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Der TeamViewer-Börsengang: Ein IPO mit gewissen Risiken und gewaltigen Chancen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
15.09.2019, 09:15  |  2130   |   |   

Einer der spektakulärsten deutschen Börsengänge des Jahres steht in den Startlöchern: TeamViewer (WKN: A2YN90), ein turboschnell und hochprofitabel wachsendes Softwareunternehmen. Die Bewertung wirkt zwar auf den ersten Blick ambitioniert, aber trotzdem könnte es sich lohnen, hier frühzeitig dabei zu sein.

Vom bescheidenen Online-Tool zum Welterfolg

Als ein Softwarevertriebler vor 15 Jahren die Nase voll hatte vom Klinkenputzen, entwickelte er kurzerhand eine Lösung, um den eigenen Bildschirminhalt in Echtzeit beim potenziellen Kunden anzuzeigen. Das bescheidene, aber hocheffektive Werkzeug wurde – auch dank der kostenlosen Version für den Privatgebrauch – zu einem weltweiten Erfolg.

Über die Jahre wurde die Funktionalität kontinuierlich erweitert und die Nutzergruppen erstrecken sich nun über alle Unternehmensgrößen und Kontinente hinweg. Heute decken die Lösungen die Schlagworte „Cloud“, „SaaS“, „Collaboration“, „Internet der Dinge“ (IoT), „Mustererkennung“ und „Augmented Reality“ ab.

Man sieht also schon, dass die Finanzinvestoren von Permira sich im Vorfeld des Börsengangs umfassend Mühe gegeben haben, die Tochter hübsch zu machen. Als kritische Investoren dürfen wir uns davon nicht blenden lassen. Kann das Unternehmen tatsächlich ein gestaltender Treiber dieser Trends sein?

Risiken unter der Lupe

In Teilbereichen der Geschäftstätigkeit stößt TeamViewer auf starke Konkurrenz. Da die Software auch zur Kommunikation und Kollaboration genutzt wird, gehört beispielsweise Zoom (WKN: A2PGJ2) dazu, das ebenfalls ambitionierte Expansionspläne hat und stärker in das Kerngeschäft von TeamViewer vordringen könnte. Auch mit Microsoft (WKN: 870747) und ähnlichen Giganten ist zu rechnen.

Zudem besteht aufgrund der Funktionsweise der Software eine gewisse Abhängigkeit gegenüber Softwarepartnern und den Betriebssystemanbietern. Sollten diese die Kooperation kündigen oder gar Schnittstellen einschränken, sodass die sichere Funktion nicht mehr gewährleistet werden kann, dann bekommt TeamViewer Probleme.

Zudem weist das Management auf die Dynamik des Kerngeschäfts hin. Es sei nicht immer leicht, die Trends richtig zu deuten und folglich die Entwicklungsanstrengungen in eine Richtung zu lenken, die das Unternehmen an der Spitze hält. Fehlinvestitionen könnten TeamViewer also deutlich zurückwerfen. Daneben ist auch an Cyberkriminalität zu denken.

Es gibt also definitiv einige valide Punkte, über die man vor einem Investment nachdenken sollte. Nichts davon ist jedoch außergewöhnlich für Cloud-Unternehmen. Am wichtigsten erscheint mir daher, was die Forschung und Entwicklung in der Pipeline hat.

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