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Aktien Frankfurt Schluss: US-Handelskonflikt reißt Dax weiter nach unten
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Schluss US-Handelskonflikt reißt Dax weiter nach unten

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
02.03.2018, 18:12  |  2240   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Angst vor negativen wirtschaftlichen Folgen eines Handelskonflikts mit den USA hat den Dax am Freitag unter die Marke von 12 000 Punkten gezogen. Zudem schwelen weiter die Befürchtungen, die Zinsen könnten weltweit - vor allem in den USA - schneller steigen als gedacht. Das könnte Aktien im Vergleich zu Anlagealternativen wie Anleihen weniger attraktiv machen. Der Dax näherte sich bis auf wenige Punkte dem Tief vom vergangenen August bei 11 868 Punkten. Letztlich schloss der Index mit 11 913,71 Punkten und damit 2,27 Prozent tiefer als am Vortag.

Auf Wochensicht bedeutet das einen Verlust von rund viereinhalb Prozent. Experten zufolge könnte der Markt zumindest vorerst unter Druck bleiben. Erst der Unterstützung am unteren Ende des langfristigen Aufwärtstrend um die 11 400 Punkte dürfte für zusätzliche Stabilität sorgen, erklärten die Experten des Börsenstatistik Magazins Index-Radar. Sie sehen die Dax noch im Korrekturmodus, also innerhalb eines größeren Rücksetzers in einem insgesamt noch intakten langfristigen Aufwärtstrends.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax büßte am Freitag 2,20 Prozent auf 25 224,57 Punkte ein, und der Technologiewerte-Index TecDax gab um 3,11 Prozent auf 2482,44 Punkte nach.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 2,19 Prozent auf 3324,75 Punkte. An den Börsen in London und Paris ging es ebenfalls kräftig nach unten. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Handelsschluss rund ein Dreiviertelprozent im Minus. Er war schon am Vortag deutlich gefallen.

Nach der Ankündigung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium durch den US-Präsidenten Donald Trump bahnt sich eine schwere internationale Handelsauseinandersetzung an. Die EU drohte umgehend Vergeltung an, und US-Nachbar Kanada warnte vor Gegenmaßnahmen. Auch Unternehmen reagieren bereits: Das schwedische Elektrounternehmen Electrolux will seine geplanten Investitionen in den USA aussetzen.

"Zinsängste gepaart mit Sorgen vor Marktabschottungen sind der Cocktail für Unsicherheit und weitere Abverkäufe an den Börsen", kommentierte Dirk Friczewsky, Finanzanalyst für LYNX Broker. Analyst Thomas Altmann von QC Partners sieht auch zwei anstehende richtungsweisende Abstimmungen für die Eurozone als Belastungsfaktor: Den SPD-Mitgliederentscheid und die Parlamentswahl in Italien. "In beiden Fällen geht es darum, ob die Staaten schnell eine handlungsfähige Regierung haben oder vor einer langen Hängepartie stehen."

Die Aktien von Stahlherstellern wie Thyssenkrupp und Salzgitter litten mit Verlusten von rund 4 Prozent beziehungsweise mehr als 5 Prozent unter der Ankündigung der Stahlzölle.

Überdurchschnittlich schwach zeigten sich im Dax auch Bankaktien: Die Commerzbank-Papiere büßten 3,62 Prozent ein und die der Deutschen Bank 3,09 Prozent. Die Marktstrategen der Deutschen Bank schätzen Bankenwerte aus Europa in Erwartung schwächerer Stimmungsdaten aus der europäischen Wirtschaft wieder pessimistischer ein.

Einziger Gewinner im Dax waren die Aktien des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf mit plus 0,70 Prozent. Allerdings waren sie tags zuvor nach einem mit Enttäuschung aufgenommenen Geschäftsausblick eingebrochen.

Im MDax brach der Aktienkurs von Steinhoff um fast 13 Prozent ein. Allerdings schwanken die Papiere des in einem Bilanzskandal steckenden Möbelhändlers seit Monaten stark auf sehr niedrigem Niveau. Da das Unternehmen dringend flüssige Mittel benötigt, beinhalten die Aktien Analysten zufolge inzwischen ein sehr hohes Risiko.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,42 Prozent am Vortag auf 0,41 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 139,62 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,30 Prozent auf 159,58 Zähler.

Der Kurs des Euro stieg auf 1,2317 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2312 (Donnerstag: 1,2171) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8122 Euro gekostet./mis/stw

--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---

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