gruppierungen, die diese Argumente vertreten; z.B. Parteien oder Interessensgruppen, derzeit als 5 Gewalt immer mehr auch die NGOs. Der demokratische Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozeß darüber, welche Argumente die meisten Menschen überzeugen, sollte richtungsweisend für eine verantwortungsvolle Politik sein, und trotzdem diejenigen abholen, die sich nicht primär durch die Mehrheit vertreten fühlen. Das wäre eine Optimalvorstellung. Es ist eben nicht der MediPo-Journalist, von der sinnvollen 4. Gewalt im Staate zum Politik-Aktivismus aufgestiegen, der definiert was Demokratie, Gesetzlosigkeit, Gewalt und Meinung ist, sondern jede ! Meinung zählt, auch die die dem MediPo nicht passt. Die Unterdrückung und Verklärung von unpassenden Meinungen führt in der Summe zu Wahlergebnissen wie vor Kurzem in Deutschland, wo sich niemand der Medien-Elite erklären kann, wie es zu solchen Ergebnissen für die AfD kommen konnte. Wer die Menschen nur für dumm verkauft oder für dumm erklärt, der wird und muß solche Ergebnisse ernten.

 

Nun aber schnallen Sie sich an, die Rezension des Buches: “Österreich, die zerrissene Republik” beginnt.

 

Bereits in der Einleitung vermisse ich den Hinweis, dass Österreich eigentlich nicht aus 8 Bundesländern plus Wien besteht, sondern in Wahrheit fast alle gesellschaftlichen Probleme in Wien kulminieren, Wien aber keineswegs typisch für ganz Österreich ist. Damit ist Österreich ungefähr wie Frankreich mit Paris, UK mit London, Belgien mit Brüssel und sogar Mexico mit Mexico City und jedem anderen zentralistischen Land vergleichbar aber nur schwer mit Deutschland, einem ausgeprägten Föderalismus, bei dem der “Ausfall” von den bisherigen Lost-NRW und Lost-Berlin zwar schmerzt, aber durch Bayern und Baden-Württemberg bisher locker kompensiert wird. Fast 2 Mio. der ca. 8 Mio. Österreicher leben in Wien; also ca. 25%. Das wäre so, als wenn Berlin 20 Mio. Einwohner von 80 Mio. Bundesbürger hätte. Wien ist die zweitgrößte deutschsprechende Stadt nach Berlin. 30% Prozent aller Arbeitslosen in Österreich, gesamt ca. 413.000 im April 2017, Quote 8,6%, leben in Wien; inkl. dem angrenzenden Niederösterreich sogar 180.000 von 413.000, also über 40% aller Arbeitslosen. Der Ausländeranteil ist mit 15% österreichweit und fast 30% in Wien, ebenso extrem auf die Hauptstadt zugespitzt. Wien ist also in allen Problemfeldern dominierend. Aus Wien auf ganz Österreich zu schließen ist also genauso verkehrt wie umgekehrte Schlußfolgerungen.

 

By the way: die Entfernung von Bregenz im Bundesland Vorarlberg im weiten Westen nach Wien ist mit 617 km nur unwesentlich weiter, als die Entfernung von Wien nach Uschgorod/Ukraine mit ca. 596 km. All das erfahren sie im Buch nicht, denn es passt nicht zur Ideologie des Autors, die ich in der Folge entlarve. Warum sind diese Informationen aber wichtig, weil sie zeigen, wie einseitig eine Herleitung der eigenen Meinung zu einem Land oder Umstand ist, wenn man seine eigene Informationszone nur dorthin verläßt, wo man das findet, was man zur Komplettierung der eigenen Meinung braucht; die banale MediPo “selffullfilling prophecy”. Der geneigte Leser kann diese Verhaltensweise natürlich auch mir unterstellen, ich möchte aber aufzeigen, wie die selbsternannten Definierer und Hüter der Demokratie, die MediPo-Journalisten, die Realität auslegen wie sie es brauchen, um ihre Ideologie zu platzieren.

 

Im Vorwort behauptet der Autor, der Populismus hätte das Land fest im Griff. Wahr ist, dass es eine erhebliche Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Meinungen über die Art und Weise der zukünftigen Politik Österreichs gab und gibt, die zu hitzigen Debatten und “offenen” Rissen in Familien, Freundschaften, Vereinen bis hin zur gesamten Gesellschaft führten. Bei lebensentscheidenden Fragen wie z.B. dem Umgang mit der muslimisch/afrikanischen Massenmigration ist eine solche Auseinandersetzung zwar nicht schön, aber demokratische Notwendigkeit. Vergegenwertigen Sie sich nochmal, dass Sie durch die Deutschen Medien erfahren, welcher Politiker mit welcher Konfession für oder gegen die “Ehe für Alle” gestimmt hat. Eine einzelne Person erklärt aber in einer Nacht und Nebel Aktion, ohne Parlamentsbeschluß, dass nunmehr Hunderttausende einfach so nach Deutschland gelangen können, ohne Kontrolle, und dieser Zustand so de facto bleibt, weil es keine Alternative dazu gäbe. Ein Zustand, der bis heute von den Medien nicht gewürdigt wird. Nur absolutistische Könige haben solch weitreichende Entscheidungen selbstherrlich getroffen.

 

Wir in Österreich und Europa diskutieren hart, jedoch ist mir nicht bekannt, dass Menschen in Österreich oder Europa aufeinander losgegangen wären oder gar auf einander schießen; Ersteres ist heute bei jedem Links-Chaoten-Auftritt in Deutschland, Europa bzw. zum G20-Treffen völlig normal; dem Autor aber keine Abgrenzung wert. Was an einer verbal harten Auseinandersetzung falsch sein soll, kann ich nicht nachvollziehen und wo der Populismus das Land im Griff haben soll vergißt der Autor zu erläutern, so wie immer im MediPo Behauptungen aufgestellt werden, die nicht erläutert werden.  So sollen die Grenzen zwischen Links, Rechts oben und unten nach dem Autor “amalgamieren”; ich übersetze: verschmelzen, was gefährliche Folgen für das Land hätte. Ist dem so ? Wenn Rechts und Links in Positionen einig wären, z.B. in der Ablehnung Hofers als Bundespräsident, oder im Stopp der unkontrollierten Massenmigration durch und nach ! Österreich, wo ist das Problem ? Worin besteht also das “Amalgamieren” und die Gefahr wenn Einigkeit herrschen würde ? Wir erfahren es nicht.

 

Während ich diese Rezension schreibe ist der G20-Gipfel in Hamburg zu Ende gegangen, der die Auswüchse einer grenzenlosen und gesetzlosen Politik aufzeigt, gleichzeitig aber die Realitätsferne des MediPo-Journalisten unterstreicht. Während wir ständig eingetrichtert bekommen, wie dramatisch der Populismus und die Rechten uns im Griff haben, liefern Linksautonome aus ganz Europa beispiellose Gewaltexzesse ab. Haben Sie je solche Bilder von bürgerkriegsähnlichen Zuständen von irgendjemandem gesehen ? Linke und Grüne Politiker, halten die Gewalt von Hamburg sogar für vertretbar bzw. geben selbstverständlich der Polizei Schuld an den Exzessen. Auch der Spiegel-Miteigentümer Augstein-Junior ist per Twitter der Meinung, es wäre besser gewesen die G20-Teilnehmer zu verdreschen als die Polizei die Randalierer. Für den MediPo gibt es diesen Krawall gar nicht, denn jeder umgefallene Mülleimer vor einem Flüchtlingsheim, jede politisch inkorrekte Forderung wie z.B. die Schließung der Mittelmeerroute im Migrationsdrama wird zur Staatsaffäre gemacht, während uferlose, linke Gewalt nicht annähernd und schon gar nicht dauerhaft derart medial problematisiert wird. Leider erhält der Bürger die Konsequenzen dieser Verklärung der Realitäten durch die Eliten und Medien nun erstmals vor seiner eigenen Haustür vorgeführt.  Die Menschen konnte sich erstmals selbst ein Bild vom Kontrollverlust des Staates machen.     

 

Leider verpaßt der Autor hier die Chance, das eigentliche Kernproblem unsere Zeit im gesellschaftlichen Zusammenleben am Beispiel Österreich aufzugreifen. Worin liegt das ? Mit der Digitalisierung ist das Land (geographisch, nicht Österreich) auch ein Stück weit unabhängig von den Metropolen geworden. Während sich London, Berlin, Paris, Wien und viele Städte mit ihren Vorstadt-Problemen, immer mehr gleichen und seelenlosen Restaurant- und Modeketten, Gewalt-, Verkehrs-, Wohnungs-, Arbeitsplatz- etc. Problemen angleichen, sind die ländlichen Regionen nicht mehr bereit, Wochenendspielplatz für Städter zu sein und sich als bemittleidenswerte Abgehängte bezeichnen zu lassen. Viele Regionen Europas, die für den Brexit und gegen die aktuelle Form der EU sind, sind eben nicht nur dumm, sondern wollen eine andere Form des Zusammenlebens; eine intakte mittelständische Unternehmerstruktur tut ein Übriges für eine Unabhängigkeit von den Metropolen. Die neue Frage heißt nicht EU ja oder nein, Ost gegen West etc., sondern Stadt gegen Land. Dem Autor, Wirtschaftsjournalist in einem zentralistischen Land, fällt dazu gar nichts ein.   

 

Es ist Herrn Siebenhaar wichtig darauf hinzuweisen, keinesfalls Teil des Machtsystems in Österreich zu sein. Das ist richtig, aber leider gehört er einem anderen Machtsystem an, nämlich dem was per Definition bestimmt, was Demokratie, freie Meinungsäußerung, Populismus und Gut bzw. Schlecht ist, mithin dem MediPo. Genau das macht die Siebenhaars, Clebers (ZDF), Hayalis (ARD-Moma) und Co. so gefährlich, weil sie völlig unkontrolliert ihre persönliche Meinung via Massenmedien als die einzig Richtige vermarkten dürfen.

 

Nun zu den einzelnen Buchkapiteln:

 

Das erste Kapitel widmet sich der Gefahr die von Österreich auf Europa ausgeht. Wie nicht anders zu erwarten, wird der “gnadenlose” Rechtspopulismus dafür verantwortlich gemacht und die EU wäre alternativlos; jedes Rütteln daran würde Österreich ins Abseits führen.  Das bedeutet also, dass jede demokratische Meinungsäußerung die nicht dem entspricht, was MediPos vorgeben, gefährlich ist, und subsidiäre Verbesserungen einer derzeitigen EU-Organisations-Fehlkonstruktion, als alternativlos benannt werden. Wenn sie also als Regierung eines EU-Landes, eine wenigstens vorrübergehende nationale Lösung in der Migrationsfrage umsetzen, weil von Brüssel=Berlin nichts kommt, werden sie durch den MediPo zur Gefahr erklärt. Besonders pikant der Hinweis des Autors, dass der Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei durch Österreich, ein Hinweis auf Rechtspopulimus wäre und das strategisch wichtige Flüchtlingsabkommen mit der Türkei gefährde.  Dass es sich mit der aktuellen Türkei um eine Diktatur handeln dürfte, die in keinster Weise mit den EU-Werten übereinstimmt, hat sich in Deutsche Redaktionen noch nicht herumgesprochen. Wenn es eine rote Linie für Erdogan geben müßte, dann hat sie mit Österreich endlich jemand gezogen, noch weit vor der Deutschen Politik die erst reagierte, als Erdogan seine Landsleute in Deutschland mobilisierte. Dass die “aktuelle” Türkei nichts in der EU verloren hat, ist inzwischen Allgemeingut. Selbst die Türkei hat keinen Spaß mehr an dieser EU; wie wir gerade lernen.   

