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DAX-Chartanalyse: Wall Street zittert, DAX geht in die Knie

DAX-Chartanalyse Wall Street zittert, DAX geht in die Knie

Gastautor: Andreas Mueller
03.12.2017, 11:39  |  8391   |   |   

Die beste Woche seit rund einem Jahr im Dow Jones und der DAX steht unter 13.000 Punkten. Liegt dies nur an der fehlenden Regierung in Deutschland? Vielmehr sind andere Ursachen hier zu nennen, die in folgender Analyse zum Tragen kommen...

Deutliche Kursverluste verunsicherten die Anleger vor allem zum Wochenausklang im DAX. Hier gilt es genauer hinzuschauen und ebenso die aktuellen Meldungen dazu wirken zu lassen. Sie stammten diesmal aus den USA, genauer gesagt aus dem Kreis um Donald Trump und führten zwar zu starker Volatilität, aber nicht zu einer Trendwende an der Wall Street. Es galt, wie in der Vorwoche, "Politische Börsen haben kurze Beine" (so auch der Titel der Vorwochenanalyse) und wurde relativ schnell aufgeholt. Zu spät für den DAX, den ich hier im Wochenverlauf und Ausblick nun genauer analysieren werde.

 

Die Schwäche im DAX begann schon eher

 

Vorab noch einmal zur Wall Street: Im Wochensaldo legte der Dow Jones um 2,7 Prozent zu und vollzog damit die beste Handelswoche seit Dezember 2016. Jeder Tag schloss im Plus und selbst der "Schockmoment" am Freitag, als die Kurse bis auf 23.921 Punkte fielen, endete mit einem minimalen Minus von 0,2 Prozent. Die Bullen an der Wall Street sind aufgeschreckt worden, aber nicht vom Parkett vertrieben!

 

Doch nun zum DAX. Man müsste meinen, im Fahrwasser der Wall Street entwickelte sich dieser ähnlich gut. Doch weit gefehlt. An der Rally nahm er nur streckenweise und mit anschließender Ernüchterung teil. Die 13.000er-Marke stand immer wieder im Fokus und bot für Trader erst einmal eine Art Boden und Kaufimpuls zum Wochenstart. Am Montag beispielsweise gut zu sehen und hier diskutiert:

Gleich am Morgen war dabei die Dynamik noch am stärksten. Sie ebbte bis zum Handelsende ab. Per XETRA schloss der DAX dann punktgenau auf der 13.000 mit einem Abschlag von 0,46 Prozent. Sorgen machte noch immer die hausgemachte Politik. Denn neue positive Erkenntnisse zur nicht vollzogenen Regierungsbildung ließen auf sich warten. Ein Blick auf andere Assets lasteten zudem schwer auf dem DAX. So war am Dienstag neben dem erstarkten Euro noch der Goldpreis zu nennen, der sich an die 1.300er-Marke heranarbeitete und zwischenzeitlich auch in den USA für eine Art Bremsung sorgte.

Doch dies nur als Einwurf am Rande (mehr dazu in der Diskussion). Es reichte im DAX jedenfalls noch einmal für einen Kursgewinn von 0,46 Prozent.

Mit Blick auf die Wall Street versuchte der DAX somit immer wieder, sich von der runden 13.000er-Marke zu lösen. Am Mittwoch recht deutlich mit einem GAP am Morgen, was ich hier vorstellte:

Über 13.200 schaffte er es jedoch nicht und ging am Nachmittag zur Gegenrichtung über. Das gezeigte GAP lockte scheinbar und wurde quasi in letzter Handelsminute noch geschlossen:

Am Ende war es eine Nullnummer, also eine DAX-Performance des Tages von 0,00 Prozent. Der Mittwoch stellte jedoch durch diesen Richtungswechsel mit dem größten Handelsvolumen letztlich den umsatzstärksten Tag der Handelswoche dar. In dessen Schatten griffen die Bullen am Donnerstag noch einmal an, schafften aber mit 13.177 Punkten im Hoch nicht das gezeigte Niveau. Was folgte, war erneut eine Ernüchterung zum XETRA-Ende. Es schien fast so, als ob die Gewinne der Vormittage immer am Nachmittag wieder zerstört wurden.

Am Freitag änderte sich dies. Denn hier startete der Verkaufsdruck bereits am Vormittag. Mit der Unterschreitung der 13.000er-Marke kam eine Menge Druck auf, die in einer ersten Welle bis zur 12.900 reichte und im Tiefpunkt die 12.810 erreichte. Eine Erholung am Nachmittag ging noch einmal zum Ausbruchsniveau zurück, wie man im Chartbild von wallstreet-online gut sehen konnte:

 

Kurz nach 17 Uhr dann der "Schock" - Donald Trumps früherer Sicherheitsberater Michael Flynn bekannte sich schuldig, dem FBI im Zuge der Russland-Affäre eine Lüge präsentiert zu haben. Dies erzeugte erneuten Druck zum XETRA-Ende, den man hier rechts im Chartbild noch sah. Volatiler reagierte logischerweise der Dow Jones, wie hier in einer heißen Diskussionsrunde unter Tradern eingestellt:

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