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ROUNDUP 4 Deutsche Bank und Commerzbank brechen Fusionsgespräche ab

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
25.04.2019, 18:32  |  413   |   |   

(mit Börsenschlusskursen)

FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Deutsche Bank und Commerzbank werden nicht fusionieren. "Es war sinnvoll, diese Option einer innerdeutschen Konsolidierung zu prüfen", erklärten die beiden Konzerne am Donnerstag in gleichlautenden Mitteilungen. Nach "gründlicher Analyse" in den knapp sechswöchigen Gesprächen seien die Vorstände jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss "keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde".

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und Commerzbank-Chef Martin Zielke begründeten die Entscheidung mit "Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration" einhergegangen wären.

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Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner stellte sich hinter die Entscheidung, die am 17. März öffentlich gemachten Sondierungen zu beenden: "Die intensiven Gespräche und Analysen der vergangenen Wochen haben uns gezeigt, dass das Verhältnis von möglichen Risiken und Ertrag für unsere Investoren nicht attraktiv ist."

Reichlich Kritik gab es an der Rolle des Bundesfinanzministeriums. Seit Sommer 2018 warben Ressortchef Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär, der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies, ungewöhnlich lautstark für starke deutsche Banken. Der Bund ist seit einer Rettungsaktion mit Steuermilliarden in der Finanzkrise mit gut 15 Prozent größter Anteilseigner der Commerzbank.

"Die global agierende deutsche Industrie braucht konkurrenzfähige Kreditinstitute, die sie in aller Welt begleiten können", bekräftigte Scholz am Donnerstag. Engere Kooperationen machten aber nur Sinn, "wenn sie sich betriebswirtschaftlich rechnen und auf ein belastbares Geschäftsmodell zusteuern", sagte der Minister.

Scholz habe die Fusion herbeireden wollen und "mit seinem amateurhaften Agieren kolossalen Schaden angerichtet", kommentierte der FDP-Finanzpolitiker, Florian Toncar, das Handeln des Ministers. Linken-Fraktionsvize Fabio De Masi bezeichnete den Abbruch der Gespräche als "Segen". Der Spitzenkandidat der Grünen für die Europawahl, Sven Giegold, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Es war von Anfang an unverständlich, dass Scholz als Sozialdemokrat diese Megafusion gegen den Willen der Belegschaft durchziehen wollte."

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