 

Der absurde Türkei-Flüchtlingsdeal, der jeden Erstklässler in Erstaunen versetzt, denn wie soll aus: nimm einen “Illegalen” zurück und gebe mir dafür einen “legalen” Flüchtling, also 1 für 1, insgesamt weniger werden ? Ein Deal der nur eines schafft, häßliche Ablehnungsbilder von der Deutschen Grenze an die Türkisch/Syrische-Grenze zu verlegen, plus ein paar Milliarden Taschengeld aus Deutschland für einen Diktator. Ein seltsames Verständnis von Menschenrechten. Der Autor macht früh einen Rechtsruck der Österreichischen Gesellschaft aus, als hätte es die Erkenntnisse, dass nur ein Teil der Migranten wahre Flüchtlinge sind, viele Terroristen sich in den unübersehbaren Strom untermischen und vor allem all die Terrorakte in Europa, sexuelle Übergriffe von Männerhorden, die Profi-Antänzer von der Silvesternacht 2015, Sozial- und Identitätsbetrug und sonstigen unrühmlichen Kollateralschäden der illegalen Massenmigration wie die täglichen Schlägereien und Messerangriffe, insbesondere in Deutschland, nie gegeben. Wo bitte gibts die rosaroten Brillen mit denen man sich die Welt derart zurecht träumen kann ? Erstaunlicherweise war Österreich von diesen Exzessen weitgehend verschont; vielleicht wegen der gesunden Skepsis gegenüber dessen was da kommt. Besonders kränkend muß es aber für ein Volk sein, wenn es jeden Tag spürt, Zufluchtsort 2. Klasse für die Migranten zu ein, deren Primärziel Deutschland ist. Recklinghausen statt Wörthersee, denn dort sind die Rahmenbedingungen= Sozialleistungen deutlich besser. Wer will es einer Gesellschaft verdenken, sich nicht dauerhaft maßlos von ihrer Regierung verarschen zu lassen. Hier sei noch anzumerken, dass die bisherige Mindestsicherung-Gesetzgebung in Österreich zu einer wahren Völkerwanderung der Migranten nach Wien führt, da dort kaum Sachleistungen (wie z.B. in Vorarlberg und Tirol) abzuholen sondern großzügige Cash-Leistungen im allgemeinen Sozialtopf gewährt werden: 840 Euro Mindestsicherung für einen Flüchtling gegenüber 930 Euro durchschnittliche Mindestsicherung für Österreicher und 1200 Mindestsicherung nach 40 Jahre Arbeit. Nicht verwunderlich, dass 50% der Mindestsicherungs-Bezieher in Wien, Migranten sind. Darüber erfahren Sie im Buch nichts !  

 

Wohin eine MediPo widerspenstige Einstellung eines Volkes führen kann, zeigt uns der Autor am Beispiel der SPD in Deutschland. Deren Hartz-Gesetze hätten zu einer Armutsspirale nach unten in Deutschland geführt und die Linken ermöglicht. Letzteres mag richtig sein, aber die Erfolge des inzwischen weltweit zu Unrecht gegeiselten Exportweltmeister Deutschlands mit de facto Vollbeschäftigung und Konsumexplosion, sind auch oder gerade auf der Agenda 2010 von Kanzler Schröder inkl. den Hartz Gesetzen basierend. Eine weiße, vorausschauende, uneigennützige Politik der Regierung Schröder wird also als Beispiel für Untergangsszenarien dargelegt. Wie wir heute wissen, hat sich die SPD unter Dauer-Verlierer und Top-EU-Bürokrat Schulz deshalb ständig zerlegt, weil sie die ureigenen Interessen ihrer Wähler für imaginäre Weltrettungszenarien aufgegeben hat. Da ist der Stamm-SPD-Wähler mal lieber gleich zur AfD abgewadert. Wer allerdings denkt, der Autor kann seine Fehleinschätzungen nicht mehr toppen, ist weit gefehlt.

 

Der Gipfel der ideologischen Verblendung kommt schon nach 27 von 254 Seiten.  Der Rechtsruck der österreichischen Gesellschaft soll sich darin ausdrücken, dass Handelsunternehmen wie Billa, Merkur oder Spar, Lebensmittel vorwiegend aus Österreich anbieten, als Zeichen der Abschottung und Abgrenzung; Heimat statt Qualität. Was jedem nachhaltig bewußten Konsumenten wichtig ist, Lebensmittel aus der Region, faire Tierhaltung oder z.B. Spargel aus heimischen Feldern und nur zur Spargelzeit, fairer Milchpreis, Lebensmittel mit geringstmöglicher Konservierung für unnötige Transporte und damit möglichst klimawandel-gerecht zu konsumieren und vieles mehr, wird nun zum Ausgrenzung-Verhalten gestempelt. Man kann es kaum glauben. Wenn sie also auf einem Deutschen Wochenmarkt ihr Obst und Gemüse bei lokalen Anbietern kaufen und keine Waren die mindestens durch x Länder gefahren, konserviert und umgepackt worden sind, dann sind sie bestenfalls ein Rassist. Edeka und Rewe starten gerade Regional-Warenkonzepte und gelten damit als innovativ; nach Denkweise des Autors sind sie damit Rassisten die für Abschottung und Ausgrenzung stehen. Ich habe vor Österreich auch in der Schweiz gelebt. Auch dort schätzt man den Wert einheimischer Lebensmittel und ist bereit Tierwohl, bessere Lebensgrundlagen für die einheimische Landwirtschaft mit höheren Preisen und der Wahl von einheimischen, nachhaltigen und wertigen Lebensmittel zu gutieren. Man muß schon aus dem Billig-Fress-Land Deutschland kommen, um die Bevorzugung einheimischer Lebensmittel gegenüber beliebigem Billigkram aus der ganzen Welt als rechtsradikal zu bezeichnen. Wenn sie sich insgeheim wünschen, es sollte den wenigen Fleisch- und Obstbaron zu Gunsten von lokalen Bauern, Metzgern etc. durch entsprechenden verantwortungsvollen Konsum an den Kragen gehen, vergessen sie es, sie sind ein nationalistischer Rassist. Was ist dann erst der Stuttgarter/Münchner der einen Daimler/BMW fährt ? Armes Deutschland, wer solche Wirtschaftsjournalisten hat.

 

Dass Österreich wie Deutschland vom Freihandel profitiert heißt nicht, dass man Alles (TTIP, CETA) widerstandslos unterzeichnen muß. Es muß erlaubt sein, zu wissen und zu studieren was beschlossen werden soll, um seine Sicht der Dinge einzubringen. Vorbei die Zeiten, in dem unbekannte Unterhändler übersetzt durch MediPos der Bevölkerung klar machen, was diese zu tun und zu akzeptieren habe. Die Menschen wollen Transparenz. Für Siebenhaar auch hier ein Zeichen für Rechte Gesinnung.  

 

Das Beispiel HypeAlpeAdria als Lehrstück für Fehlverhalten und Vetternwirtschaft zu bringen ist zulässig aber nichts österreichisch Spezifisches. Gab es nicht die Medien-, Container-, und Bauherren-Fonds in Deutschland, haben nicht Deutsche Provinzbanken das Geld des Steuerzahlers in Irischen Staatsanleihen versemmelt ? Inkompetente bis kriminelle Taugenichtse gibt es überall, dies einem Rechtsruck zuzuschreiben ist billig; passt aber gerade zu einem ideologischen Österreich-Bashing.

 

Schönreden statt Schlechtreden mag richtig sein, wenn man will findet man aber in der eher mittelständischen Wirtschaftsstruktur Österreichs herausragende Unternehmer (Riedel Glas, Romberg, Swarovski, Leitner, Doppelmeyer, RedBull und viele mehr) die gestalten, Weltmarken aufgebaut haben und erstaunlich gut mit dem Status Quo umgehen können. Dass Vieles besser werden muß, insbesondere die Steuerlast, ist dennoch richtig. Das Land allerdings kaputtzureden ist genau so falsch wie die ideologisch verblende Sicht auf den Brexit. Das Kaputt-Reden von Österreich hat nämlich auch eine dramatisch ökonomische Konsequenz, denn wie können Handelsblatt-Leser (Anleger) vom ATX (Österreichischen Aktienindex) profitieren, der vom Sommer 2016 bis dato um über 50% gestiegen ist, oder vom britischen FTSE 100, der von 5.800 Punkten beim Brexit auf bis dato 7.500 Punkte gestiegen ist, wenn sie von Wirtschaftsjournalisten nur Katastrophenszenarien geboten bekommen.  Spätestens jetzt müßte der Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart die Reißleine ziehen und solche Berichterstattung wegen Geschäftsschädigung verhindern. Brüskierend für die Handelsblatt-Journalisten war auch die Aussage des CEO der Voest Alpine AG, Österreichs größtem Privatunternehmen und international erfolgreichem Stahlkonzern, in Kapfenberg/Steiermark deshalb ein hochmodernes Spezial-Stahlwerk gebaut zu haben, weil es dort 3.000 hochqualifizierte Mitarbeiter gibt, die sie sonst wo nicht so einfach finden. Zu gern hätte man von Subventionen oder gar Korruption berichtet, dumm dass man zur Kenntnis nehmen muß, dass die Qualität österreichischer MitarbeiterInnen ausschlagegebend war; passt dies doch nicht zur Ideologie des Deutschen MediPo.   

 

Das fortwährende Versagen der Politik in Österreich nicht mehr hinzunehmen, diesen Appell hat der Autor mit dem Team Kurz, was sich fairerweise erst nach der Buchveröffentlichung gebildet hat und sicherlich ungewollt der FPÖ gemein. Wenn auch bis dato noch verschwiegen wird, dass der ORF mit ca. 4000 Mitarbeitern ca. 8 Mio. Einwohner versorgt, zum Vergleich bringen es ARD & ZDF auf nur ca. 28.000 Mitarbeiter bei 80 Mio. Einwohner, und ist damit genauso ein Stimmenkäufer für die etablierten Parteien, wie das “gekaufte” Volk in Wien. Nirgends auf der Welt leben in einer westlichen Demokratie mehr Menschen in Sozialwohnungen (städtische- oder genossenschaftliche Wohnungen) als in Wien; ca. 50% von 862.000 Wohnungen. Darum ist es auch so ruhig und konfliktfrei in Wien und Österreich, und nicht weil Rechts das Land umklammert.

 

Bedauerlich auch, dass der Autor die Angst vor einem Rechten Kanzler in Österreich schürt, ein Stilmittel das üblicherweise von Populisten verwendet wird: Angst schüren ! Wahrscheinlich jedoch ist, dass der nächste Kanzler von der SPÖ (Kern) oder eben von der Neuen Volkspartei (Team Kurz) gestellt wird; Letzterer ist mein Tipp. Beide brauchen allerdings die FPÖ als Koalitionspartner, was ausufernde Verhältnisse wie die Konsequenzen der illegalen Massenmigration nach Zentraleuropa, verhindert. Ein Kenner der österreichischen Szene wüßte, dass die FPÖ als Koalitionspartner niemals einen Kanzler oder Außenminister stellen würde. Man hat dazugelernt, die politischen Institutionen im Ausland und die MediPos im Ausland nicht zu sehr herauszufordern, aber im Innern für “klare” Verhältnisse zu sorgen. FPÖ Politiker werden maximal eine innenpolitische Rolle spielen. Auch Rechte, aus Sicht der Deutschen MediPos, lernen dazu.  

