DAX+0,98 % EUR/USD+0,48 % Gold+0,22 % Öl (Brent)-2,85 %
DAX-Chartanalyse: DAX in Range gefangen doch Ausbruch kommt näher

DAX-Chartanalyse DAX in Range gefangen doch Ausbruch kommt näher

Gastautor: Andreas Mueller
25.02.2018, 12:57  |  7462   |   |   

Nur 0,3 Prozent Bewegung auf Wochensicht aber eine gute Ausgangsbasis für die neue Handelswoche. Nach dem FOMC-Protokoll der FED und der EZB-Sitzung blicken wir nun wieder auf die Unternehmensdaten. Und auf folgende Handelsmarken im Chartbild.

Immerhin ein Wochenplus am Aktienmarkt, wenn auch gering. DAX und Dow Jones legten im Gleichlauf rund 0,3 Prozent auf Wochensicht zu. Dies ist nicht viel, aber heizt den Optimismus nach dem schwachen Februarauftakt wieder etwas an. Verwerfungen zum FOMC-Protokoll und nach der EZB-Sitzung spielten keine Rolle. Doch was leitet man als Charttechniker nun daraus ab?

 

Eine eher langweilige Handelswoche endete unverändert

 

Die Handelswoche des DAX lässt sich sehr gut in einer Range zusammenfassen. Denn auch wenn die Schwankungen der einzelnen Tage um die 100 Punkte betrugen, am volatilsten Tag sogar 214 Punkte, gelang doch kein richtungsweisender Ausbruch. Kurze Dips unter 13.350 und Ausbruchsversuche über 12.500 Punkte wurden immer wieder eingefangen. Darauf verwies ich zur Wochenmitte im Forum wie folgt:

Somit lag es nahe, das Trading auf diese Range hin auszurichten. Konkret war ein Einstieg an der unteren Range-Kante in Long genau so sinnvoll, wie ein Shorten der oberen Range-Kante.

Dies sollte jedoch mit einem entsprechenden Risikomanagement geschehen. Klar definierte und enge Stopps sind ein Mittel, der Einstieg NACH einem vermeintlichen Fehlausbruch eine weitere Methode. Diese stelle ich im nächsten Abschnitt kurz vor.

An dieser Stelle jedoch noch die Übersicht der einzelnen Handelstage. Man kann daran sofort erkennen, dass wir uns zwischen der Eröffnung am Montag und dem Schlusskurs auf XETRA am Freitag fast nicht bewegt haben.

 

 

Nach einem Montag mit US-Feiertag und demzufolge geringen Impulsen war der volatilste Tag der Donnerstag. Hier stand auch die Sitzung der Europäischen Notenbank EZB an. Entschieden wurde nichts, aber hier war auch nichts erwartet worden.

Die Bandbreite einer "lähmenden Range" ist nicht immer mit klaren Linien abzubilden. Doch die Bereiche, an denen der Markt immer wieder dreht, sind spätestens nach einigen Tagen für jeden Trader gut sichtbar. Trotzdem versuchen natürlich eine Menge Marktakteure, den Ausbruch vorwegzunehmen. Sie spekulieren somit auf einen Kursausbruch aus dieser Range. Zweifelsohne kommt dieser irgendwann, sonst würden die Aktienmärkte schließlich nur seitwärts laufen. Doch BIS zu diesem Zeitpunkt können diese Versuche, einen Ausbruch zu traden, sehr teuer werden.

Auf der anderen Seite setzen natürlich auch viele Händler auf die Fortsetzung dieser Seitwärtsphase. Je länger sie anhält, desto lauter tickt hierbei die Uhr. Soll heißen: Ein Ausbruch wird wahrscheinlicher und heftiger. Für diese Range-Trader ist es somit um so gefährlicher, je länger die Kurse in der gleichen Bandbreite trendlos schwanken.

Wie im Schaubild 1 gezeigt, sind die Kanten hierfür nie ganz sauber zu ziehen. Sonst wäre es auch zu einfach und elektronisch automatisiert zu handeln. Range-Trading verlangt vielmehr nach Intuition! Die Methodik des "Stopp Buy" auf der Oberseite knapp über der Range oder des "Stopp Sell" knapp unter der Range ist weit verbreitet und in den Tages-Trading-Chancen immer wieder gesehen worden. Sie bewirkt jedoch genau das geschilderte Ergebnis: Oftmals viele Versuche mit frustrierendem Ergebnis.

Ich handle daher erst einen Rücklauf eines Ausbruchversuchs an der oberen Begrenzung. Kurse darüber implizierten für das Range-Trading also immer eine latente Gefahr, Verluste zu erleiden. Daher warte ich diese Phase ab und spekuliere erst wieder auf die Fortsetzung der Range, wenn der Kurs unter die obere Begrenzung der letzten Handelstage taucht.

 

So geschehen am Freitag bei dem Versuch am frühen Nachmittag. Darauf reagierte ich nicht, sondern wartet auf den Rücklauf zur 12.500 und tieferen Hochpunkten im Chart, um dann in Richtung der Range mit einer Short-Order aktiv zu werden. Sie konnten es hier im Forum zeitnah verfolgen:

 

Die "Gefahr" eines Ausbruchs ist dabei nicht gebannt, aber es besteht zumindest eine sehr gute Chance, alle auf dem falschen Fuß erwischten "Stopp Buy"-Akteure damit zu bedienen. Denn diese müssen bei einem gescheiterten Ausbruch zeitnah reagieren und somit ihre Positionen wieder veräußern. Einen solchen kurzen Verkaufsdruck mache ich mir mit dieser Methodik des Range-Handels zunutze.

Wohlbemerkt ist dies eine kurzfristige Strategie. Sie koppelt sich immer an die Charttechnik und orientiert sich dabei an fallende Hochpunkte und einer zur Visualisierung genutzten Trendlinie.

Da auch ich nicht wissen kann, ob die Range noch einmal komplett durchlaufen wird, ziehe ich hier den Stopp entsprechend dem aktuellen Kurslevel nach und lasse umgangssprachlich gesagt "nichts anbrennen". Es kam dabei nicht zu einer Durchwanderung der Range. Durch meine Reaktion nah am Markt habe ich dann die Position mit rund 50 Punkten Gewinn veräußert:

Seite 1 von 4

Chartanalyse: DAX vor schwerer Aufgabe: Herausforderung im Chartbild
Wertpapier
DAXDow Jones


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer