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10 Fragen an Top-Trader: André Tiedje

Gastautor: André Tiedje
22.03.2019, 11:26  |  798   |   |   
  • Dow Jones - WKN: 969420 - ISIN: US2605661048 - Kurs: 25.962,51 $ (NYSE)

In diesem Rahmen hat der Deutsche Derivate Verband in Kooperation mit Guidants (www.guidants.com) die Publikationsreihe „10 Fragen an Top-Trader“ ins Leben gerufen. Guidants ist die personalisierbare Investment- und Analyseplattform der BörseGo AG und liefert einen Zugang in die Welt des Tradings. Die Investmentplattform erlaubt es den Anlegern, die Märkte in ihrer Gesamtheit zu analysieren. In dieser Ausgabe sprechen wir mit André Tiedje (jetzt auf Guidants folgen!). Links zu weiteren Interviews finden Sie am Ende des Artikels!

André Tiedje handelt seit 1999 an der Börse. Für ihn war schnell klar, dass Aktientipps aus dem Internet nicht immer für bare Münze zu nehmen sind. Er eignete sich daraufhin die klassische Charttechnik von A­Z an und gelangte letztendlich zu den Elliott­Wellen, die ihn bis zum heutigen Tag faszinieren. Anschließend begann Tiedje damit, aus der Elliott­Wellen­Theorie eigene Handelsstrategien abzuleiten. Seit September 2004 ist er bei GodmodeTrader tätig und betreut aktuell das Elliott­Wellen­Analysepaket. Sein Stream auf der Investment­ und Analyseplattform Guidants hat gut 15.000 Follower.

1.Wann und wie sind Sie zum Trading gekommen?

Im Jahr 1999 wurde ich durch die allgemeine Börseneuphorie in den Markt gespült. Ich würde meine anfänglichen Tätigkeiten auch nicht als Traden bezeichnen, sondern eher unter den Begriff „Investieren ohne Stopp“ einordnen. Erst mit der Einarbeitung in die klassische Charttechnik und etwas später dann mit der Elliott­-Wellen-Theorie als Analysemethode kam ich langsam in den Bereich Trading.

2.Was hat Sie am Traden gereizt?

Die unbegrenzten Möglichkeiten und die kontinuierliche Selbstkontrolle und Disziplin. Um nicht nur kurzfristig erfolgreich traden zu können, sondern auch nachhaltig und marktunabhängig erfolgreich zu sein, bedarf es einer enormen Selbstbeherrschung. Die Ausbildung zum eigenständigen Trader verlief ausnahmslos im Eigenstudium. Generell ist es ferner wichtig, dem Markt den erforderlichen Respekt zukommen zu lassen und niemals zu denken, dass man ihm nur ansatzweise überlegen sein könnte.

3.Wie viele Trades machen Sie pro Tag, Monat und Jahr? Wie viele Stunden traden Sie täglich?

Die Anzahl der Trades ist in den letzten 20 Jahren deutlich zurückgegangen. Es wird ein zigfaches an Zeit in die Vorbereitung der Trades investiert. Diese Tradevorbereitungen und Analysearbeiten werden dann allen Traderinnen und Tradern aus dem Trading­Service zur Verfügung gestellt. Gemeinsame Trades setzen wir dann in den täglichen Trading­-Webinaren um. In den täglichen Trading-Webinaren generieren wir im Schnitt 3-5 Trades.

4.Wie würden Sie ihre Trading-Strategie in wenigen Sätzen beschreiben?

Börsenerfolg kann nur mit einem disziplinierten Money­Management bestehen. Mein Werkzeug an der Börse ist mein Kapital, welches ich so einsetzen muss, dass nie die Gefahr besteht, es komplett zu verlieren. Ich muss also das Risiko gering halten, aber im selben Moment die entstehende Chance ausschöpfen. Ich werde also pro Trade niemals mehr als 1 % Verlustrisiko vom Gesamtkapital riskieren, eher weniger. Mit dieser konsequenten minimierten Risikobereitschaft bleibt immer ausreichend Cash­-Bestand (ca. 50-70 %) im Depot, selbst wenn noch weitere Trades parallel laufen. Als Analysemethode verwende ich die Elliott-­Wellen, die klassische Charttechnik und Handelssignale vom ICE Trading-System.

5.Was war der größte Fehler in Ihrer bisherigen Trading-Karriere und was haben Sie aus ihm gelernt?

Das Nichtbeachten des Money Moneyements, dazu gehört Verbilligen, Stopps nicht einhalten, keine vernünftige Vorbereitung, ungeduldiges Vorgehen usw. Selbst die treffsicherste Analysemethode auf diesem Planeten kann das nicht langfristig und nachhaltig kompensieren.

6.Wie viel Urlaub gönnen Sie sich und was ändern Sie dann an Ihren Positionen?

14 Tage im Jahr, war auch schon weniger. Daytrades werden oftmals am selben Tag verkauft und mutieren nur selten zu einem Swing-­ oder Positionstrade. Die Positionstrades werden tiefenentspannt organisiert und benötigen auch bei Urlaubstagen keine Veränderung.

7.Wie lange hat es gedauert, bis Sie vom Trading leben konnten?

Das Abnehmen ist nicht die Kunst, das Gewicht halten ist viel schwieriger. Es hat ca. 5 Jahre gedauert und man kann sich nie wirklich sicher sein. Selbst 15 erfolgreiche Jahre liefern keine Garantie für die Zukunft.

8.Was ist Ihrer Meinung nach der größte Fehler, den ein Trader machen kann?

Es gibt nicht zwingend den einen größten Fehler. Es ist vielmehr eine Symbiose vieler Fehler. Beispielsweise wäre das Ausbleiben eines Plans ein erster Fehler, die Nichteinhaltung dessen gleich der zweite. Beinhaltet der Plan kein Money Management, dann wäre selbst der Plan der Fehler. Man könnte zusammenfassend sagen, dass ein richtiger Plan selbstdiszipliniert umgesetzt werden muss, um Fehler zu vermeiden.

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