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DAX-Chartanalyse: Politische Börsen haben kurze Beine

DAX-Chartanalyse Politische Börsen haben kurze Beine

Gastautor: Andreas Mueller
26.11.2017, 12:15  |  6625   |   |   

Wie geht es an der 13.000 weiter im DAX? Charttechnisch sind wir etwas eingekeilt, aber können weiterhin auf die Weihnachtsrally setzen. Die Konsumstimmung am Black Friday zeigte bereits nach oben und auch die Aktien der Handelsunternehmen. Positive Zeichen also voraus?

Der DAX wurde in dieser Woche von politischen Entscheidungen, oder besser Nicht-Entscheidungen, bestimmt. Mit der Abarbeitung der Quartalszahlen stand die Regierungsbildung in Deutschland im Vordergrund. Dabei gab es gleich zum Wochenstart eine Ernüchterung. Sie wurde zwar kurz darauf "weggesteckt" doch wirkte letztlich bis zum Ende der Woche nicht nur als Gesprächsstoff an der Börse nach. Wie sich dies genau auswirkte und welchen Ausblick man auf die kommende Woche geben kann, stelle ich nun ausführlich dar.

 

Schwankung um die 13.000er-Marke

 

Da wir vor einer Woche unter der 13.000er-Marke schlossen, hatte ich einen verhaltenen Ausblick gegeben. Genauer wurde in der Analyse der Vorwoche bemerkt, dass wir zwischen dem Tief um 12.85x (was übrigens ab dem Top das 38,2% Fibonacci-Niveau darstellt) und dem Abwärtstrend pendeln könnten und erst danach ein größeres Signal generiert wird. Im Schaubild sah dies so aus:

 

BEIDES fand Verwendung. Mit Eröffnung am Montag und der ersten Ernüchterung über die geplatzte Jamaika-Koalition startete der DAX vorbörlich sehr schwach und touchierte die untere Zone. Genauere Infos brachte umgehend die Redaktion von wallstreet-online hier...

Danach bewahrheitete sich erst einmal die Börsenweisheit "Politische Börsen haben kurze Beine" und es fand eine Rückeroberung der 13.000 statt. Damit verbunden ein Ausbruch über die gezeigte Trendlinie. Am Dienstag wurde diese noch einmal per Pullback getestet und danach rannten die Bullen los. Vermerkt in dieser Diskussion mit folgendem Chartbild:

 

Bis über 13.200 Punkte reichte die Kraft, bevor dann die Bären zum Gegenangriff riefen. Denn an der Wall Street war die Partystimmung etwas eingetrübt. Mit einem möglichen Doppeltop bei 23.600 Punkten vollzog sich dort ein kleiner Widerstand und Respekt am Markt:

(hier nachzulesen)

Ebenfalls bremsend wirkte die neuerliche Stärke des EUR/USD. Sie sorgte letztlich auch vor dem Donnerstag für ein erneutes Anlaufen der 13.000er-Marke. Am Donnerstag selbst war kein Handel in den USA, sondern das traditionelle Truthahnessen. Zudem aber auch die Vorbereitung auf den "Black Friday" - für Shopping-Begeisterte ein wichtiges Event vor Weihnachten. Hier winken immer Rabatte und Schnäppchenangebote.

Die Händler und Börsianer wurden nicht enttäuscht. Profitieren konnten davon die großen Handelsketten in den USA wie Walmart, Target oder Macy's. Allen voran aber der Onlinehändler Amazon. Mit einem neuem Rekordhoch legte er nun rund 20% über der 1.000er-Marke im Kursniveau neue Maßstäbe. Mitgezogen wurden davon auch der marktbreite S&P500 mit neuem Rekordniveau und der Technologieindex Nasdaq100.

 

Im DAX fand der Feiertag in den USA erst einmal wenig Anklang, doch auch hier war die Vorbörse trügerisch. Ähnlich dem Montag war die Panik übertrieben, wie ich im Chartbild in dieser Diskussion darstellte:

Der Freitag als Brückentag in den USA bescherte im DAX zumindest einen neuen Anlauf zur 13.160er Marke. Auslöser war das Rekordniveau im ifo-Geschäftsklimaindex. So hoch stand dieser noch nie. Grundlage dafür sind übrigens Befragungen von 7.000 Managern. Von der ifo-Institut-Seite habe ich folgende langfristige Entwicklung entnommen:

 

Wenig später folgte jedoch wieder Ernüchterung beim Blick auf den steigenden EUR/USD. Wie schon am Dienstag war dies quasi der "Sand im Getriebe" für unseren DAX. Denn während in den USA (wenn auch im verkürzten Handel) neue Rekorde geschrieben wurden, gab der DAX ab dem Hoch am Freitag rund 100 Punkte ab und näherte sich erneut der 13.000er-Marke.

Übrig blieb zwar ein Wochengewinn von 0,5 Prozent, jedoch kein zufriedenstellender Ausbruch. Der Markt bleibt insgesamt recht volatil und ist schnellen Richtungswechseln unterzogen. Zum Wochenausklang fasste ich dies im 4-Stundenchart wie folgt HIER zusammen:

 

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Orientierung: Mit Jamaika geht auch der Dax: Kommt der Crash?
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