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Orientierung Mit Jamaika geht auch der Dax: Kommt der Crash?

20.11.2017, 09:42  |  5218   |   |   

Am 24. September 2017 waren Wahlen und der Dax stand bei 12.568 Punkten. Am 3.11. 2017 stand der deutsche Leitindex bei 13.505 Punkten und viele Experten hofften auf die nächste Rally. Seither haben sich die Wolken über Jamaika zugezogen und der Dax ging innerhalb weniger Tage auf 12.850 Punkte. Nun ist Jamaika verschwunden und der Dax sucht nach Orientierung.

Mit dem Scheitern von Jamaika wird auch der Dax Federn lassen müssen. Vorbörslich notierte er heute bei 12.910 Punkten. Es könnte durchaus passieren, dass der Dax einen Kursrutsch auf 12.500 Punkte hinlegt. Es bleibt abzuwarten, ob sich, wie in der Vergangenheit, die politische Unsicherheit nur kurzfristig auf die Märkte auswirken wird. Daniel Saurez prognostizierte: "Mit der FDP hat ausgerechnet eine wirtschaftsfreundliche Partei die Jamaika-Verhandlungen platzen lassen. Die Investoren am Aktienmarkt dürfte dies aber nur kurz stören. Politische Börsen haben kurze Beine und sie werden auch durch Christian Lindner oder Jürgen Trittin nicht länger."

SPD-Chef Mar­tin Schulz hatte noch am Sonntag sein "Nein" zu einer Neu­auf­la­ge der Gro­ßen Ko­ali­ti­on für den Fall eines Schei­terns der Ja­mai­ka-Son­die­run­gen be­kräf­tigt. Laut einer Emnid-Umfrage wollen 49 Pro­zent der Deut­schen al­ler­dings, dass die SPD für eine Große Ko­ali­ti­on zur Ver­fü­gung steht, wenn die Ja­mai­ka-Ver­hand­lun­gen schei­tern, so Bild am Sonntag.

Die Liberalen hatten in der Nacht die Gespräche abgebrochen. "Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren", sagte Parteichef Christian Lindner. Die ersten Reaktionen aus der Wirtschaft waren deutlich: "Für die deutsche Wirtschaft ist das Scheitern der Sondierungsgespräche eine Enttäuschung", sagte DIHK–Präsident Eric Schweitzer. ZDH-Präsident, Hans Peter Wollseifer, sagte "Es wirft kein gutes Licht auf die Parteien und leistet jenen Kräften Vorschub, die die Funktionsfähigkeit unseres politischen Systems infrage stellen."

Die Kanzlerin steht nun vor großen Herausforderungen, denn die politischen Verhältnisse waren in ihrer zwölfjährigen Amtszeit selten so unübersichtlich. Es gibt drei mögliche Szenarien, wobei Steinmeier erst noch am Wochenende die potentiellen Jamaika-Partner ermahnt hatte, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und Neuwahlen zu vermeiden. Wie die FAZ schreibt ist der Weg zu Neuwahlen nicht ganz einfach, denn "eine mögliche Neuwahl ist erst nach einer Kanzlerwahl möglich. Der Bundespräsident müsste zunächst jemanden für das Amt des Bundeskanzlers vorschlagen. Wäre dies Merkel und würde sie nur mit relativer Mehrheit und nicht mit der üblichen „Kanzlermehrheit“ gewählt, könnte der Bundespräsident sie zur Kanzlerin einer Minderheitsregierung ernennen – er kann aber auch den Bundestag auflösen. Innerhalb von 60 Tagen muss es dann Neuwahlen geben."   

Die Nachricht vom Scheitern der Sondierungen zeigt an den Finanzmärkten erste Reaktionen, denn in Fernost lastete sie am Morgen auf dem Euro. Die Gemeinschaftswährung fiel in Tokio zum Yen auf ein Zweimonatstief. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1735 US-Dollar und damit rund einen halben Cent oder ein halbes Prozent weniger als vor dem Bekanntwerden des Abbruchs durch die FDP. Ein möglicher Ausschluss der Regierungsbeteiligung der Grünen dürfte einige Branchen beflügeln. Die Papiere von Kohlekraftwerksbetreiber RWE gehen im frühen Handel durch die Decke. Sie notieren fast 4 Prozent im Plus. Und ebenfalls profitieren die Aktien des Düngemittelherstellers K+S, denn Sie notieren mit 2,3 Prozent im Plus.

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