 

Bedenklich auch, dass nicht auffällt, dass mit Van der Bellen ein freier Ex-Grüner die Wahl nicht gewonnen hat, sondern Hofer die Wahl verloren hat. VdB, der tatsächlich der Meinung ist, Österreicherinnen sollten aus Solidarität auch mal Kopftuch tragen, ist nicht der Wunsch-Kandidat gar eine Hoffungsfigur für das Land, sondern einer, der um jeden Preis Hofer verhindern sollte.  Er hat genauso das Zeug zum Versöhnungskanzler wie die Österreichische Fußballnationalmannschaft zum Sieg bei der Weltmeisterschaft. Warum ? weil er ein EU-Grüßonkel ist, der gebetsmühlenartig alles was aus Brüssel=Berlin kommt, wiederholt und keine Bindung zu ca. 50% der Österreicher aufbaut, die eben keine offenen Grenzen und keine chaotische Zustände wie in den europäischen Metropolen in Österreich haben wollen.

 

Im 2. Kapital behauptet Siebenhaar, es gäbe eine Willkommenskultur die nur eine PR-Show war. Zunächst kann ich bestätigen, dass es am Wiener Westbahnhof durchaus einzelne, vorwiegend Jugendliche und Helfer aus den Sozialbereichen gab, die begeistert der neu-ankommenden Betreuungsklientel zugewunken haben. Dass der Westbahnhof ein Tränenpalast gewesen wäre ist genauso absurd, wie den Menschen, wie mir zu unterstellen, die Abgabe von Kleidung, Decken, Erstbedarf an Hygieneartikel etc. wäre nur Show gewesen. Ich kenne niemand, der je etwas bereut hätte oder gar zurückgefordert hätte. Auch ich habe wie viele Tausende an Willkommensfesten als Freiwillige Helfer teilgenommen. Am Hauptbahnhof in Wien und in Salzburg sah die Lage aber schon anders aus. Dort sah man dutzende Jurastudenten, die verdutzen Migraten erklärten, mit welchen Argumenten und Nicht-Nachweisen, man sich Asyl in Österreich verschaffen könnte. Luxusautos aus Deutschland holten ganze Familien ab und jeder der sich artikulieren konnte, wollte nach Deutschland: sind das Flüchtlinge die froh sind im Hier und Jetzt eine Bleibe gefunden zu haben ? Wieso rannten Tausende aus möglichen Unterkünften via Freilassing nach Deutschland; weil Österreich so herzlos ist ? Wer Verstand und nicht nur Herz hatte, wußte jetzt was hier wirklich passiert. Die Ziel-Optimierung der Migranten hatte begonnen.  

 

Eine Frechheit des MediPo ist, die Tragödie der 71 toten Migranten in einem LKW Österreich anzulasten. Wäre der LKW in Ungarn, Tschechien oder Deutschland abgestellt worden, wären dann diese Nationen schuld ? Wer löst den Zustrom von Menschen unter illegalen Umständen die zu solchen Katastrophen führen eigentlich aus ? Wenn jemand Nachts durch ihren Garten rennt und im Pool ertrinken würde, wären sie als Hausbesitzer schuld ? Würden sie einen Gedenkstein aufstellen und Mahnwachen abhalten ? Wie viele Gedenksteine stehen an beschrankten Bahnübergängen, wo jemand unerlaubt=Illegal diesen überquert und vom Zug erfasst wurde ? Bei aller Tragik, wo ist die Logik aus Ursache und Wirkung ? Nach der Logik des Autors, sind alle Europäer Mörder, denn jeden Tag ertrinken ja Menschen beim Versuch nach Europa zu kommen. Was tun sie als Leser persönlich dagegen, wenn nichts, dann sind sie schon schuldig, denn sie haben das Desaster ja nicht aktiv verhindert ? Inzwischen gilt es als bewiesen, dass NGOs als Teil einer Asyl-Industrie, die an der Verwaltung, Betreuung und Integration von Migranten viele Vermögen verdienen, im wesentlichen für die Massenflucht aus Nordafrika nach Italien verantwortlich sind. Seit dies unterbunden ist, ertrinken deutlich weniger Menschen im Mittelmeer. Dazu erfahren Sie beim MediPo nichts ! 

 

Bitter den Österreichern zu unterstellen, das Fremde als Gefahr denn als Bereicherung zu sehen. In Wien ist man die osteuropäische Bereicherung längst gewohnt, im Guten wie im Schlechten und einem Land Fremdenfeindlichkeit zu unterstellen, dass mit 28,1 Mio. Urlaubsgästen 2016 unter den Top Ten Reisedesinationen weltweit ist, ist schon dreißt. Zudem ist Österreich z.B. die Heimat des Lifeball, das zu Beginn der Inbegriff des Fremden war und dann zur Institution wurde. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die MediPo-Propaganda in Österreich nicht ganz so perfekt wirkt wie in Deutschland, die von ankommenden Fachkräften fantasierte, die die Rente der faulen Österreicher resp. Deutschen finanzieren würde. Eine Mär, die jeder halbwegs klardenkende Österreicher bei den diversen Willkommensfeiern sofort festgestellt hat; und nochmals: die Kollateralschäden des Integrationswahns in Deutschland, sind in Österreich mit erstaunender Ernüchterung zu Kenntnisgenommen worden. Österreich ist übrigens Nr. 4 in Europa, mit 42.000 Asylanträgen in 2016, und das bei nur 8 Mio. Einwohnern; d.h. 0,5% der Bevölkerung nach 1,1% in 2015. Das entspricht ungefähr den Zahlen von Deutschland in einem Land ungefähr so groß wie Bayern mit halb so viel Einwohnern wie Bayern. Wo wäre ihre Grenze des Machbaren ? Wie viele Konflikte würden Sie ihrer eigenen Gesellschaft zumuten und welches Recht auf Selbstbestimmung, Frieden und Freiheit hat die eigene Gesellschaft ? Diese Abwägung findet beim MediPo nicht statt. Die ideologische Verblendung der alternativlosen, unbegrenzten Aufnahmepflicht wird bis zum bitteren Ende durch Unruhen in den Zielländern in Kauf genommen. Der aufkommende Separatismus in ganz Europa, von Katalonien bis Schottland, von Flandern bis Korsika etc. ist der Arroganz der Herrschenden geschuldet, die Befindlichkeiten von Regionen nicht ernst zu nehmen und Kompromisse zu schließen. Es gibt viele Themen des täglichen Lebens, in dem besondere Regionen besondere Behandlung bedürfen, die Dampfhammer-Methode der Zentralisten wird kein dauerhaftes, friedliches Miteinander schaffen.     

 

Es wundert dann auch nicht dass Siebenhaar die Sicherstellung eines geregelten Grenzeverkehrs am Brenner als Tabubruch bezeichnet. Ca. 250 Menschen hätte im April 2015 gegen eine Mauer demonstriert. Pech für Siebenhaar, dass ich über Freunde im Wipp-Tal verfüge, die Aufnahmen von den “Menschen” gemacht haben; und siehe da, es handelt sich um die üblichen Protestchaoten, denen es einen Scheiß um die Afrikaner geht, sondern die immer da sind, wo gerade Krawall gegen den bösen Staat, von dessen Sozialleistungen man bestens lebt, angesagt ist. Der MediPo rechnet nun vor, was ein Europa der Zäune kostet und wie sich das auf den Tourismus auswirkt. Ich kenne niemanden, der Zollkontrollen oder gar eine Beschränkung des Waren-, Dienstleistungs- oder Geld-Verkehr wünscht. Die Straßenkontrollen an den Autobahnen bei Kiefersfelden und Walserberg/Salzburg, dienen ausschließlich dem Aufspüren von illegal Einreisenden, um Katastrophen wie am Neusiedler See zu verhindern, denn auch hier gilt: würde ein Afrikaner unter dem Zug sterben, wäre der Fahrgast laut Autor ein rassistischer Rechter, der den Tod von Flüchtlingen billigend in Kauf nimmt. Die jährlichen Kosten bei Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich werden mit 2,1 Milliarden Euro beziffert, die Kosten der illegalen Massenmigration inkl. der gesellschaftlichen Spaltung werden vom MediPo: nicht erwähnt ! Nicht erwähnt wird auch, dass z.B. Tirol den Brenner-Basis-Tunnel vor der Zeit fertig haben wird, während Deutschland noch im Planfeststellungsverfahren feststeckt, wie die derzeitig einspurige Zubringer-Trasse München-Rosenheim aussehen soll. Das ! ist ein Klima- und Kostenproblem. Beim Wirtschaftsjournalist findet dies jedoch keine Aufmerksamkeit.

 

Leider sind auch die Aussagen falsch, der Wochenendgast in Tirol wäre diesen Winter nicht wegen der Grenzkontrollen gekommen. Auswertungen von “Deutschen” Hotelbesitzern in Tirol zeigen, dass es eine ungewöhnliche Häufung von vorhersehbaren Schlechtwetter und deutlich weniger Schnee, dazu später noch mehr, an den langen Wochenenden gegeben hat. Der Winter 2015/16, bester Winter aller Zeiten mit 26,8 Mio. Übernachtungen in Tirol, und der beste Sommer 2016 seit 1991 mit 20,8 Mio. Übernachtungen sprechen eine andere Sprache als die des Autors. Die Zahlen des Sommer-Tourismus 2017 (Mai-Juli) in Österreich bestätigen wieder ein Nächtigungsplus von 4,4% auf fast 36 Millionen und ein Anstieg der Gäste um 5,7% auf 11,8 Millionen, ein historischer Höchstwert. Österreich boomt und die Aussage Siebenhaars, der Rechtsruck würde Touristen fern halten ist als ideologischer Schwachsinn widerlegt.

 

Die Grenzkontrollen an den Übergängen zwischen Deutschland/Österreich werden übrigens von den Deutschen ! Polizisten durchgeführt; im Buch des Autors kann leicht der Eindruck entstehen, es wären Österreichische Grenzkontrollen. So lange also Deutschland in Kiefersfelden und Walserberg wegen illegaler Einreisen kontrolliert, ist dann das gleiche Grenzregime in Österreich zu Italien nicht auch zulässig ? Warum aber kommen so viele Deutsche im Sommer 2017 nach Tirol und Gesamt-Österreich, wie noch nie zu vor ? Vielleicht weil es da so aussieht, wie es viele Deutsche zu Hause nicht mehr kennen; hunderte Deutsche haben mir das bestätigt, nicht eine einzige Person hat jemals gesagt, sie würde wegen rechter Tendenzen oder Grenzabschottungen nicht mehr wiederkommen.     

      

Hier sei noch angemerkt, welches MediPo-Meinungskartell mit der Politik besteht. Eine Journalist der führenden Deutschen Wirtschaftszeitung, unser Autor Siebenhaar, findet es ein Glück, dass es kein Grenzregime zwischen Italien und Österreich am Brenner geben soll, und der trifft jetzt auf einen Deutschen Entwicklungshilfeminister, Gerd Müller, der der Meinung ist: Originalzitat: “.... der Afrikaner kommt, um zu holen was ihm gehört”. Wenn sie eine Verteidigungspolitik als Land oder EU brauchen, dann gegen solche Meinungskartelle.

