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Wirecard – 12 Milliarden sind futsch

Gastautor: Daniel Saurenz
15.03.2019, 12:19  |  629   |   |   

Börse_Bär_2_SymbolDie Wirecard-Aktie erlebt am Freitag den nächsten herben Dämpfer. Seit der Handelseröffnung am Dienstag fiel die Aktie um rund 30 Prozent von 135 auf 105 Euro. Nimmt man den Rekordstand von 199 Euro, ist man nun wieder bei 50 Prozent angekommen. Oder: 12 Milliarden sind futsch. 30 Prozent in wenigen Tagen sollten erst einmal verdaut werden, daher haben wir in unserem Exklusivbereich am Morgen den Einstieg bei 105 Euro empfohlen. Wer einsteigen möchte, greift zum Turbo-Bull CP587V der Citi, PZ6H38 der BNP Paribas oder ST8Y8P der Societe Generale. Bei Hebel 5 liegt der Knock-Out unter dem Jahrestief. 

Wie die aktuelle Nachrichtenlage ist, schauen wir uns mit dpa-afx an:

“Citi-Analyst Josh Levin geht davon aus, dass der Markt angesichts der Unsicherheit im Zusammenhang mit den Vorwürfen die im Geschäftsmodell immanenten Risiken nun höher einkalkulieren dürfte. Deswegen stufte er die Aktie jetzt ab. Auch wenn die Dementis von Wirecard in Bezug auf die angeblichen Bilanzunregelmäßigkeiten in Teilen des Asien-Geschäfts “robust” gewesen seien, scheine eine zeitnahe Lösung nicht in Sicht. Das Kursziel strich der Experte von 144 auf 100 Euro zusammen.

Dem “Handelsblatt” zufolge nehmen Strafverfolger im Zuge der in Singapur laufenden Untersuchungen auch das Indien-Geschäft von Wirecard ins Visier. Das gehe aus Gerichtsdokumenten hervor, heißt es in dem Artikel. Wirecard entgegnete, die Inhalte bezüglich der indischen Transaktion “sind nicht neu und wurden bereits mehrfach auch durch externe Prüfungen widerlegt”.

Wirecard-Aktien stehen seit Berichten der “Financial Times” (FT) Ende Januar zu internen Untersuchungen rund um angebliche Bilanzierungsverstöße eines Mitarbeiters in Singapur deutlich unter Druck. Das Unternehmen hat die Untersuchungen eingeräumt, die intern sowie von einer beauftragten externen Anwaltskanzlei durchgeführt werden. Vorstandschef Markus Braun sieht die Sache intern bereits als ausgeräumt an, es habe keine schlüssige Feststellung eines Fehlverhaltens gegeben. Das formelle Ende der eigenen Prüfung soll zudem kurz bevor stehen.

Die Verunsicherung am Aktienmarkt ist dennoch groß. Analyst Oliver Reinberg vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux hält die Anschuldigungen gegen Wirecard zwar für nicht gerechtfertigt, allerdings seien einige der jüngsten Nachrichten zu dem Thema von außen nur schwer einzuschätzen. Daher strich der Experte die Papiere von einer Liste der Top-Empfehlungen am deutschen Aktienmarkt. Das grundsätzliche Kaufvotum für die Wirecard-Papiere bleibe aber unverändert.

Die Aktien haben sich seit ihrem Tief im Februar zwar schon wieder um ein Fünftel erholt, notieren aber weiterhin – mit minus 37,5 Prozent – deutlich tiefer als vor den Anschuldigungen in der “FT” Ende Januar.”

Quelle: dpa, eigene



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