DAX-1,35 % EUR/USD+0,44 % Gold+0,61 % Öl (Brent)-1,24 %

6 Punkte gegen und 2 für die Deutsche Bank

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
03.08.2018, 09:33  |  1142   |   |   

Die Aktien der Deutschen Bank (WKN: 514000) kennen seit 2007 nur eine Richtung, nach unten. Was sind die Gründe und welche Punkte sprechen für und welche gegen die Aktie? Als Investor kannst du hier wieder viel lernen. Es wird spannend.

Negativ: Die Eigentümerstruktur

Schauen wir uns zuerst die Anteilseigner an. Daran kannst du schon sehr viel ablesen. Bei der Deutschen Bank befinden sich 75 % der Aktien im Streubesitz. Daneben sind Beteiligungen von BlackRock (WKN: 928193), UBS (WKN: A12DFH), der Hainan Jiaoguan Holding (China), C-Quadrat Investment (WKN: A0HG3U), der Königsfamilie Katars und nicht zuletzt von Cerberus zu finden.

Cerberus (zu deutsch: Höllenhund) ist dafür bekannt, bei kriselnden Unternehmen einzusteigen, um sie dann zu sanieren, zu fusionieren oder zu zerschlagen. Ähnliches ist also auch bei der Deutschen Bank denkbar.

Um die Pläne zu verwirklichen, ist ein Zusammenschluss mit den Teilhabern aus China, Katar und BlackRock möglich. Zudem ist Cerberus auch noch an anderen Banken (z.B. Commerzbank  (WKN: CBK100), Bawag (WKN: A2DYJN), HSH Nordbank, Südwestbank) beteiligt, wodurch ein Zusammenschluss der profitablen Bereiche mehrerer Banken möglich wäre. Im Fall der Deutschen Bank wäre es wahrscheinlich sogar gut, wenn jemand außerhalb des Managerkreises einmal eine neue Richtung vorgibt.

Eigentümergeführt ist das Unternehmen also nicht. Dafür gab es in der Vergangenheit viele hochbezahlte Manager und Investmentbanker. Allein im letzten Jahr verdiente der Vorstand 29,2 Mio. Euro. Dabei hielt er nur 444.444 Aktien. Bei einem Kurs von 10,63 Euro (Datum: 27.07.2018) entspricht dies einem Bestand von nur etwa 16 % des letzten Gehaltes. Wenn der Kapitän von seinem eigenen Schiff nicht überzeugt ist, solltest du skeptisch werden.

Negativ: Die widrigen Umstände

Ein Punkt sind die niedrigen Zinsen, wodurch die Zinsmarge sinkt und viele Anlageprodukte unrentabel werden. Speziell diese Situation ist akut. Zwar wird jetzt seitens der EZB ein Auslaufen der Anleihenkäufe angekündigt, aber was passiert, wenn eine neue Krise eintritt?

Negativ: Viele Gesetzesverstöße und zu hohe Renditeziele

In den letzten Jahren gab es viele Wertberichtigungen und Schadensersatzzahlungen in den USA (Urteile wegen Zinsmanipulation, Absprachen im Devisenhandel, Verkauf von nicht sicheren gebündelten Immobilienkrediten). Hier weiß nur die Deutsche Bank selber, wie viele Gesetze noch übertreten wurden. Dadurch wurde sehr viel Vertrauen bei den Kunden und Investoren verspielt.

Ein weiteres Problem ist das immer noch zu stark gewichtete und wenig profitable Investmentbanking. Hiervon rückt auch das aktuelle Management nicht ab. Ich denke, die Gier nahm einst Besitz von den Managern. So sollte die Eigenkapitalrendite auf 25 % gesteigert werden. Dazu passen auch die letzten Bonizahlungen für 2017, die 2,3 Mrd. Euro betrugen. Meiner Meinung nach zeigt sich hier wiederum, dass die Gier über dem Wohl der Bank steht, denn diese erzielte in den letzten Jahren nur Verluste.

Charlie Munger sagte einst: „Wenn Banken versuchen, immer noch besser zu werden, habe ich kein gutes Gefühl“. Dies bedeutet: Wenn Unternehmen zu gierig werden und dabei zu hohe Risiken eingehen, wird es gefährlich. Hier hätte die Einschätzung zugetroffen.

Negativ: Zu viele Verluste und eine geringe Rentabilität

Das Geschäft der Deutschen Bank war schon immer von Zinsen und der Konjunktur abhängig. Deshalb gehören größere Ergebnis- und Kursschwankungen zur Natur des Geschäftes und der Aktie. Wenn es jedoch chronisch wird, wie in den letzten drei Jahren, ist dies eine außergewöhnliche Situation.

2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Gewinn in Mio. Euro -3.835 4.973 2.310 4.132 263 666 1.663 -6.794 -1.402 -751

Quelle: Geschäftsberichte

An der Eigenkapitalrendite erkennst du, wie unprofitabel das Geschäft in den letzten zehn Jahren war.

2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Eigenkapitalrendite in % -10,3 13,1 4,7 7,7 0,5 1,2 2,4 -10,8 -2,3 -1,2

Quelle: Geschäftsberichte und eigene Berechnung

Positiv: Die bessere Bilanz

Insgesamt ist die Bank geschrumpft, was du an der Entwicklung der Bilanzsumme erkennen kannst.

2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Bilanzsumme in Mio. Euro 2.202.423 1.500.664 1.905.630 2.164.103 2.012.329 1.611.400 1.708.703 1.629.130 1.590.546 1.474.732

Quelle: Geschäftsberichte

Seite 1 von 4

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel