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Amazon steht vor einer großen Herausforderung in Indien

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.05.2018, 08:00  |  298   |   |   

Amazon (WKN:906866) betrachtet Indien als einen der ner wichtigsten Märkte. Der E-Commerce-Riese ist damit beschäftigt, Milliarden in das Land zu investieren, um das massive Wachstumspotenzial der boomenden indischen Internetbevölkerung nicht zu verpassen.

So wie es aussieht, hat Amazon fast 3,3 Milliarden US-Dollar investiert, seitdem das Unternehmen im Jahr 2013 das Geschäft in Indien aufgenommen hat. Aber das Unternehmen muss jetzt einen Gang höher schalten, weil Wal Mart (WKN:860853) einen Mehrheitsanteil an Flipkart für 16 Mrd. US-Dollar gekauft hat.

Amazon hat in Indien bisher nicht viel Widerstand erfahren…

Flipkart, das indische E-Commerce-Startup, das 2007 von zwei Amazon-Mitarbeitern gegründet wurde, ist der einzige ernsthafte Herausforderer des amerikanischen Unternehmens in Indien. Aber die finanziellen Zwänge führten dazu, dass Flipkart nicht in der Lage war, Amazon die Stirn zu bieten.

Bevor Wal-Mart ins Bild kam, hatte Flipkart insgesamt 7,4 Milliarden US-Dollar an Finanzmitteln eingesammelt. Das verblasst im Vergleich zur massiven Kriegskasse von Amazon, und es überrascht nicht, dass das US-Unternehmen in der Region bedeutende Marktanteile erobert hat.

Der amerikanische Tech-Riese gab im vergangenen Jahr in Indien jeden Monat schätzungsweise 35 bis 40 Millionen US-Dollar aus. Andererseits lagen Flipkarts monatliche Ausgaben bei rund 17 bis 18 Millionen US-Dollar, und das Unternehmen hatte keine andere Wahl, als den Gürtel enger zu schnüren, als die Verluste um 68 % im Geschäftsjahr 2017 stiegen, während der Umsatz nur 29 % stieg.

Kein Wunder, dass es Flipkart schwer fiel, die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf sich zu ziehen. Tatsächlich war Amazon der Online-Marktplatz der Wahl für indische Verbraucher, wobei die Suchanfragen bei Amazon die von Flipkart um das Doppelte übertrafen. Aber wenn Wal-Mart jetzt auf einmal mitspielt, ändert das alles.

Eine Wal-Mart-große Straßensperre für Amazon

Amazon versuchte auch, den indischen Rivalen aufzukaufen, aber das Management von Flipkart entschied sich für Wal-Mart unter Berufung auf regulatorische Bedenken. Daher wird Amazon nun gegen Wal-Mart antreten, das bereits über eine physische Präsenz im Einzelhandel in Indien verfügt. Wal-Mart könnte das zu seinem Vorteil nutzen, um das Geschäft von Flipkart schnell auszubauen.

Wal-Mart ist 2007 in Zusammenarbeit mit Bharti Enterprises in den indischen Markt eingetreten. Das Joint Venture produzierte 21 Cash-and-Carry-Supermärkte im Land, bevor Wal-Mart im Jahr 2014 die Anteile von Bharti übernahm.

Jeder dieser Best-Price-Stores hat eine Größe von ca. 50.000 Quadratfuß, führt eine Reihe von Artikeln von Kleidung über Lebensmittel, Verbrauchsmaterialien und Bürobedarf bis hin zu Körperpflegeprodukten und bezieht 90 % bis 95 % seiner Produkte von den lokalen Herstellern. So verfügt Wal-Mart bereits über eine Million Quadratfuß Verkaufsfläche in Indien.

Flipkart hingegen hat 21 Fulfillment-Center im ganzen Land und plant, diese Zahl in den nächsten eineinhalb Jahren auf 25 zu erhöhen. Darüber hinaus hat Flipkart kürzlich Pläne für den Bau eines Logistikparks im Süden Indiens angekündigt, der im Laufe des nächsten Jahrzehnts 4,5 Millionen Quadratfuß Lagerfläche zur Verfügung stellen wird, von denen ein Drittel bis Mitte 2019 fertig sein soll. Zum Vergleich: Amazon hat derzeit das größte Lager in Indien mit einer Größe von 400.000 Quadratfuß – und das ist nur eines der 41 Fulfillment-Center des Unternehmens im Land.

Amazon muss sich mehr anstrengen

Amazon hat sich bisher auf die schnelle Lieferung verlassen, die es den Kunden ermöglicht, zwischen ein- und zweitägigen Zustelloptionen in mehreren Städten zu wählen. Aber die gemeinsamen Kräfte von Flipkart und Wal-Marts Lagerinfrastruktur sollte definitiv die Fulfillment-Fähigkeiten von Flipkart erhöhen, was eine schnellere Lieferung und eine größere Artikelauswahl ermöglicht.

Hier kommt Wal-Marts 2 Milliarden US-Dollar-Kapitalinfusion in Flipkart ins Spiel, was Flipkart auf eine Stufe mit Amazon stellen könnte. Infolgedessen wird Amazon die Ausgaben über die ursprünglich festgelegten 5 Milliarden US-Dollar hinaus erhöhen müssen.

Natürlich hat das Unternehmen immer gesagt, dass es bereit ist, bei Bedarf mehr Geld auszugeben, und dass sich die Investitionen nicht auf die Anfangssumme beschränken. Amazons CFO Brian Olsavsky hatte während einer Telefonkonferenz erwähnt, dass sie „weiterhin in Indien investieren werden, wo wir große Fortschritte bei Verkäufern und Kunden sehen“. Das bedeutet aber auch, dass sich die internationalen Verluste von Amazon nicht verbessern dürften.

Tatsächlich stiegen die Verluste aus dem internationalen E-Commerce-Geschäft im letzten Quartal um fast 30 %. Die Betriebskosten des internationalen Geschäfts stiegen im letzten Quartal um fast 35 % auf 15,5 Milliarden US-Dollar.

Angesichts des Wettbewerbs in Indien werden die Investitionen nur wachsen, wenn die beiden um die Marktanteile kämpfen.

Warum Amazon weitermachen wird

Allerdings müssen die Investoren von Amazon bedenken, dass Indien ein Markt ist, für den es sich lohnt zu kämpfen.

Trotz des Potenzials, bis 2026 geschätzte 200 Milliarden US-Dollar an Online-Einzelhandelsumsätzen zu erreichen, wird dieser Kanal immer noch nur 12 % des gesamten Einzelhandelsumsatzes des Landes ausmachen. Obwohl ein anhaltendes Wettrüsten mit Flipkart und Wal-Mart zu zusätzlichen Verlusten für Amazon führen wird, ist die langfristige Chance zu groß, um auf das Wachstum außerhalb des Kernmarktes Nordamerika zu verzichten.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.

Dieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfassst und am 11.05.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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