DAX+0,93 % EUR/USD+0,26 % Gold+0,40 % Öl (Brent)+0,54 %

BaFin Deutsche Finanzaufsicht bereitet sich auf Banken-Crash vor

09.08.2018, 11:52  |  31330   |   |   

Die obersten deutschen Bankenaufseher bereiten sich mit einer Art schnellen Eingreiftruppe auf die wachsenden Probleme von Banken vor.

"Es ist ein Szenario denkbar, in dem die Konjunktur schwächelt, deshalb mehr Kredite ausfallen und gleichzeitig die Zinsen nochmals sinken", sagte der für Bankenaufsicht zuständige BaFin-Exekutivdirektor Raimund Röseler im Gespräch mit Journalisten der "WirtschaftsWoche" (WiWo). "Wir rechnen damit, dass in diesem Fall in den kommenden Jahren mehr Banken Probleme bekämen", so Röseler.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kontrolliert alle Bereiche des Finanzwesens in Deutschland. Die Kontrolle großer Banken wie die der Deutschen Bank oder der Commerzbank werden von der Europäischen Zentralbank übernommen.

Experten der Europäischen Bankenaufsicht berichten, dass die Summe der Problem-Kredite in deutschen Banken im Vergleich zu Griechenland (44,9 Prozent) und Zypern (38,9 Prozent) eine niedrige Faule-Kredite-Quote von 1,9 Prozent habe. In deutschen Bankenbüchern stünden demnach 49,6 Milliarden Euro an Krediten im Feuer. Für kleinere, deutsche Banken könnten diese zum existentiellen Problem werden.

Damit sie für eine eventuelle Bankenkrise vorbereitet sind, richten BaFin-Manager eine neue Einheit für die "intensive Betreuung angeschlagener Banken" ein, berichtet die "WiWo". "Sie soll sicherstellen, dass die betroffenen Institute wirksam gegensteuern und auch unpopuläre Maßnahmen wirklich umsetzen", erklärte BaFin-Direktor Röseler. Mit "unpopulären Maßnahmen" meint Röseler mögliche Sanktionen der BaFin. Dazu gehören z. B. der Verzicht auf die Ausschüttung von Boni und Dividenden.

Die neue Task-Force der BaFin würde im Krisenfall vor allem bei angeschlagenen privaten Banken aktiv werden, denn Sparkassen und Genossenschaftsbanken könnten Krisen ihrer Institute über ihren Verbund ausgleichen.

BaFin-Manager rechnen damit, dass immer mehr Banken in Schieflage geraten. Die Erträge der Banken würden weiter sinken, während sie gleichzeitig ihre Risikovorsorge für notleidende Kredite erhöhen müssten. Aktuell bewege sich die Risikovorsorge wegen der seit vielen Jahren gut laufenden Konjunktur auf sehr niedrigem Niveau. Trotzdem sind viele deutsche Banken kaum profitabel, beschreibt die BaFin den möglichen Banken-Crash.

Quellen:

WirtschaftsWoche

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Die DBK wird wegen der Türkei mitverhaftet. Das Misstrauen wird einige Zeit drücken. Im Ende weiss ich dass die DBK eines der besten Risk Management Systeme hat und Siw wird das im Oktober beim Q3 Ergebnis zeigen. Intesa oder Santander fallen auch und haben kein besonderes Exposure.
Schäuble, Draghi und vor allem Juncker versprechen viel wenn die Tage lang sind! Juncker hab ich inzwischen total ins Herz geschlossen 🤣🙄

Juncker: "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." - in Die Brüsseler Republik, Der Spiegel, 27. Dezember 1999.
Man ist ja richtig abgestumpft gegenüber solchen Katastrophenmeldungen.
Aber dieses Mal könnte es ernst werden.
Hoffentlich müssen sich die Bankbesitzer selbst retten. Das haben uns der ESM-Gouverneur Schäuble und der oberste EU-Kommissar Juncker sowie EZB-Chef Draghi versprochen.

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel