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Bankenrettung Indien: 32 Milliarden US-Dollar Finanzspritze für kriselnde Staatsbanken

25.10.2017, 15:02  |  9244   |   |   

Die indische Regierung hat ein Bankenrettungsprogramm in Höhe von 32 Milliarden US-Dollar für die Staatsbanken des Subkontinents angekündigt. Außerdem sollen 108 Milliarden US-Dollar innerhalb von fünf Jahren in Infrastrukturprojekte investiert werden. Indiens wichtigster Aktienindex, der BSE Sensex, knackte indes erstmals die Marke von 33.000 Punkten.

Staatliche indische Banken erhalten eine Finanzspritze von umgerechnet 32 Milliarden US-Dollar. Die Bilanz indischer Staatsbanken sieht schon seit Jahren schlecht aus. Der angekündigte staatliche Banken- Bailout, stellt sicher, dass indische Finanzinstitute auch in Zukunft Kredite vergeben können. Mit einem Wirtschaftswachstum von über sieben Prozent im Haushaltsjahr 2016/2017 zählt die Indische Union zu den Volkswirtschaften mit dem höchsten Wachstumsraten der Welt. In der Periode von April bis Juni 2017 ging das Wirtschaftswachstum jedoch auf 5,7 Prozent zurück, so CNBC.

Das staatliche Hilfspaket gilt für zwei Jahre und besteht aus zwei Teilen, so die Times of India. Zwei Drittel des Hilfspaktes bestehen aus sogenannten „Rekapitalisierung-Bonds“. Bei dieser Form der Finanzierung, vergibt der Staat Anleihen und pumpt das eingenommene Geld zurück in die Banken. Ein weiteres Drittels des Hilfspaktes wird aus dem Budget des Staates und durch die Finanzinstitute selbst aufgebracht. Die indische Regierung kündigte zudem an, innerhalb der nächsten fünf Jahre 108 Milliarden US-Dollar in die indische Infrastruktur zu investieren, so Bloomberg.

Möglicherweise muss sogar noch ein größeres Bankenrettungspaket geschnürt werden. Laut der Credit Suisse brauchen Indiens Staatsbanken 45 Milliarden Dollar Kapital, die Ratingagentur Fitch rechnet gar mit 65 Milliarden Dollar. Laut Reuters steigt der Schuldenberg der indischen Banken zudem weiter: Auf über 145 Milliarden Dollar im Juni 2017. Der indische Finanzmister kündigte Reformen an. Einzelheiten wurden bisher nicht bekannt. Erst im November 2016 hatte der indische Premierminister Narendra Modi
eine hochumstrittene Bargeldreform zur Korruptionsbekämpfung durchgesetzt (siehe HIER).

Indiens wichtigster Aktienindex, der BSE Sensex (ISIN‎: ‎XC0009698199; WKN‎: ‎969819 ), knackte indes erstmals die Marke von 33.000 Punkten:
Quelle Bloomberg
Quelle:Bloomberg

Auch der indische Rupie könnte von der Finanzspritze profitieren. Dies war sowohl von Goldman Sachs, als auch von der niederländischen ING-Bank zu vernehmen. Bisher (25. Oktober,13:57:31 Uhr) hat das indische Bankenrettungsprogramm jedoch keine positiven Auswirkungen auf die indische Währung, eher im Gegenteil:

USD/INR

Quellen:
Bloomberg: "India to Inject $32 Billion Into State Banks to Boost Loan Growth"
CNBC: "India just said it's pumping $32 billion into its banks — here's why it matters"
The Times of India: "BREAKINGVIEWS-India bites bullet with $32 bln bank bailout"

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Kommentare

Was sind schon 32 Mrd. Dollar für ein Jahr... die USA haben ihren "Public federal debt" bei über 20.427 Milliarden (Ich nehme dafür die usdebtclock.org, dort wird alles in unzähligen Kategorien aufgelistet usw...

Achja die 20,427 Billionen (!) Dollar "Federal" (= Staat) Schulden beziehen sich keineswegs auf die Schulden der jeweils 50 Bundesstaaten... beispielsweise hat der Bundesstaat New York derzeit Schulden von 356,74 Milliarden US-$. California hat Schulden von "nur" ~388,5 Milliarden da die dortige Wirtschaft eine der stärksten des Landes ist. Massachusetts bei kleiner Bevölkerung von ~6,8 Millionen Einwohnern hingegen hat eine Schuldenlast von ~96,5 Milliarden...

Das wird noch mal unser Untergang sein... das alles addiert würde vermutlich auch die 30 Billionen knacken. Die USA sind jedoch gerade dabei ihre "Stellung" in der Welt zu verlieren. Er zieht sich dort und dort zurück, reduziert laufende Kosten überall wo es nur geht, schließt zig Auslandsbasen. Daran ist grundsätzlich nichts falsch, aber es ist dann eben auch vorbei mit "alleinige Weltmacht", schon sehr bald werden die Chinesen und die USA auf gleicher Augenhöhe verhandeln... militärisch holt China auf. In allen Bereichen werden Unmengen investiert. Flugzeuge, Schiffe, Panzer, Flugzeugträger... und wie schon Stalin... China kann sehr viele Panzer und Flugzeuge herstellen, Schiffe sind immer heikel, aber in Kriegszeiten wird dann 24/7 gearbeitet, sonst wohl eher nicht.

Ich mag jedoch lieber die USA als die Chinesen... und das trotz Trump, ich hoffe bei der nächsten Wahl werden die US-Amerikaner sehen was fürn Mist sie da verzapft haben.....

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