Scheinheilige Milliardäre SAP-Gründer Hopp würde 80% Steuern zahlen

Gastautor: Rainer Zitelmann
10.03.2019, 08:47  |  5844   |   |   

Das Vermögen von Dietmar Hopp ist laut Forbes allein in den vergangenen zwölf Monaten um 3,2 Milliarden Dollar gestiegen. Jetzt erklärt er, dass er auch in Deutschland bleiben würde, wenn er 80 Prozent Steuern zahlen müsste. Warum dies scheinheilig ist:

 

Für SAP-Mitgründer Dietmar Hopp, der mit einem geschätzten Vermögen von 13,4 Mrd. Dollar zu den zehn reichsten Deutschen gehört, wären höhere Steuern für Reiche kein Grund für einen Umzug ins Ausland. „Ich würde hierbleiben, auch wenn ich 80 Prozent Steuern zahlen müsste“, sagte Hopp in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Auf die Frage, ob der Grund dafür Heimatliebe ist, antwortete er: „Klar. Wer hat die nicht?“ Allerdings halte er nichts davon, wenn der Staat den Reichen mehr Geld abnimmt, um es umzuverteilen. „Erstens hätte ich dann weniger Geld für meine Stiftung. Und zweitens würden die anderen Reichen dann vermutlich alle abtauchen. Da hat doch keiner Hemmungen, nach Monaco zu ziehen.“

 

1972 hatte Hopp mit vier IBM-Kollegen das Softwareunternehmen SAP gegründet. Einen Großteil seiner SAP-Aktien brachte Hopp 1995 in die nach ihm benannte Stiftung ein. Sie fördert Projekte in den Bereichen Jugendsport, Medizin, Soziales und Bildung. Rund 700 Millionen Euro seien seitdem in gemeinnützige Projekte geflossen, sagte Hopp. „Ich habe so viel Geld, das mir die Gesellschaft ermöglicht hat. Ich will etwas zurückgeben“, so Hopp. „Und ich weiß nicht, warum nicht mehr Leute so denken wie ich.“

 

Milliardäre, die gerne mehr Steuern zahlen…

 

Es gibt immer mal wieder einen Milliardär, der öffentlichkeitswirksam verkündet, er wäre bereit, deutlich höhere Steuern zu zahlen. Manche, so etwa George Soros, fordern – anders als Hopp – sogar, dass alle Reichen deutlich stärker zur Kasse gebeten sollten. Medien berichten gerne darüber. Warum? Es gibt eine alte Journalistenregel, die jeder Journalist auf der Journalistenschule lernt: „Hund beißt Briefträger ist keine Nachricht, Briefträger beißt Hund ist eine Nachricht.“ Klar: Medien berichten eher über das Außergewöhnliche als über das Normale. Sie berichten auf der Titelseite über ein abgestürztes Flugzeug, aber die zehntausenden Flugzeuge, die heil landen, sind keine Meldung wert.

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Kommentare

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10.03.19 09:08:20
Der Vergleich mit Soros ist ein wenig ehrabschneidend. Soros zahlte in der Vergangenheit fast gar keine Steuern:
https://www.rt.com/business/409738-soros-taxes-wealthy-ameri…

Tatsaechlich braucht die Welt keine Milliardaere. Oligarchen sind zu einer der groessten Gefahrten fuer Demokratie und Frieden geworden, bzw. haben Oligarchien die Demokratie nun vielerorts verdraengt.

Man sollte die unfassbaren Vermoegen, die vor allem als Folge der viel-zu-niedrig Zinsen als Windfall-Profit entstanden wieder einfangen, indem man weltweit individuelles Vermoegen auf, sagen wir, ein paar 10 Millionen Dollar beschraenkt.

Mehr braucht kein Mensch.

Damit entfaellt die Moeglichkeit fuer einzelne, die Politik ganzer Staaten zu bestimmen, gleichzeitig liesse sich z.B. durch Veraeusserung der eingezogenen Sachwerte oder Unternehmen an der Boerse die Schuldenlast weltweit erheblich reduzieren.

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