 

Siebenhaar schließt dieses Kapitel ab, dass sich Österreich einer gemeinsamem EU-Lösung verschließt. Wie soll eine EU-Lösung denn aussehen und wer legt die bis wann fest und was passiert in der Zwischenzeit ? Was soll also ein Land wie Österreich tun ? Wie lange soll es auf die EU und Berlin warten, die jeden Tag erklären, Alternativen zum Status quo sind alternativlos ? Wenn ihre Kinder sie fragen, wie lange sie wegbleiben dürfen oder was sie im Internet anschauen dürfen etc., wie lange werden die auf eine “Ansage” warten, wenn sie ständig hören, das muß erst in Gremien erörtert werden und was genau sie sehen könnten und was nicht, kommt dann vom Elternrat irgendwann. Wie lange warten sie als Eltern, bis sie konkrete Seiten und Ansprüche eingrenzen ? Wann sagen sie als Eltern, subsidiär, genug ist genug, ich lege jetzt selbst fest was geht und was nicht.

 

Dass der Vorstoß Österreichs richtig war, die Balkanroute zu schließen und die Schließung der Mittelmeer-Route voranzutreiben, erkennt man nun daran, das selbst Frankreichs verglühender Superstar der Intellektuellen: Macron, sich vorstellen kann, die Asylanträge der Afrikaner in Afrika zu bearbeiten. Diese Forderung hatte Österreichs Außenminister Kurz bereits im Frühjahr diesen Jahres gefordert. Vernunft kehrt überall ein, nur noch nicht beim MediPo.   

 

Auf Seite 50 des Buches würde ich eine glatte Lüge identifizieren wollen. Es wird behauptet, Berlin hätte Österreich links liegen gelassen, und den grandiosen Türkei-Deal ausgehandelt, denn Österreich würde mit nationalen Grenzschließungen auf dem Balkan unsinnige und undurchdachte Maßnahmen favorisieren; so rot-schwarz in Berlin. Richtig ist, dass es erst die Grenzschließungen durch die Balkanländer inkl. Österreich gab und der Rückstau und seine häßlichen Bilder in Idomeni etc. die EU=Berlin zum Handeln zwang.  Wer hat also wen zum Handeln gezwungen und überlegen sie sich als Leser selbst, was die Flüchtlingszahlen auf dem Balkan reduziert: Grenzregime, 1=1, viele Milliarden Schutzgeld an Erdogan ? Es ist ein mieses Geschäft. Dito braucht die EU auch jetzt wieder erst Drohungen von Italien, Migranten auch an nicht-italienischen Häfen abzusetzen, um endlich einen Aktionsplan von der EU zu bekommen, die NGO-Schlepperei-Hilfe zu unterbinden und ein funktionierendes Grenzregime in Libyen aufzubauen, mit hin das, was Österreichs-Kanzlerkandidat Kurz seit Monaten schon fordert. Wir wir inzwischen wissen funktioniert genau das.

 

Der MediPo erlebt seine Blühte auch bei der Behauptung, Österreich lehnt die Flüchtlingswellen aus dem Nahen Osten und Arabien ab, denn es gäbe ! kulturelle und religiöse Unterschiede zu früheren Flüchtlingen aus Tschechien und Ungarn. Lesen Sie den Satz nochmal und fragen Sie sich, gibt es Unterschiede in Religion und Kultur zwischen dem Nahen Osten/Arabien und Ungarn/Tschechien ? Ich frage mich, gibt es ernsthaft gebildete Menschen, die keinen ! Unterschied sehen ? Man kann nur noch den Kopf schütteln und muß eine ganz andere Frage stellen ? Wenn es Krieg, Flucht und Vertreibung in der Ostukraine und der Krim gibt, und ich möchte die kriegerischen Handlungen dort keinesfalls leugnen sondern ausdrücklich ansprechen, wo sind dann die Flüchtlinge zu denen wir kaum einen Unterschied in Kultur und Religion haben ?  Wieso kommen diese Menschen nicht  und wieso kommen über tausende von Kilometer Menschen (junge Männer), die mit unserer Kultur und Lebensart nichts aber auch gar nichts zu tun haben ? Wieso müssen wir Verhaltens-Flyer verteilen wenn es kulturell keine signifikante Unterschiede gibt ?

 

Wenn nichts mehr geht, nutzt der MediPo die Moralkeule wie: ...das uneingeschränkte Menschenrecht auf Asyl wäre in Österreich beendet ? Das Asylrecht westlicher Demokratien wurde geschaffen, um unmittelbar bedrohten Menschen eine Zuflucht zu bieten; z.B. Menschen die in der Türkei wegen anderer Meinung als Erdogan verfolgt werden. Es kann nicht die Aufgabe des Asylrechts sein, Völkerwanderungen zu legitimieren und Deutsche oder Österreichische Beamte damit zu beschäftigen, warum Person x aus Land y wegen Streit mit z ausgerechnet Asyl in Deutschland oder Österreich haben will und zwar so lange in !! Deutschland/Österreich bis der Sachverhalt geklärt ist. Vom massenhaften Asyl-, Identitäts-, Sozialleistungs- etc. –Betrug, hat der Autor nie was gehört, dito nichts von “fehlenden” Abschiebungen der Betrüger und den verursachten Kollateralschäden ganz zu schweigen. Österreich eine Islamophobie zu unterstellen ist durchaus machbar, damit kann man aber hier gut leben, so lange der Islamische Terror weiterhin dort auftritt, wo man sich weniger islamophob zeigt; z.B. in Frankreich, UK, vielen Orten in Deutschland. Der tägliche Messerangriff, die wöchentliche Vergewaltigung, alles in unabhängigen Einzelfällen ist in Österreich eben genau so noch nicht normal wie die morgentliche ARD/ZDF Migrationswerbesendung in Deutschland, wo Protagonisten wie Frau Hayali mit Preisen ausgezeichnet werden, die systhematische Angriffe gegen Bundesbürger (“taharrush gamea”) als nicht kulturell bedingt verklären.       

 

Lustig auch, dass nur die dummen und zurückgebliebenen Kleinen Leute die FPÖ wählen würden. Eine glatte Lüge, wie sonst wären fast 48%, also fast jeder zweite Wähler, Stimmen für den Kandidaten Hofer bei den entscheidenden Bundespräsidentenwahlen erklärbar ? Rechtspopulisitisch wäre es zudem, so der MediPo, Politik flexibel anzupassen und opportunistisch zu reagieren ? Kennen Sie irgendeine politische Strömung die ihr Programm nicht ständig anpasst und flexibel zur Zielerreichung, und seien es irgendwelche Zwischenwahlen, auslegt ? Langweilig auch die ständige Dämonisierung der FPÖ oder österreichischer Tendenzen sich aus der EU zu verabschieden. Wo steht geschrieben, dass diese EU auf alle Zeit alternativlos wäre ? Ob die EU in ihrer heutigen Form weiterbesteht, hängt von ihrer Reformfähigkeit ab und der Attraktivität “dabeizusein” weil die Vorteile des Mitmachen bei sorgfältiger Abwägung gegebenenfalls beherrschbare Nachteile überwiegen. Als Deutscher Journalist müßte Siebenhaar wissen, was Menschen zu dramatischen Veränderungen treibt: gab es da nicht den freiwilligen Beitritt der DDR zur Bunderepublik Deutschland ? Nach Redart Siebenhaar, hätte das nicht geschehen dürfen, denn der Ostblock galt damals genauso unumstößlich wie die heutige EU. Politische Systeme müssen den Bürgern dienen und nicht umgekehrt; sonst geht der Bürger früher oder später. Was, wenn nicht die angeblich alternativlose Massenmigration, kann ein Land gegen den Willen der Bürger stärker verändern und sollten nicht diese bestimmen was sie wollen, oder doch die EU=Berlin ? Grundsätzlich muß die EU als übergeordnete Institution Lösungsvorschläge für die komplexen Fragen dieser Zeit vorlegen; tut sie das nicht oder schafft sie es nicht in Zusammenarbeit mit den Nationalstaaten Konsenslösungen zu erzielen, stellt sich die Frage wozu man sich übergeordnete Instanzen hält.

Dem Autor sei der brandneue 10-Punkte Plan der CSU in Bayern empfohlen, wie man Extreme vermeidet und gesellschaftlichen Konsens wieder herstellen kann. Die heißgeliebte und völlig ins Absurde erhöhte EU könnte z.B. einen Beitrag leisten, dass Separationsbewegungen in Spanien/Katalonien sanft moderiert werden, dass es eben nicht zur Spaltung sondern Versöhnung kommt. Dass wäre schön.

 

Es ist ratsam unter dem Aspekt, die Briten fair und vernünftig zu verabschieden, um sie gegebenenfalls später wieder als Partner einzufangen. Am Umgang mit den Briten wird man sehen, ob die EU die wirklich moralische Instanz ist, die sie vorgibt. Wer nicht bedingungslos für ! die aktuelle EU ist, den als Gefahr oder Gegner zu erklären, ist ein arrogant falsches handeln und grob fahrlässig. Der gerade verstorbene wesentlich Konstrukteur der EU, Altkanzler Helmut Kohl, hätte niemals eine derart aggressiv kompromisslose Gefolgschaft gefordert, wie dies heute Brüssel=Berlin tun. Kohl weiß, was er Ungarn, Tschechen, Polen, Österreichern etc. zu verdanken hat, er hätte sie “mitgenommen” nicht meinungs-annektiert.     

 

Die Bürokratie abzuschaffen oder auf ein Mindestmaß zu reduzieren, darin stimme ich mit dem Autor zum Thema Österreich gerne überein. Eine Firmenneugründung in Tirol hat mir zunächst eine Steuerfahndung gebracht, denn woher kommt das Gründungskapital, eine erste Steuerprüfung der Firma 4 Monate nach Gründung. In Österreich muß ein Koch dem Arbeitgeber unterschreiben, dass er sich an Messern verletzten kann, Putzkräfte müssen unterschreiben, dass sie keine Putzmittel trinken. Das Team Kurz, die ehemalige ÖVP, wird sich genau dieser Themen annehmen. Die EU muß sich um die Außengrenzen kümmern, Österreich um die Umsetzung der Allergene-Verordnung. Das nennt man Subsidiarität. Man kann nur hoffen, dass sich Kurz mit der rund-um-erneuerten Volkspartei bei den Wahlen im Oktober durchsetzt. Erstaunlich dass der Autor die Selbstreinigungskraft der Politik und Staats-Wirtschaft durch die FPÖ nicht mehr würdigt.

