Die Fantasien des intellektuellen Antikapitalismus: Philosoph fordert, Reichtum zu verbieten

Gastautor: Rainer Zitelmann
22.04.2018, 12:30  |  5570   |   |   

„Moralisch problematischer Reichtum sollte schlicht verboten werden“, so die These eines Buches, das im FAZ-Feuilleton lobend besprochen wird.

 

Das FAZ-Feuilleton, das kürzlich auf einer ganzen Seite die Verstaatlichung von Grund und Boden gefordert hatte (https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10449888-faz-feuilleton-rev ...), bespricht in der Ausgabe vom 21. April nun lobend ein Buch („Reichtum als moralisches Problem“), dessen Autor fordert, Reichtum zu verbieten, wenn er „moralisch problematisch“ ist – und dies ist er eigentlich aus Sicht antikapitalistischer Intellektueller immer.

Reich sei nach der Definition des Dortmunder Philosophen Christian Neuhäuser, wer „über deutlich mehr Geld verfügt, als man üblicherweise benötigt, um auf angemessene Weise auf sich selbst achtgeben und sich selbst als gleichrangigen Menschen respektieren zu können“. Wie viel Geld andere Menschen brauchen, um „auf sich selbst achtzugeben“, entscheidet natürlich der weise Philosoph aus Dortmund. Als Richtschnur nennt er das Doppelte oder Dreifache des durchschnittlichen nationalen Nettoeinkommens, womit wohl gewährleistet wäre, dass der Hochschullehrer ungeschoren davon kommt. Denn wenn ein anderer nach seiner philosophischen Meinung zu viel hat, dann muss der Staat das natürlich verbieten – was denn sonst?! „Moralisch problematischer Reichtum sollte schlicht verboten werden“, fordere der Philosoph, so die FAZ. Moralisch problematisch sei der Reichtum auch dann, wenn sich das Geld dafür einsetzen ließe, anderen Menschen zu einem Leben in Selbstachtung zu verhelfen. Die FAZ erkennt: „In Anbetracht des Ausmaßes globaler Not wäre diese Bedingung aber praktisch immer erfüllt.“

Die Zeitung stört sich lediglich daran, dass die Grenze von 200 bis 300 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens für ihren Geschmack etwas zu niedrig gesetzt ist (könnte ja sein, man wäre dann selbst davon betroffen, statt nur die amoralischen Kapitalisten). Insgesamt findet das FAZ-Feuilleton jedoch sehr lobende Worte, denn der Autor greife mit seinem Buch „ein wichtiges Thema auf und verortet es kenntnisreich in der weiteren philosophischen Debatte. Die These, dass ein ökonomisches Auseinanderdriften einer Gesellschaft auch dann ein Problem ist, wenn niemand in existenzieller Weise arm ist, überzeugt.“

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Die Fantasien des intellektuellen Antikapitalismus: Philosoph fordert, Reichtum zu verbieten „Moralisch problematischer Reichtum sollte schlicht verboten werden“, so die These eines Buches, das im FAZ-Feuilleton lobend besprochen wird.



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