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Warum wir mehr Schutz für unsere Daten brauchen?

13.04.2018, 14:13  |  2040   |   |   

Oftmals bringen Regulierungsgegner das Argument, dass jeder Bürger sich über die Konsequenzen seines Handels informieren kann. Was auf Alkohol und Tabak zutrifft, kann jedoch nicht auf unsere Daten im World Wide Web übertragen werden. Kaum ein Nutzer des Internets kennt die komplexen Geschäftsbeziehung von Google, Facebook & Co. EU-Kommissarin Vera Jourova befürchtet, dass neben Facebook auch andere Unternehmen die Daten ihrer Nutzer nicht ausreichend schützen.

"Ich habe keinen Zweifel daran, dass es bei anderen IT-Anbietern und Netzwerken schlechte Praktiken gibt. Was ich also über EU-Datenschutz-Grundverordnung (Englische Kurzform GDPR) und unsere ernsthafte Absicht, die Daten aller Menschen zu schützen, gesagt habe, gilt für alle, nicht nur für Facebook", sagte Vera Jourova gegenüber CNBC am Freitag. Unter weiter sagte die EU-Kommissarin: "Wir wollen, dass die Europäer die Kontrolle über ihre Privatsphäre haben, und das muss von jedem garantiert werden, der die Daten sammelt, sie monetarisiert und verkauft. Ich erwarte, dass Facebook dies sehr ernst nimmt".

Facebook ist voraussichtlich nicht das einzige Internet-Unternehmen, das sich einer Überprüfung seiner Datenpraktiken stellen muss, so CNBC. Andere Technologieriesen, wie Google und Twitter, speichern riesige Datenmengen über ihre Nutzer. Das britische Information Commissioner's Office (ICO), das derzeit das umstrittene Unternehmen Cambridge Analytica untersucht, prüft auch 29 weitere Organisationen, darunter Social Media-Unternehmen, über die Verwendung von Daten für politische Zwecke. Zudem kündigte am Donnerstag die EU die Einrichtung einer Social Media Working Group an, die eine einheitliche Strategie zur Überprüfung der Verwendung personenbezogener Daten entwickeln wird.

Mark Zuckerberg stand diese Woche zwei Tage vor dem US-Gericht. Er sagte eine Einladung vor britischen Gesetzgebern zu erscheinen ab. Jourova fordert den CEO von Facebook dazu auf, den europäischen Gesetzgebern zu antworten. "Herr Zuckerberg sollte nach Europa kommen, weil wir viele europäische Fragen haben", so die EU-Kommissarin.

Quelle:

CNBC

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Kommentare

Liebe Frau EU-Kommisarin Jourova,
wie wäre es denn wenn man die notwendigen Fragen vor der Zulassung der Geschäftstätigkeit stellen würde bzw. sukzessive mit der Geschäftsentwicklung. Spätestens seit Edward Snowdon sind die Machenschaften doch bekannt und ganz blöd sind die europäischen Geheimdienste wohl auch nicht. Sie und ihre Kollegen treten immer in Erscheinung wenn es für das öffentliche Bild notwendig erscheint. Belegen Sie Facebook doch mit Sanktionen, dann kommt der Bursche schon. Oder sind Sanktionen nur in eine Richtung möglich?

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