 

Ich stimme dem Autor auch uneingeschränkt bei der Analyse des Österreichischen Kapitalmarktes zu; er ist nicht existent. Jede erfolgreiche Jung-Firma geht durch Verkauf ins Ausland aber nicht in Wien an die Provinz-Börse. Bei Veranstaltungen der Wiener Börse und der Erste Bank werden Rahmenbedingungen genannt, die nicht mal erfolgreiche Unternehmen in Deutschland erfüllen können. Die überall gängige Freunderl-Wirtschaft nimmt teilweise groteske Ausmaße an. In Tirol dreht sich im Startup-Bereich alles um wenige Familien, bei der wko (Wirtschaftskammer Österreich) kommt man international an ganzen Familien-Clans kaum vorbei und dass die Führung des aws, immerhin verwaltet der Milliarden an Subventionssummen p.a., bisher nach Parteibuch besetzt wird, erscheint da noch als das kleinere Übel. Echte Einzelunternehmer, wie z.B. die Mitglieder der Tiroler Adlerrunde oder die erfolgreichen “Business Angels” können darüber nur noch den Kopf schütteln. Letztere verstehen allerdings zunehmen besser, die mit Bürokraten besetzten öffentlichen Strukturen und unzähligen Fördertöpfen für sich zu vereinnahmen. Wer drin ist, ist drin. Auch die blödeste Idee wird unterstützt, ähnlich der Asyl-Betreuungsindustrie, den das schafft Goodwill-Arbeitsplätze die niemand (vorerst) hinterfragt. Und wenn nichts mehr geht, wechseln die “staatlichen Versorger” gerne zu den privaten Investoren Fonds, um dort für Nachschub an Fördermittel zu sorgen. Für den “echten” mittelständischen Unternehmer ein Schlag ins Gesicht. Mir sind sogar Fälle bekannt, bei denen Firmen nahezu zu Tode gefördert werden und der Einstieg von echten Strategen eine Rückzahlungs-Katastrophe = Insolvenz auslösen würde. So richtet man sich im Förderwahn ein und unterläßt teilweise jede Wachstumsinitiativen. Der Bürokratieaufwand für echte Gründer, wie bereits geschildert ist legendär. Das steht allerdings im Widerspruch zu den top-qualifizierten jungen Leuten die österreichische Unis verlassen, mir bekannt die TU Wien, Uniklinik Innsbruck, Graz und die Softwareschmieden rund um die Uni Hagenberg bei Linz. Die Märkte im Ausland sind einfach größer und deshalb begehrter für die jungen Leute. Im Westen winken zudem Zürich und München als Alternativen zu eher ländlichen Gebieten. Insgesamt hat der Autor recht, dass endlich die Unternehmenssteuern runter müssen und 14 Monatsgehälter bei 25% Sozialleistungen sind für junge und alte Firmen nicht/kaum finanzierbar.      

 

Dass österreichische Konzerne wie Voestalpine oder der Ölriese OMV ihr Heil im Ausland suchen, verwundert allerdings wieder nur den Wirtschafts-Autor Siebenhaar. Nehmen wir an Sie wären ein Ölkonzern, wo würden Sie nach Öl+Gas bohren; in Österreich oder dort wo es Öl+Gas gibt ? Würden Sie wie Voestalpine ein neues Stahlwerk in den USA bauen, um dort weiter wettbewerbsfähig zu sein oder würden sie im Heimatland Österreich bleiben und alles über Exporte abwickeln.  Es gehört kein wirtschaftswissenschaftliches Studium dazu festzustellen, dass Konzerne in kleinen Ländern in die Welt hinaus müssen, um konkurrenzfähig zu sein/bleiben. Von der blödsinnigen Bankenabgabe bis zur NOVA, der Sondersteuer für KFZ, die es sonst so nirgends in der EU gibt, stimme ich dem Autor zu. Ob Banker und Unternehmer wegen der K+K Monarchie als verachtenswerte “Haudegen” gelten, kann ich nicht sagen, da mir hier die Recherche fehlt, was ich allerdings ständig höre, ist der Hinweis, dass eine überbordende Bürokratie und Beamtenlastigkeit im wesentlichen auf die ehemalige Monarchie zurückzuführen ist. Lehrer, Sozialwissenschaftler, Verwalter (Beamte) sind die honorigen Persönlichkeiten im heutigen Österreich.

 

Pech allerdings hat der Autor mit den derzeitigen Aufschwüngen der österreichischen Banken, die er so verteufelt, insbesondere durch das wieder aufkommende Osteuropa-Geschäft, wo wir bei den EU-Sanktionen zu Russland wären. Man kann über die Krim Annexion denken wie man will, ob das Ausmaß der Sanktionen gegen Russland gerechtfertigt und vor allen Dingen sinnvoll sind, mag dahin gestellt sein.    

Dass den Österreichern ein “Ausgleich” mit dem Kreml vorgeworfen wird, statt an einer “harten Haltung” – wie Deutschland, ist typisch für den Deutschen MediPo. Was gibt es besseres als Gespräche und Handel bzw. Wirtschaftsbeziehungen um Dinge aktiv zu verändern ? Ist die Ukraine wirklich das demokratisch saubere Blatt, dass es sich lohnt Gespräche mit Russland abzubrechen ? Vielleicht haben die Amerikaner und ihre Verbündeten ganz andere Interessen, dass man die Ukraine so hofiert, die man zu Zeiten der EM 2012 noch kritisiert hat, denn seit Fracking und Flüssiggas, braucht man keine Beziehung mehr zu Russland; Österreich schon, denn die Alternativen sind rar. Dem Autor gebe ich wieder recht, wenn er sagt, der Staat müsse sich aus den Unternehmen verabschieden um deren wirtschaftliche Handlungsweise nicht zu behindern. genau das machen die Firmen, die auch in Russland tätig sind.

 

Es ist billig Österreich dafür zu kritisieren, dass Politiker wie Ex-Präsident Fischer zu Putin ein gutes Verhältnis hätte. Hat das Ex-Kanzler Schroeder nicht auch und was ist daran schlecht ? Ist Österreichische Politik unberechenbar und Gemeinsinn gefährdent, wenn sie nicht jede Blödsinn von Deutschen Regierungen mitmacht ? Siebenhaar widerspricht sich selbst, als er den Ex-Präsidenten der Ukraine, Janukowitsch, als korrupt bezeichnet. Es war und ist also doch nicht Gold was alles glänzt in der Ukraine, und das ist unter den aktuellen Machthabern und ihren Freunden derzeit auch nicht besser. Im übrigen können Ukrainer Aufenthaltsgenehmigungen in Deutschland kaufen, wenn sie investieren; mir bekannt z.B. in Augsburg. Wer ist also unberechenbar und inkonsequent ? Ja es ist richtig, dass sich Schattenmänner aus Russland lange Zeit in Österreich sicher fühlen konnten. Dass ein Autor das sagt, in dessen Herkunftsland, Deutschland, im Zuge der illegalen Massenmigration, tausende Gefährder und bereits hunderte aktive Terroristen herumlungern dürfen, ist ungeheuerlich. Das eine rechtfertigt nicht das andere, im Glaushaus zu sitzen sollte allerdings heißen, mit gutem Beispiel voranzugehen.

 

Es geht zum guten Ton des MediPo außergewöhnlich erfolgreiche Menschen in ihrem Denken und Handeln zu zerlegen. Dietrich Mateschitz hat aus dem bereits vorhandenen Aufputschmittel für thailändische LKW-Fahrer mit RedBull ein Markenprodukt, welches die ganze Welt konsumiert, geschaffen; wie z.B. die Gründer der SAP aus Deutschland die zweit größte Software-Firma der Welt geschaffen haben.

Mateschitz soll 270 Millionen in das Umfeld Spielberg, der österreichischen Formel 1 Rennstrecke und Event-Zentrum, investiert haben. Dafür erntet er vom Autor Kritik, denn Mateschitz soll nur gewinnorientiert sein und das Murtal von Abwanderung geprägt. Letzteres möchte ich nicht bezweifeln, frage mich aber, ob es sinnvoll ist, Menschen dafür zu kritisieren, dass sie Investitionen tätigen und sei es nur aus der Motivation derjenige zu sein, der versucht hat etwas zu gestalten oder zu verbessern, mit dem Risiko des Scheiterns. Deshalb erwähnte ich auch die SAP-Gründer, die insbesondere durch Dietmar Hopp in der mir bekannten Metropolregion Mannheim-Heidelberg-Sinsheim, wackelige Industrien (z.B. Brauereine, Solarunternehmen etc.pp.) auffangen, neu-gestalten und durch ihre Investitionen hoffentlich die eine oder andere nachhaltige Wirkung auslösen. Was, in Gottes Namen, soll daran schlecht sein ?

 

Siebenhaar hofft förmlich, der Didi und die Dietmars dieser Welt mögen scheitern, denn sonst wäre ihr Hunger nach Land noch mächtiger ? Ist das so ? Ja, Mateschitz kauft Schlösser, Herrenhäuser und Bauernhöfe ja ganze Landstriche wie Dietmar Hopp Landgüter zu Fußballzentren macht und Golfplätze bauen läßt. Mir ist bei keinem einzigen Objekt oder Region bekannt, dass die Öffentlichkeit davon verbannt wäre, außer dem Zutritt zu Privaträumen von bis dato heruntergekommenen Objekten. Was kann es für die Allgemeinheit Schöneres geben, wenn Menschen ihr Kapital in der Region der sie sich verbunden fühlen investieren ohne exakt darauf zu schauen, was dabei herauskommt ? Niemand kann was mitnehmen, die Schönheit dessen was erbaut oder erhalten wir, wird bleiben. Ich halte die behauptung des Autors für falsch, dass dadurch die Immobilienpreise getrieben würden, denn wie viele Personen kennen Sie, geneigter Leser, der um die Immobilien die hier zur Debatte stehen, mit Mateschitz konkurrieren könnte ? Dass durch Initial-Investitionen Einzelner, wie z.B. Golfplätze oder Stadterneuerungen, Eventzentren etc. hoffentlich viele andere Menschen und Firmen ermuntert werden, sich ebenso dort anzusiedeln und für Prosperität zu sorgen ist ein Effekt, den sich jede Politik nur wünschen kann. Dass sie privat initiiert ist, macht sie aus meiner Sicht eher erfolgversprechender.

 

Typisch Deutsch ist das Vorhalten von Mißerfolg als Charakterzug des Unternehmers; hier mit Botanic Water oder Carpe Diem. Dass durch seinen Erfolg, Firmen wie Rauch überhaupt erst groß werden konnten; geschenkt ! Dass es im Fußball um Geld geht ist klar. Niemand will dauerhaft alimentieren und dass Fußball und Formel 1 für ein Markenprodukt Sinn macht ist auch klar. Das Beispiel Hopp (SAP) und die Transfererfolge der TSG Hoffenheim zeigen, wo Mateschitz wirklich hin will: in ein eigenständiges, nicht dauerhaft alimentiertes Erfolgskonzept. Sogenannte Traditionsvereine sollten sich fragen, warum ihnen das bei wesentlich besseren Voraussetzungen in der Vergangeheit nicht gelungen ist; weil Debattierclubs selten besser funktionieren als effiziente Strukturen von Experten, vom Ingenieur der Autos baut bis zum Erfolgstrainer, Geschäftsführer etc..

