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Kevin Kühnert will VEB BMW Großkonzerne kollektivieren, keine privaten Vermietungen mehr

Gastautor: Rainer Zitelmann
01.05.2019, 13:21  |  4455   |   |   

Der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation Jusos, Kevin Kühnert, hat die Kollektivierung von Großunternehmen wie dem Automobilkonzern BMW gefordert. Auch private Vermietungen solle es nicht mehr geben.

„Ohne Kollektivierung ist eine Überwindung des Kapitalismus nicht denkbar“, sagte Kühnert der Wochenzeitung "Die Zeit". Wie genau solche Kollektivierungen ablaufen sollten, ließ Kühnert offen. „Mir ist weniger wichtig, ob am Ende auf dem Klingelschild von BMW 'staatlicher Automobilbetrieb' steht oder 'genossenschaftlicher Automobilbetrieb' oder ob das Kollektiv entscheidet, dass es BMW in dieser Form nicht mehr braucht“, sagte er der „Zeit“. Entscheidend sei, dass die Verteilung der Profite demokratisch kontrolliert werde. „Das schließt aus, dass es einen kapitalistischen Eigentümer dieses Betriebs gibt.“ Ich habe eine Idee für die Namensgebung: VEB BMW. VEB stand in der DDR für „Volkseigener Betrieb“.

Keine privaten Vermietungen mehr

Kühnert bekannte sich zu einem sozialistischen Wirtschaftsmodell. Dies sei auch mit dem derzeitigen privaten Wohnungsmarkt nicht vereinbar. „Ich finde nicht, dass es ein legitimes Geschäftsmodell ist, mit dem Wohnraum anderer Menschen seinen Lebensunterhalt zu bestreiten“, sagte Kühnert. „Konsequent zu Ende gedacht, sollte jeder maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt“, forderte der SPD-Politiker. Unlängst hatte er in einer Talkshow die Forderung der Jusos aus Berlin Pankow verteidigt, Immobilieneigentümer, die mehr als 20 Wohnungen besitzen, zu enteignen: „Mit welchem Recht hat jemand mehr als 20 Wohnungen?“, fragte er rhetorisch.

Der Irrtum aller „demokratischen Sozialisten“

Ein System wie in der DDR lehnte Kühnert in dem „Zeit“-Interview ab, da es nicht demokratisch gewesen sei. Das ist der große Irrtum aller „demokratischen Sozialisten“: Die DDR und die Sowjetunion sind nicht nur deshalb gescheitert, weil sie nicht demokratisch waren, sondern sie scheiterten, weil sie sozialistisch waren und auf Staatseigentum statt Privateigentum basierten. Also genau das, was Kühnert will.

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Kommentare

Im uebrigen ist die Debatte um 'Sozialismus' ein Scheingefecht aus der Mottenkiste.

Tatsaechlich sollte die Wiedergeburt bzw. ein Neustart der freien Marktwirtschaft das eigentliche Thema sein.

Offensichtlich ist die Marktwirtschaft am Aufstieg der Oligarchen zugrunde gegangen. Wobei dieser Aufstieg untrennbar mit der (ironischerweise sozialistischen) viel-zu-niedrig Zinspolitik seit Clinton/Greenspan verknuepft ist.

Deshalb plaediere ich fuer einen Neustart der freien Marktwirtschaft ohne Milliardaere.

D.h. Beschraenkung des maximalen Familienvermoegens, um moegliche Korruption von Politik, Medien und Konzernen zu unterbinden. Grosskonzerne koennen weiterhin marktwirtschaftlich als AGs gefuehrt werden, dann eben mit zersplitterter Aktionaerstruktur und ohne dominate Oligarchen. Und das eigentliche Herz des Kapitalismus und die Quelle von Innovation waren sowieso immer kleine und mittlere Unternehmen.
Das ist nichts Neues, schon Jimmy Carter hat festgestellt:

U.S. Is an ‘Oligarchy With Unlimited Political Bribery’
https://www.rollingstone.com/politics/politics-news/jimmy-ca…

Das Wahlsystem in den USA haelt Carter fuer eines der schlechtesten der Welt:
[]iCarter also disclosed his opinion that in the US “we have one of the worst election processes in the world, and it’s almost entirely because of the excessive influx of money,” he said referring to lack of controls over private campaign donations.[/i]
https://www.globalresearch.ca/former-us-president-carter-ven…

Analoges kann man in der Peer reviewten Wissenschaft nachlesen:
https://www.bbc.com/news/blogs-echochambers-27074746


Ich habe Russland nicht als Paradies bezeichnet, aber dort wurden die Oligarchen im Handstreich dem Staatsinteresse unterworfen. Viele sind mit ihren auf dubiose Weise erlangten Vermoegen nach London, Schweiz oder an die Cote d'Azur geflohen, andere geblieben. Eine voellige Enteignung war in diesem zerbrechlichen Riesenreich wohl nicht moeglich.

Auch damit eben dieses Beispiel nicht Schule macht, wurde Russland zum grosse Feind erklaert.

In Russland (oder Venezuela) gibt es Oppositionsparteien, Oppositionsmedien und von Oppositionellen gefuehrte Unternehmen. In den USA oder Deutschland gibt es seit einigen Jahren bereits keine MSM Opposition zum Deep State und der Kriegspartei mehr. Dafuer aber eine subtile und versteckte Zensur und Ueberwachung, wie man sie bisher nur aus Science Fiction Romanen kannte.
Zitat von bmann025: ... Die real existierenden konkurrierenden System heute sind nicht mehr Kapitalismus und Sozialismus,
sondern korrupte Oligarchien vor allem im Westen und staatlich gelenkte Wirtschaften anderswo.
...
Fuer diese Entmachtung gibt es 2 bekannte Wege, entweder ein uebergeordneter Deep State (wie z.B. in Russland), der die Oligarchen dem Primat des Staatsinteresses unterwirft oder eine materielle Enteignung, etwa durch Beschlagnahme oder extreme Besteuerung von Milliardenvermoegen.
...


Ich dachte erst, ich les' nicht recht.

In Deutschland werden wir Deiner Ansicht nach also von "korrupten Oligarchen" kaputt gemacht, während im real existierenden Paradies (= Putin Russland) sich Putin und seine Oligarchen nicht bereichern, sondern sich dem "Primat des Staatsinteresses" unterwerfen, also für das Wohlergehen ihrer Bürger kämpfen ... :laugh:

Wir sind hier in einem Börsenforum:

Da passe lieber mal auf, dass Dir KKK Kühnert nicht noch Dein Aktiendepot "kollektiviert", und Du am Ende diesen politischen Narren und Träumer auch noch selbst gewählt hast ... :eek:
Aber ein bisschen mehr an sozialer Gerchtigkeit wäre in der heutigen Zeit schon angebracht. Man muss es ja nicht gleich derart übertreiben.
Ich werde diesen Monat 53 Jahre alt und ich kann mich durchaus an bessere Zeiten erinnern.

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