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INTERVIEW/Innogy-Tochter Belectric sieht Zeit für Solarboom gekommen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
13.07.2019, 09:35  |  777   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Solarenergie ist auf dem Vormarsch. Ein Stück vom Kuchen will sich das im unterfränkischen Kolitzheim beheimatete Solarunternehmen Belectric sichern, eine Tochter des vor der Zerschlagung stehenden Energiekonzerns Innogy . "Der Solarmarkt wird in den nächsten Jahren überdurchschnittlich wachsen", ist sich Belectric Chef Ingo Alphéus im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX sicher. Dabei hofft Alphéus auch auf Investitionen durch den künftigen Eigentümer RWE - dort wird das Geschäft mit erneuerbaren Energien nach dem großangelegten Geschäftetausch mit Konkurrent Eon angesiedelt sein.

Der Manager sieht die Branche derzeit an einem "Wendepunkt". Untermauert wird dies durch eine aktuelle Studie der Expertengruppe PV Market Alliance, derzufolge sich der weltweite Markt in den kommenden fünf Jahren verdoppeln dürfte. Demnach könnte die jährlich neu installierte Leistung der Anlagen 2022 auf 180 bis 200 Gigawatt steigen, nach 98 Gigawatt 2018.

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Dabei hofft Alphéus auch auf Schützenhilfe durch die künftige Konzernmutter RWE, die im Rahmen des vereinbarten Tauschs künftig das Geschäft mit erneuerbaren Energien von Innogy und Eon übernehmen soll. Der Essener Versorger hat schon Milliardeninvestitionen in das neue Geschäft angekündigt. 1,5 Milliarden Euro wollen die Essener jährlich in den Ausbau der Erneuerbaren stecken. "Ich könnte mir vorstellen, dass von den geplanten RWE-Investitionen ein stetig wachsender Teil in Solarprojekte fließen wird", zeigt sich Alphéus zuversichtlich. Der Manager kennt RWE noch gut aus früheren Tagen: Vor seinem Posten bei Belectric verantwortete er die Ausgliederung Innogys von RWE sowie den Börsengang 2016. Nach der Transaktion wird er Belectric-Chef bleiben.

Dem Unternehmen spielt bei seinen Wachstumsplänen die Energiewende in die Hände. In Europa wollen sich Länder wie Frankreich, die Niederlande sowie Deutschland aus der Kohleverstromung zurückziehen und im Gegenzug die erneuerbaren Energien ausbauen. Länder wie China, Indien, USA oder Australien bauen großflächige Solarparks. Aber auch die Wirtschaftlichkeit spielt eine Rolle, so sind Alphéus zufolge etwa die Kosten für Module um mehr als 80 Prozent gesunken.

"Wir sehen zur Zeit zum Beispiel in Asien und den USA, dass Neubauprojekte von Steinkohle- und Gaskraftwerken zugunsten von Solarprojekten abgesagt werden, sagt der Manager. "Das machen Kunden nicht alleine aus Umweltschutz- oder Imagegründen, sondern auch, weil es sich erstmals rechnen kann." Viele Jahre sei Solarstrom aus Sicht von Verbrauchern und Politik zu teuer gewesen. Jetzt hält Alphéus die Fotovoltaik auch ohne Förderung für wettbewerbsfähig. Und zwar nicht nur gegenüber konventionellem Strom, sondern auch im Vergleich zu Windstrom. "Und das zeigt sich auch im Wachstum."

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