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Urteil zu Mercedes Diesel OM 651: Daimler muss Schadensersatz zahlen

Gastautor: Roland Klaus
28.10.2019, 11:58  |  3077   |   |   

Die Interessengemeinschaft Widerruf hat ein spannendes Schadensersatz-Urteil gegen die Daimler AG erwirkt. Der Besitzer eines manipulierten Mercedes Benz Diesel mit dem Motor OM 651 erhält nahezu den vollständigen Kaufpreis zurück – obwohl er das Fahrzeug mehrere Jahre gefahren hat.

Die Interessengemeinschaft Widerruf hat ein spannendes Schadensersatz-Urteil gegen die Daimler AG erwirkt. Der Besitzer eines manipulierten Mercedes Benz Diesel mit dem Motor OM 651 erhält nahezu den vollständigen Kaufpreis zurück – obwohl er das Fahrzeug mehrere Jahre gefahren hat. 

Geklagt hatte der Fahrer eines Mercedes Benz Diesel CLA 220 CDI Coupé. Er hatte das Fahrzeug im Jahr 2015 zum Preis von 33.500 Euro gekauft. Das Auto hat den Skandal-Motor OM 651, der die Euro 6 Norm aufweist. Zu diesem Motor gibt es bereits einen Rückruf-Bescheid des Kraftfahr-Bundesamts (KBA). Die Fahrzeuge sollen aufgrund einer unerlaubten Abschalteinrichtung ein Software-Update erhalten. Diese beseitigt jedoch nach Ansicht etlicher Gerichte nicht den eigentlichen Mangel.  

Das Landgericht Stuttgart (Az. 29 O 121/19) hat nun in seinem Urteil festgestellt, dass der Motor nur auf dem Prüfstand die vorgeschriebenen Abgasrichtlinien einhält, nicht jedoch im normalen Straßenverkehr. Zudem steuere Daimler die Abgasreinigung temperaturabhängig (sogenanntes Thermofenster), so dass bei niedrigen und hohen Außentemperaturen der Schadstoffausstoß zusätzlich ansteige.

Hier können Sie kostenlos und unverbindlich prüfen lassen, welche Aussichten auf Schadensersatz oder den Widerruf einer Kfz-Finanzierung Sie haben.

Daimler habe dadurch den Käufer des Mercedes Diesel gemäß §826 BGB sittenwidrig getäuscht und geschädigt, so das Gericht in seinem Urteil. Der Kunde habe deswegen Anspruch auf Schadensersatz. Ihm stehe die Rückzahlung des gesamten Kaufpreises zu. Im Gegenzug muss er eine moderate Nutzungsentschädigung für den Gebrauch des Fahrzeugs bezahlen. Diese berechnet sich auf Basis einer erwarteten Gesamtleistung des Fahrzeugs von 250.000 Kilometern. Da der Kläger das Fahrzeug in den etwa vier Jahren seit dem Kauf knapp 30.000 Kilometer gefahren hat, muss er sich entsprechend rund 12 Prozent des Kaufpreises als Nutzungsentschädigung anrechnen lassen, also gut 4300 Euro.

Da auf der anderen Seite jedoch die Rückzahlung des Kaufpreises seit dem Tag des Autokaufs verzinst wird, erhält der Diesel-Fahrer unter dem Strich mehr als 90 Prozent seines ursprünglichen Kaufpreises zurück.

Dies zeigt wieder einmal, wie gut die Chancen für Besitzer eines Diesel-Fahrzeugs sind, wenn sie den Mut aufbringen, sich individuell gegen Wertverluste zu wehren. Dies gilt insbesondere für Diesel der Marken Mercedes Benz, Volkswagen, Audi, Seat, Skoda und Porsche. Aber auch bei Fahrzeugen und Autoherstellern stehen die Chancen gut, beispielsweise wenn der Kauf über einen Kredit oder Leasing-Vertrag finanziert wurde.

In jedem Fall sollte eine individuelle Prüfung durch einen Experten durchgeführt werden, um zu ermitteln, wie die Aussichten aussehen und welche Kosten mit einem Vorgehen verbunden sind. Die Interessengemeinschaft Widerruf unterstützt Betroffene bei diesem Vorgehen. Unter www.widerruf.info gibt es die Möglichkeit zu einer kostenlosen und unverbindlichen Prüfung durch die Experten der IG Widerruf.  

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