 

Sicher hätte man auf die Unglücke von Extremsportlern anders reagieren können, da war Mateschitz schlecht beraten, genauso schlecht beraten wie in der Kommunikation rund um das PR-Drama ServusTV. Dieser Sender ist einer der Besten den es im Deutschsprachigen Raum gibt, das wird jeder gutieren. Leider zieht der Sender dennoch nicht ausreichend Zuschauer an, die ein tragfähiges Geschäftsmodell gewährleisten. Angeblich soll Mateschitz p.a. fast 400 Mio. Euro in das RedBull Media House investieren, dem nur ca. 60 Mio. Umsatz entgegen stehen sollen. Wenn das so ist, dann wären die Investitionen von Mateschitz ein Geschenk des Himmels und die Belegschaft und Zuschauer bzw. Leser müßten jeden Tag dankbar sein, dass jemand bereit ist so viel Geld in “gute” Medien zu investieren statt Geld zu verdienen. Stattdessen erntet Mateschitz vom Autor die Ansage: ....”in einer Marktwirtschaft europäischer Prägung gehört ein Betriebsrat zu einem Unternehmen wie Umsatz und Gewinn“. Frage an Sie lieber Leser: wenn Sie p.a. netto 300 Mio. Euro einem Unternehmen zuschießen würden, wie viel Mitbestimmung und Einmischung würden Sie als Alleineigentümer akzeptieren ? Glaubt irgendjemand im Ernst, dass bei solchen Zuschuß-Betrieben der Geldgeber nicht mindestens einmal die Woche mit den Verantwortlichen eh im engen Austausch ist ? und welche Forderungen würden Sie als Mitarbeiter an den Eigentümer herantragen, der ihren Job p.a. mit 300 Mio. Euro netto alimentiert ?

 

Damit ich nicht den Eindruck erwecke, ich wäre Herrn Mateschitz verfallen, hier meine Kritik an dem Unternehmer und Mensch der so viel für sich und andere schon erreicht hat:

- warum gibt es weltweit keine RedBull-Dose mit aufgeklebtem Kondom, um Geschlechtskrankheiten vorzubeugen und ein Bewußtsein für die ungezügelte Vermehrung des Menschen zu schaffen ? Ja, ich weiß, dort wo sich die Menschen kein RedBull leisten können, könnte man sie frei verteilen, was sogar ein Marketing-Effekt hätte.

- warum kauft Mateschitz nicht einfach das Okavango-Delta oder ein anderes Reservat in Afrika und erklärt es zum Naturschutzgebiet, dito Blau-Wale, Eisbären etc., um die Flora und Fauna der Erde als Privateigentum zu schützen ? Selbstverständlich haben Menschen jederzeit Besuchsrechte, aber Wilderei und totale Ausbeutung (z.B. Gallenbären und Pelztierfarmen) wären nur noch schwer möglich ? Eine Reihe von RedBull-“echte”-Tier-Reservate wären wünschenswert; mit bezahlbarem Zugang für Jedermann. Weitere Luxusoasen, wie die vom Ex-Puma Manager Zeitz braucht kein Mensch.                      

- warum gründet Mateschitz keine Privatorganisation die die Rechte der Opfer von Gewalt juristisch durchsetzen, ähnlich wie z.B. Fluggäste ihre Rechte bei Verspätungen über Organisationen geltend machen ? Erfahren wir heute nicht alles über Täter und vergessen dabei die Opfer und Angehörige ? in Anlehnung dazu hat der erwähnte Dietmar Hopp eine Stiftung, die Menschen vor willkürlichem Zugriff des Staates bei Steuerfragen schützt ?

- warum forscht und/oder investiert Mateschitz nicht an Fleisch-Ersatz um Mensch und Tier von der Massentierhaltung und ihren Folgen zu erlösen ?

- warum steigt Mateschitz nicht in die Effizienzsteigerung der Erneuerbaren Energien ein oder schafft Kooperationsangebote mit seinen Themen ?

All das kann man mit Geld anschieben und als Privatunternehmer viel effizienter steuern. Schade, dass sich europäische Unternehmer nicht zu Überflug-Visionären entwickeln, wie es sie mit Elon Musk (Tesla etc.) oder Jeff Bezos (Amazon etc.) oder Richard Branson (Virgin etc.) gibt.

Nachgewiesenes Top- Unternehmertum verpflichtet auch diese Themen anzugehen. Das kann man kritisieren, aber nicht den einen oder anderen Immobilien-, Fußballclub-, oder Medienhaus-Kauf; lächerlich und fantasielos.  

 

Im 9. Kapitel widmet sich der Autor der Industrialisierung der Alpen. In der Tat entsteht der Eindruck dass die Winter immer schlechter würden, weil gerade in den letzten Jahren der Schnee zur Weihnachtszeit fehlt und dort vorwiegend “Weiße Bänder” ins Tal gezimmert werden. Dumm, dass ca. 20-30% des Gesamt-Saison-Umsatzes von Bergbahnen und Berggasthöfen in der Weihnachtszeit bis Anfang Januar gemacht werden; was tun ?  Stellen sie sicher, dass der Skifahrer das vorfindet was er braucht, dann wann er da ist, oder verzichten sie darauf ? Schaut man sich den Anteil der Wirtschaftsleistung des Wintertourismus in Tirol an, dann wird klar, dass man darauf gar nicht verzichten kann. Werden die Winter wärmer und kürzer und wird es bald keinen Wintertourismus mehr geben: nein ! Der Autor erwähnt u.a. den Skitourismus-Forscher Günther Aigner mit der Aussage: “... die Winter in Österreich sind in den letzten 30 Jahren kälter geworden” und da es gleichzeitig Schneedepots und Beschneiungsanlagen in Massen gibt, werden die Protagonisten für den Wintersport als Realitätsverweigerer dargestellt. Richtig ist, dass die Winter kaum Veränderungen der Kälte nach zeigen, geringfügig jedoch nach der Verschiebung der Einsetzung des ersten Schnees, jetzt meist im Januar statt im Dezember, aber der eigentliche Klimawandel im Sommer stattfindet; die Sommer werden heißer und länger und das ist die Ursache für die Abschmelzung von Gletschern. Dies erfahren Sie im Buch des Autors allerdings nicht.

 

Damit wird aber klar, warum ein Festhalten am Wintertourismus, bei allen Übertreibungen die auch ich nicht leugne, sinnvoll ist. Es wäre sicher besser auf Schneedepots zu verzichten, denn kaum jemand trifft seine Urlaubsort-Entscheidung, weil die jeweilige Bergbahn im Oktober den ersten Skitag ankündigt. Dies gilt vielleicht für Gletschergebiete aber nicht für die “normalen” Alpen. Vorhandene Skigebiete zu “optimieren” und z.B. Speicherseen für Beschneiungen so zu konzipieren, dass auch im Sommer Naherholungsgebiete entstehen ist in jedem Fall sinnvoller, als Skigebiete immer weiter auszubauen. Dass Skifahren ein Nischensport geworden ist, weil teuer, ist bedauerlich, aber ein Regulativ. Wo bitte steht geschrieben, dass irgendein Sport oder Freizeitvergnügen für alle billig verfügbar sein muß. Qualität, gute Pisten, weniger Anstehen, Komfort etc. hat überall seinen Preis und vielleicht geht man dann weniger Skifahren, aber dafür besser. Dass es Fehlentwicklungen gibt, wie z.B. die unsinnige Dauerrettung von Skigebieten die so gut wie keine Schneelage mehr bis ins Tal haben, möchte ich nicht verleugnen. Inovativ zu sein, wie z.B. das erwähnte James Bond Feeling im Stubaital, die Opening- und Closing-Parties in Ischgl und der Trend zum Ganzjahrestourismus wie z.B. in Kitzbühel zeigen, dass man sich im Wettbewerb neu erfinden muß und kann. Was ist daran schlimm ? Die Wahrnehmungen der “flüchtigen” Kundschaft werden zu viel “Ballermann” verhindern und Exklusivität in Form von “sinnvollen” Angeboten gutieren.

 

Man kann auch über die “kalten” Betten der Zweitwohnsitze als Übel streiten. Die Verdrängung der Einheimischen durch Immobilien-Käufer aus dem Ausland zu absurden Preisen setzt voraus, dass Einheimische auch verkaufen ! Dass Menschen die Entscheidung treffen ihre Heimat zu verlassen und in 20-30 Minuten Entfernung von z.B. Kitzbühel wegziehen hat den Grund, dass sie für Grundstücke und Häuser Fantasiepreise geboten bekommen. Welcher Ort und welcher Bürger würden sich dem entgegenstellen, wenn aus irgendeinem Grund eine unglaubliche Menge von Menschen ankommt, die ihnen für “normale” Anwesen absurde Preise zahlen ? So lange nicht mit geliehenem Geld Immobilien auf Vorrat gebaut werden, um diesen absurden Trend auszureiten, ist dieser oftmals “hirnlose” Hype, aus Sicht des Verkäufers, ein Geschenk des Himmels. Tischlereien, Innenausstatter, Makler, alle leben wunderbar und wenn es implodiert, dann sind viele Einheimische inzwischen so reich, ihre Heimat locker auf deutlich niedrigerem Niveau zurückzukaufen. Selbstverständlich kann das nicht jeder, aber fast jeder hat an dem Immobilienwirtschaftswunder auch durch Jobs irgendwie mitverdient. Dass gerade in Kitzbühel und den Nachbargemeinden erhebliche Einheimischen-Wohngebiete entstanden sind, wird im Buch nicht erwähnt; schade. Es ist richtig, dass es Veränderungen im Landschaftsbild der Touristenregionen zu beklagen sind, die zu geißeln ist aber ungefähr so, als wenn man die idyllischen Bilder der badischen Spargeläcker mit den ICE-Schnellstrecken, die Schuttberge Münchens mit dem Olympiapark, die Weinreben in Untertürkheim mit dem Daimler-Werk vergleicht. Dass Tourismus-Macher denunziert werden, nur weil sie nicht passiver Wochenende-Spielplatz für Großstädter sein wollen, sondern aktiv mitverdienen und gestalten wollen, ist nicht ganz fair.             

           

Gratulieren darf ich dem Autor zum Kapital 10, in dem er die Einflußnahme des Staates auf die Medien in Österreich kritisiert; zu Recht. Mit Steuergeldern wie der Presseförderung werden Blätter am Leben gehalten, die im Wesentlichen von diesen Zuwendungen leben. Wahlkampfanzeigen wie jetzt zur Nationalratswahl sind gern genommene Geschenke, bei der selbst der naivste Leser kaum glauben mag, dass es keine “Meinungs“-Gegenleistung gibt. Die allseits Linke Meinungsmache der Medien, insbesondere der Tageszeitungen steht dabei im krassen Gegensatz zu deren Besitzerfamilien. Auch die Kronen Zeitung hat sich z.B. in der Migrantenfrage der Flüchtlingsromantik ihres maßgeblichen Besitzers, der deutschen Funke Medien-Gruppe, angeschlossen. Der Organisator der Goldenen Kamera, bei der Frau Hayali einen Ehrenpreis erhält weil sie sich dem Hass zwar ahnungslos (taharrush gamea) aber entschlossen entgegenstellt, zeichnet sich insbesondere durch Leser aus der Asylindustrie aus: z.B. Frau im Spiegel oder andere intellektuelle Knaller. Kein Wunder, dass auch Österreichs Leitmedien asylfreundlich daherkommen. Dumm das es in Österreich das Korrektiv der FPÖ schon lange gibt, um so erstaunlicher, dass der Autor der FPÖ die Verantwortung zur Beendigung der “Geldverteilung nach dem Gießkannenprinzip zum Machterhalt” nicht zubilligt. Zu groß die Verblendung, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. So bleit der Staat ein Werbegigant, inkl. der Staatsbetriebe, an dem niemand im Medienmarkt vorbeikommt. Dass der Autor fordert, all diese Gelder lieber in anspruchsvolle Filme und Serien zu investieren ist drollig, denn genau das tut ja z.B. ServusTV mit mäßigem Zuschauererfolg. Dass der ORF Werbung für Glücksspiele ausstrahlt an denen er selbst beteiligt ist, sehe ich nicht als problematisch, denn es ist wenigstens ehrlich !

 

Im 11. Kapital widmet sich der Autor den dunklen Mächten der FPÖ im Netz. Den Versuch der Diskreditierung der Partei als islamophob und europafeindlich hätte ich gerne diskutiert, angesichts der täglichen Messerstecherein, interkulturellen Auseinandersetzungen und vor allem dem Aufzwingen des Migranten-Aufnahmewahnsinn durch Frau Merkel, gerichtet an Osteuropäer, sowie der bis dato Gleichgültigkeit der EU im Hinblick auf eine Einigung im Separationsstreit der Spanier und Katalonen etc., spare ich mir das. Dass die FPÖ an einem Bund mit Südtirol festhält ist genau so abwegig oder zulässig, wie Kohl an der Wiedervereinigung festgehalten hat. Manche lachen darüber, manche träumen davon, die Südtiroler allerdings sind und bleiben bei Italien, nicht weil es die EU oder Italien so will, sondern weil sie derartige autonome Sonderprivilegien haben, so bleibt jeder Steuer-Euro in Südtirol, dass eine Trennung ungünstig und wenig sinnvoll wäre. Niemand will ernsthaft eine Abspaltung von Italien, genau so wie  es niemandem in den Sinn käme, Bayern mit Tirol zu verbinden, obwohl diese Verbindung tragfähiger wäre als alles andere. Und überhaupt, bestimmen am Ende nicht Völker wie und wo sie mit wem Leben wollen oder bestimmen das MediPos auf welcher Grundlage auch immer ? ....in freier Selbstbestimmung....wo haben wir das schon einmal gehört ?

 

Dass die FPÖ soziale Medien geschickter nutzt spricht für sie und gegen die etablierten Parteien. Das Team Kurz zeigt endlich dass es auch anders geht; zum Wehleiden der FPÖ und sicherlich auch des Autors, denn mit dem Erstarken der neuen ÖVP (Team Kurz) widerlegt sich der überwiegende Teil des Buches, der den Österreichern und ihren Volksvertreten eine Erneuerungskraft abspricht. Insbesondere das Team Kurz und die FPÖ haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und stellen sich neu auf. Ja, es gibt Hasspostings und FakeNews, dies muß entschlossen bekämpft werden. Dennoch gibt es nicht annähernd derart rechte oder linke Gewalt in Österreich, wie sie in Deutschland sattfindet.  Vielleicht ist das Netz Ventil um Dampf abzulassen, besser als die gewalttätige Auseinandersetzung auf der Straße. In jedem Fall sollten Politiker und Justiz den Menschen im Netz genau aufs Maul schauen, um Auswüchse zu verhindern und einem Desaster wie in Deutschland, einem historischen Mißverständnis zwischen Politik und Volk, entgegenzutreten.

Und nochmals: eine Meinung ist nicht deshalb rechts, weil sie nicht die Meinung des Medien-Populisten ist.

 

Endlich erfahren wir auch, was einen Populisten auszeichnet, nämlich dass er auf alle Fragen blitzschnelle Antworten hat mit Mutmaßungen und Unterstellungen arbeitet und das Blaue im Himmel verspricht und simple Lösungen für komplexe Themen hat. Na dann sind wir ja mit “Wir schaffen das, Europäische Werte über alles (was soll das sein: Naivität, Ignoranz ?), die Populisten sind schuld, Brexit-Uk wird untergehen, wer AfD/FPÖ wählt ist kein Demokrat und abgehängt und vielem mehr” in bester Gesellschaft.  Der Autor schließt dieses traurige Kapitel mit der Aufforderung: “...all das geht nur, wenn die Lüge auch als Lüge öffentlich entlarvt wird”. Da haben wir alle nochmal Glück gehabt, denn es gilt als bewiesen dass nicht alle Migranten Flüchtlinge sind, was sprachlich immer behauptet wird, dass diese Zuwanderer nicht das Facharbeiter-Problem lösen, dass es eine Vielzahl von Migranten gibt die hochkriminell sind usw. usw. Dass das Antanzen von Frauen eben nicht nur Arschlöcher machen sondern kulturell bedingt ist: taharrush gamea. All diese Lügen gelten inzwischen als entlarvt. Die, die sie verbreitet haben sitzen aber immer noch in den Redaktionen und erklären dem Rest der Bevölkerung was richtig oder falsch ist.

Zum Ende des Kapitals macht sich der Autor endgültig lächerlich, in dem er die Hetzkampagnen gegen Medien ins Feld zieht. Erinnern wir uns noch an die Berichterstattung über einen Mord durch einen Flüchtling in Freiburg, der von Deutschen Mainstreammedien nicht erwähnt wurde, weil er nur von regionaler Bedeutung sei ? Gehts noch ? Lesen wir in Mainstream-Medien noch die Täterherkunft bei den täglichen Auseinandersetzungen ? Medien die derart manipulieren dürfen sich nicht wundern, wenn ihr Tun aufgegriffen wird. Ich stimme dem Autor zu, dass Lösungen diskutiert werden müssen, um den Teufelskreis der gegenseitigen Schuldzuweisungen zu durchbrechen. Hier darf es keine Tabus geben.

 

Im 12.ten von 14 Kapiteln widmet sich der Autor der Kunst in Österreich. Die Nobelpreisträgern Elfriede Jelinek soll ausgegrenzt sein, weil das Flüchtlingswerk “Die Schutzbefohlenen” nicht dem Zeitgeist gefallen würde. Frau Jelinek arbeitet in dem Stück das Leid der Flüchtlinge auf und erwartet zu Recht Respekt und Einkehr. Obwohl ich das Stück selbst nicht gesehen habe, kann ich dem nur zustimmen. Eine Gesellschaft muß und soll sich mit den künstlerischen Aspekten des Elends dieser Welt auseinandersetzen. Vielleicht liegt die begrenzte Begeisterung aber auch daran, dass Flüchtlingshelfer wie ich in Willkommensabenden festgestellt haben, dass viele bisher diskutierten Aspekte zu den Flüchtlingen genau so dazugehören, wie die Willkommens- und Verstehens-Kultur. Bei all den Veranstaltungen an denen ich teilgenommen habe, zeigten sich nur die Flüchtlingshelfer und -Betreuer voller Begeisterung; jede kritische Frage oder Anmerkung zu Herkunft, Absicht, Ziele, Wünsche, Voraussetzungen, Perspektiven waren höchst “un-willkommen”.

 

Den Österreichern wird fortan unterstellt, dass ein Exportland ein weltoffenes Klima braucht, kulturelle Toleranz und Assimilationsfähigkeit.

Dem Tourismusland schlechthin keine Weltoffenheit zu unterstellen, halte ich für einen schlechten Scherz. Weltoffenheit und Toleranz heißt eben nicht Naivität und Dummheit ! Wir wollen sehen mit wem wir sprechen und wer sich bei uns bewegt (Burkaverbot) und wir assimilieren alles und jeden, der die Gastgeber-Kultur ebenso respektiert. Ob es gleich ein kultureller Massen-Selbstmord wie in Deutschland sein muß, man denkt an muslimische Feiertage, Teil-Akzeptanz der Scharia, Parallelgesellschaften, Vielweiberei und Kinderehen, Ehrenmorde, Kreuz-Diskussion in Klassenzimmern und vieles mehr mit dem sich Deutsche Gerichte täglich beschäftigen, mag dahin gestellt sein. In Österreich funktioniert das Zusammenleben mit Muslimen gerade noch deshalb, weil eine kritische Masse nicht überschritten wird. Die Demographie allerdings, läßt Böses erahnen.

 

Die Salzburger Festspiele unterlägen dem Konventionalismus und populäre Künstler beziehen kaum noch Stellung. Verstehe ich was ich da lese ? Gibt es einen Künstler, einen Intellektuellen in Österreich, dito Deutschland, der nicht dauernd gegen Politik im allgemeinen und andere Meinung (AfD, FPÖ etc.) in fast jeder Talkshow oder sonst wo im Besonderen wettert ? Selbst Österreicher in Deutschland fühlen sich berufen ihre Staatsbürgerschaft angesichts des Rechtspopulismus in der Heimat einzutauschen; siehe Elyas m`bare. Dies ist allerdings genau so kläglich gescheitert, wie der Bau von Flüchtlingsunterkünften von Till Schweiger. Einzig Arnold Schwarzenegger hat das Format international prekäre Themen süffisant anzusprechen; denken wir an sein Zeigefinger-Video über Präsident Trump. Künstler wie der Österreichische “Paradies: Liebe!” Regisseur Ulrich Seidl werden erst gar nicht erwähnt, denn ihre Sichtweise der Dinge, könnte für die Asyl-Betreuungsindustrie höchst unangenehm werden.

 

Dass die Salzburger Festspiele zu Nestle-Werbespielen geworden sind ist billig, wenn man weiß dass sich in der Zeit auf die sich der Autor bezieht mit Peter Brabeck ein Österreicher CEO von Nestle war; im Buch findet man dazu keinen Hinweis. “Oper, Musik und Theater sind das Schmieröl” für den boomenden Wirtschaftsstandort, so der Autor. Jedes Kind weiß, dass es genau umgekehrt ist. Ohne Kohle aus der Wirtschaft und vom Staat geht nichts auf der Bühnen dieser Welt; außer Holly- & Bollywood. Eine gegenseitige Alimentierung ist dennoch notwendig und sinnvoll und sollte nicht der Beliebigkeit von Mäzenen überlassen bleiben. Kunst und Kultur hat aber nicht die Aufgabe, dem Volk von wenigen Eliten erklären zu lassen, wie und mit wem diese zu leben haben. Das dumme Volk merkt das schnell.

 

“Den Österreichern fehlt das Demokratieverständnis. Sie haben kein Gefühl für Tabus”, sagt Christian Rainer, Herausgeber des Magazins Profil, erwähnt der Autor. Er nimmt Bezug zu “gefälliger” Kunst der Nazis die auch heute noch in Salzburg nicht entfernt wurde. Als Deutscher in Österreich würde ich sagen: es ist gerade ein Zeichen von Demokratie-Verständnis, dass ein Volk sich mit den Hinterlassenschaften dunkler Zeiten auseinandersetzt, aber nicht in Hysterie und Selbstzerfleischung verfällt. Kein Schloß am Rhein, keine monumentalen Bau- und Kunstwerke an vielen Stellen Europas haben wohl keine unrühmlichen Teil ihrer “Nutzungs- und Betrachtungs”-Geschichte. Eine sorgfältige Bewertung ihrer Bedeutung für das Jetzt und die Zukunft tut Not, Hysterie wäre falsch.

 

Ob alte Ressentiments wirklich zum Leitmotiv für die Zukunft werden, wage ich alleine schon damit zu wiederlegen, weil heute eine andere Generation an Menschen und Politikern aktiv sind. Dass die Türken am 12. September 1683 an den Toren Wiens zurückgeworfen worden sind und Österreich sich als Bollwerk gegen das Osmanische Reich definiert, glaube ich gerne. Wer die Migrantenmassen an den Wiener Bahnhöfen und an den Grenzen nach Deutschland gesehen hat, hat wohl kaum an die Osmanen gedacht, sondern an einen Kelch, der hoffentlich bald vorbei geht. Ehrlicherweise berichtet der Autor von offener Gewalt in Deutschland gegen Migranten und deren Unterkünfte, die es so in Österreich nie gegeben hat; warum ? weil den Österreichern bei zahlenmäßig viel geringerer Bevölkerung die einen unüberblickbaren Strom an Völkerwanderern Richtung Deutschland betreut hat, sehr früh aufgefallen ist, um wem es sich wirklich handelt ? Dies wird angesprochen, nicht zuletzt durch eine funktionierende Opposition der FPÖ, so dass es zu keinen Exzessen, wie PEGIDA etc. kommt. Ein Türkei-Hass, ist mir in sieben Jahren die ich in Österreich lebe, nie aufgefallen. Im Gegenteil, ich kenne viele türkische Mitbürger und mit allen kommt man gut klar. Vielleicht liegt die Skepsis gegenüber den Massen junger Männer aus Arabien auch darin begründet, dass mit Frau Mag. Karin Kneissl, Österreich eine renommierte Islamwissenschaftlerin hat, die in ihren Büchern wie “Testosteron, Macht, Politik” eine für jeden Bürger nachvollzieh- und erlebbare kritische Auseinandersetzung darstellt. Da die Meinung dieser Fachleute in Österreich im öffentlich-rechtlichen TV nicht totgeschwiegen wird, wie z.B. in Deutschland, denken sich ihre Aussagen mit der Lebenswirklichkeit der Menschen. Das schafft eine gesunde Skepsis, die zu nicht annähernd den interkulturellen Auseinandersetzungen geführt hat, wie man sie in Deutschland jeden Tag in der Zeitung liest.                     

           

“Geschichte ist nichts was man zu Akten legen kann, geschönt oder vergessen werden kann”, so der CEO der VoestAlpine bei der Eröffnung des Museums des Konzerns zu seiner NS-Vergangenheit. Autor Siebenhaar leitet daraus ab, dass es Menschen gibt die aus der Geschichte lernen und die, die nicht aus der Geschichte lernen wollen. Wir hoffen der Autor hat gelernt, dass man funktionierenden, gewachsenen Gesellschaften nicht wert- und kulturfremde Menschen in einer derartigen Masse aufzwingt, dass es zu unnötigen Konflikten kommt. Überall, wo auf engem Raum zusammen muß, was nicht zusammen passt, ist Krieg die Folge. Diktaturen wie in Ex-Jugoslawien, in der Sowjetunion oder in Spanien unter Franco zeigen das. Sie zerfallen später nicht zufällig in die Teile die Sinn machen. Die EU sollte vor lauter Gutmenschentum nicht die gleichen fatalen Fehler wie Diktaturen machen und aus der Geschichte lernen. Subsidiarität lautet das Zauberwort.

 

Ich stimme mit dem Autor überein, dass die verkrusteten Strukturen von Legionen von Staatsdienern aufgebrochen werden muß. Mithin das, was die FPÖ schon ewig und das Team Kurz, seit kurzem fordert. Es wird passieren und es wird Österreich wieder voran bringen, aber es wird ein hartes Ringen um Pfründe.

 

Im letzten und 14. Kapitel resümiert der Autor, der Populismus wäre in der Mitte der Österreichischen Gesellschaft angekommen. Die Diskussion des Status Quo, der möglichen Maßnahmen und Konsequenzen ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es gibt nichts was nicht diskutiert und debattiert wird; nichts bleibt verborgen und keine Mär bleibt unerkannt. 

 

Es ist das Stilmittel des Deutschen Medien-Populismus das ich versucht habe aufzuzeigen, dass jeder Reaktion und jede Maßnahme der Veränderung des Status Quo in Anbetracht eines mehr oder weniger deutlich geäußerten Willen des Volkes als Populismus verklärt wird.

Damit wird der Medien-Populismus zur gefährlichen Diktatur die einzig und allen vorschreibt, was auf unbestimmte Zeit ertragen und auf keinen Fall verändert werden darf. Der Autor beschwört, inhaltliche Diskussionen und langfristiges Planen und die Frage was kann man für die nächste Generation tun, in den Mittelpunkt des politischen Handels zu stellen. Was aber, wenn diese Diskussionen über z.B. Wochen des Wahlkampfes in Österreich dazu führen, dass nicht die Meinung des Autors, gemeinhin die des MediPos, die Mainstream-Meinung ist, wenn Österreicher anders leben wollen als die Masse der apathischen Deutschen ? Seit wann müssen Österreichische Politiker das umsetzen, was in Deutschland politisch-korrekt aber im eigenen Land nicht der Mehrheitswille des Volkes ist ?

 

Die Manipulationen der Medien in Deutschland zur Migrationskrise, wie ich sie nun x-fach im Detail erläutert habe, haben eine enorme Skepsis gegenüber den Eliten geschaffen, deshalb hat Sebastian Kurz seine gesamte Kampagne auch komplett runderneuert.

Glaubwürdigkeit gegenüber den Fakten der Migrationsbefürworter und deren politischen Interessensvertreter, die auf dem Rücken der Migranten die bürgerliche Gesellschaft umbauen wollen, kann es nur geben, wenn diese auch Widerspruch zulassen. Der MediPo muß auch die Argumente der Gegenseite zulassen, sonst macht er sich unglaubwürdig; wie dieses Buch.

          

Österreich wird kein Referendum über einen  EU-Verbleib durchführen, das wäre bei 8 Mio. Einwohnern, Selbstmord, aber die Angst davor zu schüren ist ein entlarvendes Verhalten und zeigt, wie wenig vertrauen der MediPo in den Bürger hat, der ihm nicht bedingungslos folgt. Abgrenzung und Ausgrenzung sollten nicht sein  und müssen bekämpft werden, das hat aber nichts damit zu tun, dass eine Gesellschaft im 21. Jahrhundert keine mittelalterlichen Verhaltensweisen und Wertesysteme kritiklos übernehmen muß und will. Österreicher haben keine Angst vor dem Islam; viel schlimmer: sie wollen ihn nicht. Auch das muß respektiert werden. Der Autor bemüht dazu sogar Aristoteles: ....Niemand möchte sich, auch wenn er alle übrigen Güter sein nennte, zu leben und wünschen ohne die liebvolle Teilnehme anderer”. Nach all den interkulturellen Kollateralschäden der letzten Monate in Zentraleuropa möchte man mit Peter Scholl-Latour parieren: “...wer halb Kalkutta aufnimmt, der rettet nicht Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta..”; und steht damit zur Rettung von Kalkutta nicht mehr zur Verfügung, so möchte ich ergänzen.

 

Eine völlige Verklärung wird auch zum Schluß betrieben. Österreich hätte nach dem Ende des 2. Weltkrieges 1,65 Millionen Flüchtlinge beherbergt, davon 300.000 Volksdeutsche und fast 1 Mio. aus dem damaligen Jugoslawien. Sie, liebe Leser, wissen was kommt. Dies soll der Rechtfertigung dienen, jetzt auch die gleiche Zahl Afrikaner oder junge Männer aus Arabien aufzunehmen; was für ein Unsinn.  Einen dramatischeren Brandbeschleuniger könnte es gar nicht geben. Selbst die FPÖ spricht sich für eine geordnete Zuwanderung aus, Modelle wie in USA/Canada oder Australien sind willkommen. Es ist nicht zu begreifen, wie Wirtschaftsjournalisten derart ideologischen Unsinn verbreiten können, Österreich könnte als Wagenburg ökonomisch zerbrechen, nur um gegenüber wem auch immer sich politisch korrekt zu zeigen.

Absurd die Hetze gegen Österreich, Kunstsammlerin Francesca von Habsburg würde ihre Werke wegen des Rechtsrucks von Wien nach Zürich verlegen und welch ein Glück, dass sie im letzten Moment sich doch anders entschieden hat. Wer wie ich einmal in der Schweiz gelebt hat, weiß dass es eine Wegzugsbesteuerung aus der EU in die Schweiz gibt. Frau von Habsburg wird sich im letzten Moment wohl daran erinnert haben, was Sie das kosten könnte ? Ebenso seltsam die Forderung des Autors, zeitgenössische Kultur die Haltung zeigt, müsse erhalten bleiben, auch wenn der Besitzer pleite geht, wie Baumax-Chef Karl-Heinz Essl. Das wäre ungefähr so, als wenn der Staat jedem Fußballverein einen farbigen National-Spieler finanziert,  nur um die Mannschaft politisch korrekt auszustatten. Wer entscheidet, wessen Kultur Haltung zeigt und wer spielen soll und wer nicht ?

 

Siebenhaar übertrifft sich mit Ideologie in den letzten Abschnitten ein ums andere mal. Spricht er auf der einen Seite von der grassierende Krankheit des Populismus, nennt er den sich in Platitüden verlierenden Bundespräsidenten Van der Bellen: pragmatisch ! Ich dreh mich im Wind wie es mir gefällt. Da kommt es gerade recht, dass der Unternehmer Haselsteiner zum Retter der Demokratie hochgespielt wird, weil er mit Privatem Geld: “Kommt Hofer, Kommt Öxit, Kommt Pleitewelle” plakatieren ließ. Nichts davon ist im Ansatz eingetreten und wird auch nicht eintreten. Populismus pur. Dass Haselsteiner als Milliardär in der TV-Serie "2 Minuten 2 Millionen”, dem Pendant zu “Die Höhle des Löwen” sitzt, erfährt man als Leser nicht. Ich halte mich zu diesen Themen lieber an Auslandsösterreicher wie Mario Herger, “Das Silicon Valley Mindset”, die im Ausland mit jungen Firmen echte Innovation betreiben, als eine Startup-TV-Show.

 

Das geforderte neue Diskutieren bringt im Wesentlichen das Team Kurz und ein harter aber hilfreicher Wahlkampf in Österreich.

Es gibt ein miteinander Debattieren und trotz aller Differenzen scheinen die Österreicher auf einem Weg zu einem vernünftigen Konsens.

Dabei ist hilfreich, das man nur 8 Millionen Meinungen unter einen Hut bringen muß, und bereits eine Opposition hat, die all zu absurde Ausschweifungen rechtzeitig aufdeckt.

 

Ich wünsche mir eine kreative, innovative, weltoffene und positive Angriffspolitik durch das Team Kurz in Kooperation mit einer zupackenden, entschlossenen, verlässlichen, inneren Verteidigung durch die FPÖ. Dann wird Österreich in Kürze wieder das ein wo es laut dem Magazin Stern im Juni 2005 war: Österreich, das bessere Deutschland ! Der ATX-Aktienindex scheint meinen Wunsch zu erhören und zieht am Tag vor der Wahl um 1,5% auf 3375 Punkte, dem höchsten Stand seit der Finanzkrise an.

 

Ein Neo-Absolutismus wie Frau Merkel in vorlebt und niemand in der Gesellschaft herausfordert, gibt es in Österreich nicht. In diesem Sinne: Tu Felix Austria       

 

PS: Ich habe den Autor Hans-Peter Siebenhaar nur kurz persönlich kennengelernt und würde ihn als gelehrten, sachkundigen Journalisten einstufen. Warum er sich zu einem derart ideologischen Blick auf Österreich hat hinreißen lassen, ist mir unverständlich. Ich möchte ihm zurufen:  .. was soll das und “cui bono”, wem nutzt das ?

 

Jürgen Popp,

Kitzbühel/Austria

jpopp@capani-capital.at

 


 

 

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